
Nach einem neuen Rekordhoch am Vortag gerät der deutsche Aktienindex stark unter Druck. Globale Märkte leiden unter KI-Sorgen und US-Politik.
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Der Dax erreichte am Vortag ein Rekordhoch, wurde jedoch von Kursverlusten an der Wall Street mitgerissen.
Am Donnerstag hat der Dax ein neues Rekordhoch erreicht, doch von der positiven Stimmung ist wenig übrig. Nach dem deutlichen Kursrutsch an der Wall Street geht es auch beim Dax bergab.
Börse Frankfurt: Das Beben an den asiatischen Märkten und an der Wall Street erfasst auch den deutschen Aktienmarkt.
Der Dax verliert am Freitag zum Handelsstart 1,7 Prozent und notiert bei 25.873 Punkten nach einem Ausverkauf an der Wall Street, der auch die Tech-Werte stark belastet.
Am Donnerstag erreichte der Dax ein Rekordhoch von 26.685,23 Punkten, verlor aber bis Handelsende 0,4 Prozent auf 26.325 Punkte, nachdem die Wall Street deutlich gefallen war.
Die Ölpreise steigen wieder, Brent steigt um 1,4 Prozent auf 99,70 US-Dollar und WTI um 1,1 Prozent auf 91,50 US-Dollar, trotz anhaltender Differenzen im Iran-Konflikt.
Die deutsche Produktion stieg im September überraschend um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilt das Statistische Bundesamt mit, während Analysten einen stagnierenden Wert erwartet hatten.
Düsseldorf. Das Beben an den weltweiten Märkten, das gestern Nachmittag an der Wall Street seinen Anfang genommen hat, erfasst nun auch den Dax deutlich. Zum Auftakt in den Freitag verliert der deutsche Leitindex 1,7 Prozent oder mehr als 400 Zähler und notiert bei 25.873 Punkten.
Die Tech-Werte am deutschen Aktienmarkt erholen sich am Freitag zunächst. Gestern hatten sie zwischen acht und 14 Prozent verloren.
„Nachdem der Index auf Monatsfrist um über 1800 Punkte gestiegen ist, nehmen Anleger Gewinne mit. Der Reflex ist verständlich. Wer in den DAX investiert, hat wahrscheinlich auch KI-Aktien“, schreibt Jochen Stanzl, Chefmarktökonom der Consorsbank.
Am Donnerstag hatten zunächst der Ausgang der Midterms in den USA, Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Irankrieg, sinkende Energiepreise und Anleiherenditen sowie positive Firmenbilanzen dem Dax Auftrieb verliehen. Am Mittag erreichte er ein neues Rekordhoch und stieg bis auf 26.685,23 Punkte.
Die Tagesgewinne waren am Nachmittag aber schnell wieder dahin. Die Wall Street eröffnete deutlich im Minus. Vor allem Tech-Werte gerieten ins Rutschen und belasteten den Dax. Am Ende schloss er 0,4 Prozent im Minus bei 26.325 Punkten.
Sorgen über verstärkten politischen Widerstand in den USA gegen den schnellen Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) brachten die Indizes ins Wanken. Der industrielastige Index Dow Jones sackte am Donnerstag um 3,4 Prozent ab, der technologielastige Nasdaq um gut sechs Prozent und der Philadelphia-Halbleiterindex sogar um gut 12 Prozent.
„Durch neue Mehrheitsverhältnisse und politische Führungswechsel auf Ebene der Bundesstaaten geraten bislang als sicher geltende Rechenzentrumsprojekte möglicherweise erneut auf den Prüfstand. Damit wächst die Unsicherheit über den künftigen Investitionsbedarf und die Geschwindigkeit des geplanten Kapazitätsausbaus“, analysiert Andreas Lipkow von CMC Markets.
In nur 40 Minuten habe der S&P 500 zwei Billionen Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet, schrieb Kobeissi Letter am Donnerstag auf der Kurznachrichtenplattform X. „Das ist einer der schnellsten Verluste an Marktkapitalisierung in der Börsengeschichte.“
Auch in Asien hinterlässt die Furcht vor einer strengeren Regulierung der KI-Branche nach dem Wahlsieg der Demokraten ihre Spuren. Der Nikkei-Index rutschte zeitweise um gut sieben Prozent ab, der breiter gefasste Topix um 6,5 Prozent.
„Die Märkte stellen den KI-Trade zunehmend infrage, weil die bisherigen Ergebnisse der Magnificent Seven hinter den Wachstumserwartungen zurückblieben und Sorgen über eine Verlangsamung der KI-Investitionen aufkommen. Gleichzeitig erhöht ein von Demokraten kontrollierter Kongress die Unsicherheit über mögliche Tech-Regulierung“, analysiert Kyle Rodda, Senior Financial Market Analyst bei capital.com den Markt.
Ölpreise ziehen wieder an
Die Ölpreise steigen derweil zum Ende der Woche wieder an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Rohölsorte Brent zur Lieferung im Januar verteuert sich am Morgen um 1,4 Prozent auf 99,70 US-Dollar. Auch das US-amerikanische WTI-Leichtöl zur Lieferung im Dezember verteuert sich um 1,1 Prozent auf 91,50 US-Dollar.
Zuvor hatten die deutlichen Gewinne der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen einen Preisrutsch ausgelöst. Trotz des jüngsten Anstiegs liegt Brent auf Wochensicht noch immer etwa 15 Prozent im Minus.
Am Ölmarkt wächst die Hoffnung auf ein schnelleres Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Allerdings bestehen weiter erhebliche Differenzen zwischen den Konfliktparteien. Teheran fordert die Aufhebung der amerikanischen Seeblockade, eine Lockerung der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, bevor die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet wird.
„Entscheidend ist, ob das Weiße Haus seine Strategie gegenüber dem Iran ändert“, sagte Pavel Molchanov, Analyst bei Raymond James, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine dauerhafte diplomatische Einigung, die zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus führe, könnte die Ölpreise noch weiter sinken lassen. Allerdings sei weiterhin Skepsis angebracht.
Einzelwerte im Fokus
Münchener Rück: Die Analysten von JP Morgen haben die Papiere von Münchener Rück auf „Neutral“ von „Overweight“ zurückgestuft. Die Papiere verlieren 2,4 Prozent.
Daimler Truck: Der Lkw-Bauer vermeldete am Freitag eine deutliche Gewinnsteigerung. Die Anleger sind trotzdem nicht überzeugt. Die Aktie fällt um 3,9 Prozent.
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