
Schwindende Hoffnungen im US-Iran-Konflikt, steigende Ölpreise und neue 15-Jahres-Hochs bei Bundesanleihen drücken den deutschen Leitindex.
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Der DAX hatte am vergangenen Mittwoch eine Rekordmarke bei 26.573 Zählern erreicht.
Der DAX fällt im frühen Handel um rund ein halbes Prozent auf etwa 26.200 Punkte zurück. Zu Wochenbeginn war der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 26.338 Punkten aus dem Handel gegangen. Damit entfernt sich das Börsenbarometer weiter von der Rekordmarke bei 26.573 Zählern, die es am vergangenen Mittwoch erreicht hatte.
Belastend wirkt derzeit, dass die Hoffnungen auf eine baldige Einigung zwischen Iran und den USA schwinden: Das Rahmenabkommen ist ausgelaufen, von einem finalen Deal kann keine Rede sein. Die USA streben nach den Worten von US-Präsident Donald Trump keine Verlängerung der Waffenruhe-Vereinbarung an. Iran droht mit einer Verschärfung der Spannungen, Trump droht nun auch dem Oman mit Bombardierung.
"Nach einem baldigen Frieden sieht es im Augenblick nicht aus. Zwar kommt es an den Aktienmärkten nicht zu einer Verkaufswelle, für gute Laune sorgt der geopolitische Risikofaktor Iran aber auch nicht. Seit Tagen befindet sich die globalen Handelsplätze eher im Rückwärtsgang", heißt es von Thomas Henke, Chefmarktanalyst beim Broker IG.
Wie groß die Sorgen sind, lässt sich am Ölpreis ablesen: Ein Fass der Sorte Brent kostet bereits wieder deutlich über 90 Dollar, auch die Preise für US-Leichtöl ziehen an. Die hohen Energiepreise könnten in den kommenden Wochen also wieder für steigende Verbraucherpreise sorgen - und damit für sinkende Aktienmärkte. Die nachlassenden Inflationssorgen waren ein wichtiger Grund für die zuletzt freundliche Stimmung an den Aktienmärkten. Sie hatte die Börsen in den USA und in Deutschland auf Rekordhöhen getrieben.
"Der neuerliche Ölpreisanstieg unterstreicht, dass eine friedliche Lösung zwischen dem Iran und den USA nach wie vor genauso wenig gefunden ist wie eine Antwort auf die Frage, wie mit dem Seeverkehr durch die Straße von Hormus in Zukunft verfahren werden soll", stellt Jochen Stanzl fest, Marktbeobachter bei der Consorsbank.
Druck auf Aktien kommt auch vom Anleihemarkt: "Die Renditen zehn- und 30-jähriger Bundesanleihen sind gestern auf neue 15-Jahres-Hochs geklettert", und auch in Frankreich oder den USA sehe es ähnlich aus, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Er hält dies für eine wachsende Konkurrenz für die Aktienmärkte. Ein Renditeanstieg macht Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver. Obendrein verteuerten steigende Zinsen nicht nur die Refinanzierung der Staaten, sondern auch der Unternehmen, so Altmann.
Positive Signale sendet heute die deutsche Konjunktur: Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im ersten Halbjahr so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Sie wuchs um 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 126.300, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Doch die Freude ist nicht ungetrübt. Das Bundesamt weist darauf hin, dass das größte Plus für ein erstes Halbjahr seit 2016 von einem niedrigen Niveau in den Jahren 2024 und 2025 aus erfolge. Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, wollte nicht von einer Trendwende sprechen. "Das ist ein Hoffnungsschimmer, aber noch kein Durchbruch." Denn zu viele Projekte würden wieder storniert. "Eine Baugenehmigung ist noch keine gebaute Wohnung. Wenn die Finanzierung danach nicht mehr aufgeht, wird der Auftrag storniert."
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Steigende Energiepreise könnten Verbraucherpreise in kommenden Wochen erhöhen
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