
Warum das Unverständnis Moskaus gegenüber der ukrainischen Identität eine Gefahr für Europa darstellt
Anlässlich des ukrainischen Nationalfeiertags analysiert der Text die russische Propaganda, die den Unabhängigkeitstag 1991 als Kriegsgrund umdeutet, und kritisiert das russische Unverständnis für die ukrainische Identität als Bedrohung für Europa.
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Die Ukraine erklärte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit vom zerfallenden Sowjetreich. Der Text thematisiert die historische und aktuelle Ablehnung dieser Souveränität durch das russische Regime.
Der ukrainische Nationalfeiertag am Montag ist auch von Propagandisten des russischen Regimes gewürdigt worden – auf ihre Weise: Sie stellen den Tag der Unabhängigkeitserklärung durch das Parlament in Kiew am 24. August 1991 als Ursprung des heutigen Kriegs dar. Das ist Unsinn, wie fast alles, was aus dem heutigen Moskau noch zur Geschichte der ukrainisch-russischen Beziehungen zu hören ist. Als die Ukraine unabhängig wurde, war ein Konflikt mit Moskau nicht zwangsläufig.
Das Unverständnis der Russen für die Ukraine
Eine überwältigende Mehrheit der Ukrainer wollte einen eigenen Staat. Aber das bedeutete nicht Feindschaft zu Russland. Das Problem liegt bei den Russen. Ein großer Teil von ihnen, bis weit hinein in den liberalen, weltoffenen Teil der russischen Gesellschaft, konnte oder wollte nicht verstehen, dass die Ukrainer sich selbst nicht als Russen betrachten.
Auch dieses Unverständnis hätte nicht zum Konflikt führen müssen, würden in Russland nicht Kräfte herrschen, die den Ukrainern ihre Sprache und ihre Kultur, Eigenständigkeit und Existenzberechtigung absprechen. Moskaus Machthaber beanspruchen das Recht, mit Gewalt nicht nur über das Land, sondern auch die Identität der Ukrainer zu bestimmen. Diese Haltung macht sie zu einer Gefahr für ganz Europa – und deshalb ist es gut, dass die Europäer am ukrainischen Nationalfeiertag ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigt haben.

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