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Deutsche Exportwirtschaft vor Belebung: Zwischen Zuversicht und Sorgen
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Spiegel Wirtschaft1 hour agoBusiness2 min readGermanyView translation

Deutsche Exportwirtschaft vor Belebung: Zwischen Zuversicht und Sorgen

Ifo-Institut sieht Optimismus bei Exporteuren so hoch wie seit viereinhalb Jahren nicht. Maschinenbau warnt jedoch vor Abwanderung der Forschung.

Quick Look

  • Die deutsche Exportwirtschaft zeigt laut Ifo und Verbänden erste Anzeichen einer Belebung, getrieben durch den KI-Boom und das Europageschäft.
  • Während die Elektroindustrie ein starkes Auftragsplus verzeichnet, warnt der Maschinenbau vor der Abwanderung von Forschung ins Ausland.

AI-generated summary

Why It Matters

Die deutsche Wirtschaft kämpft seit längerem mit hoher Standortbelastung und schwächelnden Exporten.

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»Die Exportindustrie ist nicht mehr der Bremsklotz der deutschen Wirtschaft – aber auch noch nicht ihr Zugpferd«, sagte der Leiter Volkswirtschaft der Fondsgesellschaft Union Investment, Michael Herzum. »Positive Überraschungen sind im zweiten Halbjahr möglich – ein Exportboom aber nicht.« Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) teilte mit, von einem stabilen Aufschwung der deutschen Exportwirtschaft könne noch keine Rede sein. Die deutsche Außenwirtschaft zeige Widerstandskraft. Die Politik müsse durch grundlegende Reformen den Standort stärken und die Unternehmen entlasten.

Für die kommenden Monate zeichnet sich aber eine Belebung ab: Ein starkes Europageschäft und der KI-Boom lassen die deutschen Exporteure laut Ifo-Institut so optimistisch nach vorn blicken wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. »Die Exportwirtschaft nimmt Fahrt auf«, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. So sei etwa für den Bau von Rechenzentren in vielen Bereichen deutsche Technik gefragt.

VDMA warnt vor Verlust von Forschung

Eine Warnung kam allerdings vom Maschinenbauverband VDMA. Er warnt vor einer Abwanderung industrieller Forschung ins Ausland. 69 Prozent der befragten Mitgliedsfirmen hätten angegeben, dass sie ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Ausland ausbauen würden, teilte der Verband mit. »Das ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland – auch weil wir mit 190.000 Ingenieuren wichtigster Wertschöpfungspartner für neue Produkte und Prozesse der Wirtschaft sind«, sagte der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen. Zwar investierten die Firmen im Maschinenbau auch weiter an ihren Stammsitzen in Deutschland. Es gebe aber Umsatzrückgänge und hohe Standortkosten. Die Bundesregierung müsse die Voraussetzungen für Investitionen und Innovationen schaffen.

In der Elektroindustrie läuft es gut

Während viele Branchen noch auf eine Trendwende warten, verzeichnet die deutsche Elektro- und Digitalindustrie ein kräftiges Auftragsplus. Im Juli lagen die Auftragseingänge um 32,6 Prozent über dem Vorjahr, teilte der Branchenverband ZVEI mit. Getrieben wurde die Entwicklung demnach von Großaufträgen aus dem Inland, die um 67,3 Prozent zulegten. Aber auch die Bestellungen ausländischer Kunden hätten sich um 8,6 Prozent erhöht, erklärte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann

Dem Verband zufolge erhöhten die Unternehmen der Branche angesichts der florierenden Geschäfte sowohl ihre Produktions- als auch ihre Stellenpläne. Im kommenden Quartal wolle mehr als ein Viertel der Unternehmen den Output erhöhen. »Zudem drehten die Einstellungsabsichten nach mehr als drei Jahren erstmals wieder ins Plus«, erklärte Gontermann. Ende des ersten Halbjahres 2026 waren 864.600 Beschäftigte in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie tätig, 1,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Laut Ifo-Institut stieg das Geschäftsklima in der Elektroindustrie im August auf 16,0 Punkte und damit den höchsten Wert seit Mai 2023. Vor allem die Erwartungen an die kommenden Geschäfte seien deutlich optimistischer ausgefallen. »Die Elektroindustrie gehört derzeit zu den wenigen Bereichen der Industrie, in denen die Geschäfte gut laufen«, erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Hinter der Entwicklung stehe vor allem die Digitalisierung. »Der Ausbau von Rechenzentren, die Investitionen in Künstliche Intelligenz und die Automatisierung in den Kundenbranchen schlagen direkt auf die Auftragsbücher durch.« Das sei kein kurzfristiges Strohfeuer.

Gute Chancen auf ein dauerhaft höheres Wirtschaftswachstum

Auch eine Studie bescheinigt dem Standort Deutschland trotz der aktuellen Konjunkturkrise grundsätzlich eine gute Ausgangslage. Deutschland hat nach Einschätzung der staatlichen Förderbank KfW gute Chancen auf ein dauerhaft höheres Wirtschaftswachstum. Ein Potenzialwachstum von mehr als einem Prozent jährlich sei im kommenden Jahrzehnt erreichbar, heißt es in der Studie.

Zuletzt war dieses von knapp zwei Prozent im Jahr 2015 auf nur noch leicht über null gefallen. Voraussetzung für den Umschwung sei, dass Deutschland gezielt die drei Wachstumskräfte Arbeit, Kapital und Produktivität stärke.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Elektroindustrie erhöht im kommenden Quartal den Output und die Einstellungen

    Likely · Within months

Open Questions

  • Welche konkreten Reformen plant die Bundesregierung?
  • Wie stark wandert die Forschung tatsächlich ab?

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This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

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