Demonstrationen: Frankreich protestiert weiter – Teilnehmerzahl nimmt ab
Tausende Menschen protestieren gegen Lebenshaltungskosten und Bildungspolitik, während die Regierung mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften reagiert.
Quick Look
- In Frankreich demonstrierten erneut Tausende gegen hohe Lebenshaltungskosten und das Bildungssystem.
- Trotz eines massiven Polizeiaufgebots blieb die Lage weitgehend unter Kontrolle, wobei es in Städten wie Lyon zu vereinzelten Zwischenfällen kam.
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Why It Matters
Die Proteste finden den vierten Samstag in Folge statt und richten sich gegen die aktuelle Wirtschafts- und Bildungspolitik der französischen Regierung.
Paris. In Frankreich sind erneut Tausende Menschen dem Protestaufruf von Gewerkschaften, Jugendorganisationen und der Gelbwestenbewegung gefolgt. Aus Kreisen des französischen Innenministeriums hieß es, dass es im Vergleich zu den vergangenen Wochenenden einen deutlichen Rückgang der Zahl der Demonstrierenden gebe. Um 14 Uhr, bevor die zentralen Protestzüge sich in Bewegung setzten, seien es rund 7000 Personen gewesen. 18 Menschen seien festgenommen und mehr als 15.600 präventive Kontrollen durchgeführt worden. Die Lage im Staatsgebiet sei „insgesamt ruhig und unter Kontrolle“.
Um Innenstädte zu schützen, gelten teils Demonstrationsverbote, etwa in Lyon. Dort fanden sich Medienberichten zufolge Menschen ohne offizielle Anmeldung zusammen, demnach gab es auch erste Einsätze von Tränengas. In Bordeaux verhängte die Präfektur eine Ausgangsbeschränkung für unbegleitete Minderjährige von 20 Uhr am Samstagabend bis 7 Uhr am Sonntag. In Paris wurde etwa eine Kundgebung der Gelbwesten nicht erlaubt, die Demonstration der Gewerkschaften dagegen schon. Die Polizeipräfektur setzte einen Hubschrauber zur Koordination und Überwachung ein. Bis 11 Uhr führte sie zudem unter anderem an Bahnhöfen 847 Kontrollen durch, wie sie auf der Plattform X mitteilte.
Auf dem zentralen Platz der Republik in Paris, von wo aus der genehmigte Zug am frühen Nachmittag startete, musizierten, sangen und tanzten am Mittag Menschen, wie Fernsehbilder zeigten. Sie demonstrieren den vierten Samstag in Folge unter anderem gegen hohe Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungssystem. Die jungen Menschen seien nach wie vor entschlossen und wütend, sagte die Generalsekretärin der Studierendenvereinigung Unef, Manon Moret, vor Ort. Die Regierung sei nicht auf ihre Forderungen eingegangen. Am Dienstag sind bereits weitere Proteste geplant.
Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte wieder ein großes Polizeiaufgebot angekündigt. Wie an den vergangenen Wochenenden sollen 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, zudem gepanzerte Fahrzeuge und Wasserwerfer. In sozialen Netzwerken gebe es erneut Aufrufe zu Gewalt gegen Beamte, öffentliche Gebäude und Geschäfte, sagte Nuñez. Er kündigte an, hart gegen Randalierer und Plünderer vorzugehen.
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