Eine Reform der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren benachteiligt laut DIW-Berechnungen vor allem Frauen.
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Das DIW hat berechnet, welche Folgen eine Reform der Frührente für besonders langjährig Versicherte hätte.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat berechnet, welche Folgen eine solche Reform hätte. Die Ergebnisse zeigen eine eindeutige Verlierergruppe: Frauen.
Rund ein Drittel des Geburtsjahrgangs 1958, den das DIW untersucht hat, machte von der „Rente für besonders langjährig Versicherte“ Gebrauch – und verließ nach mindestens 45 Beitragsjahren vorzeitig den Arbeitsmarkt. Darunter waren 153.470 Männer und 123.658 Frauen. Der Knackpunkt: Kinder- und Pflegezeiten haben fast ausschließlich die Frauen angesammelt. Ohne Anrechnung dieser Zeiten hätten 52,1 Prozent weniger Frauen Anspruch auf die Frührente, Männer hingegen wären kaum beeinträchtigt (-0,5 Prozent).
Problematisch zudem: Während die Idee der Union für Verwerfungen zwischen den Geschlechtern sorgen dürfte, hätte sie nur eine relativ geringe Sparwirkung. Die Kosten lägen 20,6 Prozent niedriger als heute, kalkuliert das DIW.
DIW-Experte fordert Kurswechsel bei der Frührente
Die abschlagsfreie Frührente ließe sich auch einschränken, indem die Grenze von derzeit 45 auf 47 Versicherungsjahre steigt; eine Alternative, die in der Politik diskutiert wird. Laut DIW wäre der finanzielle Effekt größer als bei der angedachten Änderung der Kinder- und Pflegezeiten. Allerdings wären auch in einem solchen Szenario die Frauen benachteiligt: 38,3 Prozent der Männer und 51,2 Prozent der Frauen des Jahrgangs 1958 hätten ihren Frührentenanspruch verloren.
„Bei der Frührente gibt es keinen einfachen Kompromiss“, mahnt DIW-Ökonom Niklas Döhler. Er plädiert dafür, die Frührente wie ursprünglich geplant abzuschaffen – und im Gegenzug Rentnerinnen und Rentner zu unterstützen, die nur geringe Bezüge erhalten.

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