
Anleger an der Frankfurter Börse blicken gespannt auf die EZB und zahlreiche Unternehmensbilanzen wie Volkswagen und Adidas.
Der Dax zeigt sich im frühen Handel uneinheitlich, während Anleger auf den EZB-Zinsentscheid und zahlreiche Quartalsberichte von Unternehmen wie Volkswagen, Adidas und Alphabet blicken.
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Quartalszahlen und EZB-Sitzungen bestimmen regelmäßig das Handelsgeschehen an den Börsen.
Am Donnerstag legt erneut eine Vielzahl an deutschen und europäischen Unternehmen ihre Zahlen vor. Anleger dürften besonders gespannt auf Christine Lagardes Rede sein.
Düsseldorf. Quartalsergebnisse und der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen im Zentrum des Handels am Donnerstag. Der Dax findet im frühen Handel jedoch keine Richtung und notiert 0,4 Prozent im Plus bei 25.807 Punkten. Die Quartalszahlen großer Unternehmen zeichnen ein uneinheitliches Bild von Deutschlands wirtschaftlicher Situation.
Am Vortag konnten auch robuste Quartalszahlen wichtiger Dax-Unternehmen dem Dax keinen Aufschwung verleihen. Der Index schloss nach einem schwachen Handelsstart zumindest leicht im Plus bei 25.704 Punkten.
Am Donnerstag legten neben Volkswagen auch eine Reihe mittelgroßer Unternehmen ihre Zahlen vor, darunter auch viele im europäischen Ausland:
Volkswagen: Der Autobauer meldet einen Milliardenverlust fürs dritte Quartal, die Aktie liegt leicht im Minus. Als Grund nannte der Konzern Sondereffekte, insbesondere eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche.
Adidas: Der Sportartikelkonzern will im Weihnachtsgeschäft auch in Europa wieder auf Wachstumskurs gehen. Die Aktie legt um 2,3 Prozent zu.
Henkel: Dank eines überraschend starken dritten Quartals blickt der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller optimistischer auf das Gesamtjahr. Die Aktie legt um 2,6 Prozent zu.
MTU: Auch der Triebwerksbauer MTU hat seine Prognose nach einem überraschend guten Quartal nach oben korrigiert. Die Aktie verliert 3,1 Prozent.
ING: Das niederländische Geldinstitut verfehlt die Erwartungen der Analysten und streicht im Rahmen eines Konzernumbaus 400 Stellen. Die Aktie verliert vier Prozent.
„Die Aktienmärkte verarbeiten heute die nachbörslichen Ergebnisse von Alphabet und Microsoft von gestern“, sagt Thomas Altmann von QC Partners. Die beiden Tech-Konzerne hatten am Mittwochabend ihre Zahlen vorgelegt.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet verfehlte im dritten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen der Wall Street. Zugleich wachsen die Zweifel der Anleger, ob sich die Rekordausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) am Ende auszahlen. Die Aktie sackte am Mittwoch nachbörslich zeitweise um fast elf Prozent ab.
Bei Microsoft stieg der Nettogewinn von 27,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 36,6 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal. Die Aktie stieg nachbörslich.
Der Dax steht vor seiner größten Gewinnserie seit Anfang Januar. Dafür müsste the Leitindex allerdings auch den Donnerstag, und damit den vierten Tag in Folge, positiv beenden.
EZB dürfte Leitzins konstant halten
Am Nachmittag entscheidet die EZB über die Leitzinsen. Die Inflation in der Euro-Zone ist auf einem Drei-Jahres-Hoch und wird absehbar weiter steigen. Zuletzt hatte die EZB deshalb die Zinsen erhöht. Investoren erwarten indes weitere Zinserhöhungen, für die heutige Sitzung erwarten Analysten jedoch, dass die EZB die Leitzinsen konstant hält. Doch der Ausverkauf bei französischen Staatsanleihen erfordert eigentlich gegenteilige Maßnahmen.
Inflation trifft Schuldenkrise: Für die EZB ist die Lage heikel wie lange nicht mehr
Eine weitere Zinserhöhung könnte das Land mit seiner hohen Staatsverschuldung noch weiter unter Druck setzen. Während junge Menschen in Frankreich seit Wochen auf die Straßen gehen, um gegen Kürzungspläne im französischen Haushalt zu demonstrieren, fordern Investoren noch höhere Einsparungen, um Frankreichs Schulden einzudämmen. Für die EZB ist der Zinsentscheid also ein Balanceakt zwischen verschiedenen geldpolitischen Zielen.
Interessant sei, so Thomas Altmann, ob EZB-Chefin Christine Lagarde „eine mögliche Zinserhöhung für den Dezember verbal vorbereitet“. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zinsschritt wird aktuell mit 89 Prozent gepreist.
Die Ölpreise geben indes leicht nach, bleiben aber auf hohem Niveau. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostet im frühen Handel 110,47 Dollar.
Blick auf weitere Einzelwerte
Vonovia: Die Aktie des Immobilienkonzerns ist klarer Verlierer im Dax mit einem Minus von sieben Prozent. Vonovia hatte am Vorabend die Gewinnprognose gekappt.
Telekom: Die Aktie des Mobilfunkanbieters notiert 2,5 Prozent im Plus. Einem Medienbericht zufolge könnte die geplante Fusion mit T-Mobile scheitern.
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EZB hält Leitzinsen in heutiger Sitzung konstant
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