DAX legt leicht zu – Ölpreise fallen, Zinsdebatte bleibt
Quick Look
- Der DAX steigt leicht, während die Ölpreise nach einer Verlängerung der Waffenruhe im Nahen Osten fallen.
- Die Unsicherheit über die Vereinbarung und die anhaltende Inflationsgefahr lassen jedoch Zweifel aufkommen, während die US-Notenbank Zinserhöhungen in Aussicht stellt.
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Why It Matters
Eine Absichtserklärung zwischen Iran und den USA verlängert die Waffenruhe um 60 Tage, während die US-Notenbank ihren Leitzins unverändert lässt, aber Zinserhöhungen in Aussicht stellt.
Der DAX legt im frühen Handel um rund 0,2 Prozent zu und lugt zeitweise über die Marke von 25.000 Punkten. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve und vor der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen Iran und den USA war der DAX am Mittwoch nahezu unverändert bei 24.934 Punkten aus dem Handel gegangen.
Die Euphorie an den Aktienmärkten bleibt heute aus: Die Vereinbarung im Nahen Osten verlängert zwar die verkündete Waffenruhe um weitere 60 Tage. Das soll Verhandlungen über eine endgültige Regelung ermöglichen.
"Da es sich bislang um eine Absichtserklärung handelt, bleiben viele des 14 Punkte umfassenden Textes noch vage", so Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. US-Präsident Donald Trump drohte jedoch damit, die Angriffe wieder aufzunehmen, sollte Iran seine Zusagen nicht einhalten.
Somit bleiben Zweifel: Marktbeobachterinnen und Marktbeobachter verweisen darauf, dass die geopolitischen Risiken bestehen bleiben. Niemand weiß, ob die Vereinbarung hält, sodass die Situation am Persischen Golf die Märkte weiterhin beeinflussen dürfte.
Zumindest am Rohstoffmarkt zeigt sich aber spürbare Erleichterung. Die Rohöl-Sorten Brent und WTI verbilligen sich. Mittlerweile liegt der Preis wieder deutlich unter 80 Dollar je Barrel. Aber noch ist die Energiekrise nicht vorbei. Expertinnen und Experten warnen, dass es eine längere Zeit dauern könnte, bis sich der Ölmarkt wieder normalisiert.
"Entscheidend ist, dass die Schiffstrasse überhaupt wieder befahrbar wird. Dies nimmt den Druck von den Ölpreisen und damit auch von der konjunkturellen Entwicklung. Nichtsdestotrotz ist der Schaden bereits angerichtet", stellt VP-Experte Gitzel fest.
Die globalen Wachstumsraten würden im laufenden Jahr schwächer ausfallen und selbst die deutlich niedrigeren Ölpreise würden nicht verhindern, dass es zu Preisüberwälzungen komme, zumindest in moderatem Umfang. "Die Inflationsraten bleiben zunächst erhöht, was die Notenbank auf den Plan rufen könnte", umreißt Gitzel die Problematik.
Deshalb ist die Geldpolitik derzeit so bedeutsam: Auf der ersten Sitzung unter dem frisch gekürten Zentralbankchef Kevin Warsh beließ die Fed den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Dabei lag die Inflation in den USA infolge des Iran-Konflikts zuletzt bei 4,2 Prozent. Üblicherweise reagieren Notenbanken auf eine hohe Inflation mit Zinserhöhungen, um die Teuerung zu dämpfen.
Ausgeschlossen ist das in den kommenden Monaten allerdings nicht. Die US-Währungshüter unterstrichen in ihrem Zinsausblick, dass sie dieses Jahr die geldpolitischen Zügel anziehen könnten.
"Zum Börsenliebling hat sich der neue Fed-Chef Warsh mit dem gestrigen Zinsentscheid nicht gemacht", kommentiert Christian Henke, Marktbeobchter beim Broker IG. "Angesichts des Iran-Krieges und der daraus resultierenden anziehenden Inflation sind weitere Zinssenkungen endgültig vom Tisch. Vielmehr hat die Federal Reserve Zinserhöhungen in Aussicht gestellt."
"Die Zinssorgen sind alles andere als vom Tisch, auch wenn die US Notenbank bei ihrer jüngsten Sitzung keine neuen Schockwellen ausgelöst hat", meint Timo Emden von Emden Research. "Das Thema Geldpolitik liegt wie ein Schatten über dem Parkett und erinnert die Anleger daran, dass der Zinspfad steiniger werden könnte als erhofft."
Steigende Zinsen sind am Aktienmarkt unbeliebt. Zum einen machen sie den Anleihenmarkt zu einer Anlagealternative. Zum anderen belasten die konjunkturdämpfenden Effekte höherer Zinsen auch die Unternehmensgewinne.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Federal Reserve könnte in den kommenden Monaten die geldpolitischen Zügel anziehen.
Likely · Within months
Die Situation am Persischen Golf wird die Märkte weiterhin beeinflussen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird die Vereinbarung zwischen Iran und den USA halten?
- Wie wird die Federal Reserve auf die Inflation reagieren?
- Wann wird sich der Ölmarkt wieder normalisieren?




