
Anleger in Deutschland zeigen sich zurückhaltend, während US-Börsen Rekorde feiern. Im Fokus stehen Notenbankprotokolle und EZB-Auftritte.
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Der deutsche Leitindex notiert aktuell oberhalb der 200-Tage-Linie, die als Indikator für den langfristigen Trend dient.
Düsseldorf. Die Erholung am deutschen Aktienmarkt stockt. Der deutsche Leitindex startet mit 25.220 Punkten und damit 0,8 Prozent im Minus in den Handel. Dabei beendete der Dax bisher erst einen Handelstag im angelaufenen Oktober im Minus, wie Daten von LSEG zeigen.
Derzeit notiert der Leitindex oberhalb der 200-Tage-Linie. Diese bildet den Durchschnitt des Zeitraums ab und stellt den langfristigen Trend dar. Derzeit verläuft die Linie bei 24.847 Punkten. Der Dax liegt derzeit darüber. Damit deutet sich ein übergeordneter Aufwärtstrend an. Darunter gilt ein übergeordneter Abwärtstrend.
Am heutigen Mittwoch veröffentlicht die Notenbank das Sitzungsprotokoll nach deutschem Handelsschluss. Anleger erhoffen sich Einblick in die internen Diskussionen der Währungshüter über den weiteren Kurs. Derzeit preisen Marktteilnehmer eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr ein. Die Notenbank erhöhte im September erstmals seit rund drei Jahren den Leitzins. Er liegt nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent.
In Europa äußern sich vor dem Hintergrund der Turbulenzen an den Anleihemärkten Direktoren der Europäischen Zentralbank (EZB). Entsprechend dürften Anleger und Anlegerinnen am heutigen Mittwoch auf die Unsicherheitsfaktoren der vergangenen Wochen blicken: hohe Renditen, steigende Ölpreise und die Zinspolitik.
Insgesamt fällt es Anlegern am deutschen Aktienmarkt derzeit trotzdem schwer, bei deutschen Aktien beherzt zuzugreifen, stellt Jochen Stanzl, Chefanalyst bei der Consorbank, fest. „Während die Wall Street neue Rekorde feiert, fremdeln Anleger in Deutschland mit dem Begriff der Jahresendrally – zu sehr nagen Euroabwertung und politische Sorgen an ihrer Zuversicht.“
Der Index der Technologiebörse Nasdaq und der breit gefasste S&P-500-Index erreichten am gestrigen Dienstag Rekorde. Für die steigenden Kurse an den Aktienmärkten hatte eine weitgehende Stabilisierung am Öl- und Anleihemarkt gesorgt.
Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen fiel zuletzt auf 5,6471 Prozent, nachdem sie am Vortag mit 5,702 Prozent den höchsten Stand seit 2002 erreicht hatte. An den europäischen Anleihemärkten gab es ebenfalls Signale der Entspannung. Diese war besonders deutlich in Frankreich.
Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, Vorsitzende des Rassemblement National, schlug in einem Haushaltsplan vor, das Staatsdefizit bis 2032 unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu senken. Dies sorgte für etwas Beruhigung am Anleihemarkt, nachdem die wachsenden Staatsschulden und die politische Unsicherheit in Frankreich zuletzt die Renditen hatten stark steigen lassen und im Gegenzug den europäischen Aktienmarkt belastet hatten.
Zudem zeigten sich am gestrigen Dienstag die Ölpreise stabiler. Experten mahnten jedoch zur Vorsicht, da der Preis für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent nach wie vor um die 100-Dollar-Marke pendelte. So legte der Preis am heutigen Mittwoch wieder zu – und hievte den Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent zur Lieferung im Dezember über die Marke. Hintergrund sind neue Spannungen im Irankonflikt.
Diese werden sich laut der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch länger an den Energiemärkten spiegeln. „Der Preisdruck könnte sich weiter verstärken, da die Nachfrage mit dem Beginn der kalten Jahreszeit auf der Nordhalbkugel steigt und die Länder ihre Reserven wieder auffüllen“, warnte Kristalina Georgiewa laut Manuskript in einer Rede in Singapur im Vorfeld der Jahrestagung des IWF und der Weltbank. Selbst wenn der Konflikt bald ende, dürften die Preise bis 2027 weiter hoch bleiben, so Georgiewa. Die Tagung beginnt kommende Woche in Bangkok.
Porsche: Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche stellt am Mittwoch auf einem Kapitalmarkttag seine Strategie für die kommenden Jahre vor. Die Papiere liegen zum Handelsstart mehr als vier Prozent im Plus.
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Hohe Energiepreise bleiben bis 2027 bestehen
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