Danger Dan und Igor Levit kritisieren ZDF-Ausladung nach Ersatzkonzert
Quick Look
- Danger Dan und Igor Levit spielten ein Ersatzkonzert in Berlin, nachdem das ZDF ihren Auftritt wegen des Liedtextes "Keine Angst" gestrichen hatte.
- Sie kritisierten die Debatte und forderten stattdessen einen Fokus auf rechte Gewalt.
- Das ZDF verteidigte seine Entscheidung, räumte aber Fehler ein.
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Why It Matters
Das ZDF strich den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit wegen Bedenken, der Liedtext "Keine Angst" könne als Aufruf zu Gewalt verstanden werden. Die Musiker spielten ein Ersatzkonzert und kritisierten die Debatte.
Die Musiker Danger Dan und Igor Levit haben nach dem abgesagten Auftritt im ZDF ein Ersatzkonzert gespielt und die Debatte der zurückliegenden Tage kritisiert. Es sei viel darum gegangen, ob die Ausladung angemessen gewesen sei, sagte Danger Dan im Columbia Theater in Berlin. Das sei aber nicht die entscheidende Frage, ergänzte Pianist Levit.
Als eine Frage, die stattdessen diskutiert werden sollte, nannte Danger Dan: »Wie gehen wir um mit rechter Gewalt, die explosionsartig anwächst und immer brutaler wird?« Levit forderte zudem einen Fokus auf Hilfe für Menschen, die von rechter Gewalt bedroht werden und etwa Angst hätten, aus dem Haus zu gehen.
ZDF verteidigt Entscheidung
Eigentlich wollte Danger Dan sein neues Lied Keine Angst gemeinsam mit Levit bei der 100. Ausgabe der ZDF-Kabarettsendung Die Anstalt spielen, die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigt. Kurz vor der Aufzeichnung entschied der Sender jedoch, den Auftritt zu streichen, da der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne.
Man habe es »unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun«, sagte Intendant Norbert Himmler der Süddeutschen Zeitung. Dieser münde in freundliche Grüße an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter. Zugleich räumte Himmler Fehler beim Entscheidungsprozess ein.
Danger Dan hatte bestritten, mit seinem Song zu Gewalt aufzurufen. Die beiden Musiker sprachen von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Schritt als schwerwiegenden Eingriff in die redaktionelle Freiheit.
Open Questions
- Wie wird die Debatte um Meinungs- und Kunstfreiheit weitergehen?
- Welche Konsequenzen zieht das ZDF aus den Fehlern?




