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DAX steigt dank SAP, aber Märkte bleiben angespannt
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Tagesschau Wirtschaft6 hours agoBusiness3 min readGermany

DAX steigt dank SAP, aber Märkte bleiben angespannt

Quick Look

  • Der DAX schloss nach einem Kursrutsch im Plus, angetrieben von SAPs starkem Quartalsergebnis.
  • Trotzdem bleiben die Märkte wegen des Nahostkonflikts, KI-Zweifeln und geldpolitischer Unsicherheiten angespannt.
  • VW senkt Prognose, Ölpreise steigen, und neue US-Zölle belasten die Stimmung.

AI-generated summary

Why It Matters

Nach einem Kursrutsch erholte sich der DAX dank SAPs starkem Quartalsergebnis, doch die Märkte bleiben wegen geopolitischer Konflikte, KI-Zweifeln und geldpolitischer Unsicherheiten angespannt. Steigende Ölpreise und neue US-Zölle tragen zur globalen Nervosität bei.

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Nach dem Kursrutsch am Vortag ist es das Schwergewicht SAP, das dem DAX zu einem gewinnbringenden Handelsende verhilft. In dessen Schlepptau steigt der deutsche Leitindex bis Handelsende über 25.000 Punkte. Am Ende stehen 1,4 Prozent Plus bei 25.099,00 Punkten auf der Kurstafel.

Doch nach einer Woche mit Höhen und Tiefen sehen Experten wenig Grund für Optimismus: "Von unbeschwerter Sommer-Sorglosigkeit kann an den Märkten weiterhin keine Rede sein", schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Das Börsenfahrwasser bleibe angesichts des Nahostkonflikts, wachsender KI-Zweifel und geldpolitischer Unwägbarkeiten rau.

Die SAP-Aktie steigt überdurchschnittlich stark, nachdem Investoren die Quartalsbilanz von Europas größtem Softwarehersteller wohlwollend betrachten. SAP hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient: Der Gesamtumsatz legte im zweiten Quartal im Jahresvergleich um neun Prozent auf 9,88 Milliarden Euro zu, der Cloudumsatz zog unerwartet kräftig um 22 Prozent an. Allerdings senkt SAP seinen Ausblick für das operative Ergebnis 2026 wegen neuer Zukäufe. Trotzdem ist die Aktie Tagesgewinner im DAX. Seit Jahresbeginn hat sie allerdings gut 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Zur Wochenmitte hatten insgesamt die Zweifel von Investoren neue Nahrung bekommen, inwieweit die steigenden KI-Ausgaben sich rechnen. An der Börse waren Alphabet-Aktien abgestraft worden, weil das Unternehmen von weiter steigenden KI-Ausgaben berichtet hatte. Das belastet die Stimmung seither zusätzlich an den Börsen in dieser Branche.

Am anderen Ende der Kursliste notiert vor dem Wochenende die Aktie von Volkswagen nach Quartalszahlen. Die Bilanz des Autoherstellers bietet ein schwaches Bild: Mit Rückgängen beim Umsatz, beim operativen Gewinn wie auch unter dem Strich senkte VW seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr, an seinen Gewinnerwartungen hält der Konzern fest.

Im zweiten Quartal ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück. 3,8 Prozent Marge erreicht VW derzeit. Nun sollen weitere Sparmaßnahmen greifen: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand - zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen.

Auch die Ölpreise sind erneut eine Belastung, für die deutsche Wirtschaft wie für die Weltwirtschaft: Über Nacht war die Nordseesorte Brent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 102 Dollar gestiegen. Aktuell kostet ein Fass knapp 98 Dollar.

Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi-Miliz auf saudi-arabische Tanker im Roten Meer und ein kaum mehr aktiver Tankerverkehr durch die wichtige Straße von Hormus sind die Preistreiber. "Zwei der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt sind im selben Monat bedroht, und die Märkte fangen gerade erst an zu begreifen, was das bedeutet", sagte Nigel Green, Chef der Finanzberatung deVere Group.

Der rasant steigende Ölpreis schürt wenige Tage vor der nächsten Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) neue Inflationssorgen und treibt die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Anfang 2025.

Im Fokus steht heute erneut die Handelspolitik. Nach 150 Tagen liefen die Import-Zölle der USA gegen viele Staaten - darunter die EU - aus. Die Administration in Washington setzte umgehend neue auf: Zölle von zehn und 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union. Die EU-Kommission erwartet trotz neuer US-Zölle, dass sich die Vereinigten Staaten an das im vergangenen Jahr geschlossene Handelsabkommen halten. China warnt vor einem neuen Handelskrieg.

Zwischen all den Nachrichten tendiert die Wall Street uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte steigt, wie auch der breiter gefasste S&P 500. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert hingegen moderat. Dabei gab es auch positive Nachrichten aus dem Tech-Sektor.

Das Geschäft des Chipkonzerns Intel profitiert nach einer langen Durststrecke von der boomenden Halbleiter-Nachfrage beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz des Chip-Pioniers im Jahresvergleich auf 16,1 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn pro Aktie auf 42 US-Cent. Auch Intels Ausblick auf das laufende Quartal lag deutlich über den Markterwartungen. Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel um rund zwölf Prozent.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die US-Notenbank Federal Reserve wird in ihrer nächsten Zinssitzung auf die steigenden Inflationssorgen reagieren.

    Likely · Within days

  • Volkswagen wird weitere Sparmaßnahmen umsetzen, einschließlich Stellenabbau und Werksschließungen.

    Very likely · Within months

Open Questions

  • Wie wird die EU auf die neuen US-Zölle reagieren?
  • Welche Auswirkungen haben die Sparmaßnahmen bei Volkswagen auf die Belegschaft?
  • Wie wird die Fed auf die steigenden Inflationssorgen reagieren?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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