DAX startet schwach in den Oktober – Chipwerte gefragt
Zins- und Inflationssorgen belasten den deutschen Leitindex, während starke Zahlen von Micron Chipaktien antreiben.
Quick Look
- Der DAX ist schwach in den Oktober gestartet und unter die Marke von 25.000 Punkten gefallen.
- Belastet wird der Markt durch Zins- und Inflationssorgen sowie steigende Anleiherenditen.
- Positive Impulse kommen indes aus der Halbleiterbranche dank starker Micron-Zahlen.
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Why It Matters
Der DAX verzeichnete im September einen Verlust von vier Prozent. Gleichzeitig sorgen steigende Anleiherenditen international für Druck an den Aktienmärkten.
Im Spannungsfeld von Zins- und Inflationssorgen ist der DAX schwach in den Oktober gestartet. Kurz nach dem Börsenauftakt gab der deutsche Leitindex um 0,6 Prozent auf 25.060 Zähler nach, kurz darauf fiel sogar die runde Marke von 25.000 Punkten.
Den September hatte der DAX tags zuvor mit einem Verlust von insgesamt vier Prozent beendet und war dabei auch noch unter die für den mittel- bis langfristigen Trend wichtige 100-Tage-Linie gesackt. Diese hatte ihm die vergangenen Tage noch Halt gegeben. Inzwischen droht ein neuer Tiefststand seit Ende Juli.
Laut Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank bleiben die Anleiherenditen für den deutschen Aktienmarkt der wichtigste Taktgeber. "Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den DAX, der aus seiner Handelsspanne nach unten herauszufallen droht", schrieb der Experte.
Die stark gestiegenen Renditen an den US-Anleihemärkten und damit verbundenen Spekulationen auf eine baldige weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) haben auch dem Dollar zuletzt Auftrieb gegeben. Das setzt den Euro unter Druck.
Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1319 Dollar gehandelt und damit nochmals tiefer als am Vorabend. Nach einem Kursrutsch um rund drei Cent seit Ende August bewegt sich der Eurokurs mittlerweile auf dem tiefsten Niveau seit Mai 2025.
Neue Impulse könnten heute Konjunkturdaten liefern: In den USA wird der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht, ein wichtiger Stimmungsindikator. Besondere Aufmerksamkeit gelte der Beschäftigung, erklärten die Experten der Landesbank Helaba in ihrem Morgenkommentar. Sie liefere, zusammen mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die ebenfalls heute veröffentlicht werden, eine Indikation für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.
Positive Nachrichten gibt es derweil vom Ölmarkt: Sich erholende Rohölexporte aus der Golfregion und ein überraschender Anstieg der US-Lagerbestände haben die Versorgungsängste am Ölmarkt etwas gelindert. Die Preise für die Nordseesorte Brent und das US-Öl WTI fielen am Morgen in der Spitze um gut eineinhalb Prozent auf 96,55 beziehungsweise 88,79 Dollar je Fass. Im September hatte sich Brent um rund 14 Prozent, WTI um mehr als fünf Prozent verteuert.
"Eine erneute diplomatische Annäherung zwischen den USA und Iran könnte die geopolitische Risikoprämie weiter senken, ein Durchbruch bleibt jedoch ungewiss," sagte Sugandha Sachdeva von SS WealthStreet, einem in Neu-Delhi ansässigen Finanzforschungsunternehmen.
Anleger hoffen zwar, dass die USA und Iran ihre Verhandlungen zur Beendigung des seit sieben Monaten andauernden Krieges wieder aufnehmen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt aber bestritten, eine Lockerung der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Gelder als Gegenleistung für nukleare Zugeständnisse seitens Teherans angeboten zu haben.
Hierzulande ist die Stimmung in der Elektroindustrie offenbar prächtig. Das ifo-Geschäftsklima für die Branche ist im September erneut gestiegen - um 8,3 Punkte auf 24,8, wie das Münchner ifo-Institut mitteilt. Das ist der beste Wert seit Jahren. Insbesondere die aktuelle Geschäftslage wird besser eingeschätzt.
"Die Elektroindustrie entwickelt sich zunehmend zur Konjunkturlokomotive innerhalb der deutschen Industrie", sagte ifo-Experte Klaus Wohlrabe. "Während viele Industriebranchen noch mit einer schwachen Nachfrage kämpfen, laufen hier die Geschäfte bereits deutlich besser."
Unter den Einzelwerten rücken heute Chip-Werte in den Fokus: Ein optimistischer Ausblick des US-Herstellers Micron schiebt die Chip-Werte an. Im DAX stehen die Papiere von Infineon mit einem Plus von 1,9 Prozent im frühen Frankfurter Handel an der Spitze. Im MDAX legen die Aktien von Aixtron 2,1 Prozent zu, Suss Microtec gewinnen im SDAX 1,9 Prozent.
Die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherchips hat Micron zu einem weiteren Rekordquartal verholfen. Das Unternehmen verfünffachte seinen Umsatz in den vergangenen drei Monaten auf 54,23 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn verelffachte sich auf 33,42 Dollar je Aktie. Alle diese Kennzahlen lagen deutlich über den Markterwartungen. "Für das Geschäftsjahr 2026/2027 erwarten wir noch bessere Ergebnisse", sagte Sanjay Mehrotra, der Chef des Halbleiter-Herstellers.
"Diese hervorragenden Geschäftszahlen und Prognosen dürften allen Zweiflern an der Nachhaltigkeit des KI-Ausbaus endgültig den Wind aus den Segeln nehmen", sagte Bob O’Donnell, Chefanalyst beim Research-Haus TECHnalysis.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Veröffentlichung des ISM-Index und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie fällt der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag aus?
- Setzen die USA und Iran ihre Atomverhandlungen fort?




