Deutsche Handelskammer in China fordert Dialog und sektorspezifische Maßnahmen vor EU-China-Handelsgesprächen
Quick Look
- Vor der China-Reise von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic fordert die Deutsche Handelskammer in China Dialog und gezielte, sektorspezifische Instrumente im Handelsstreit statt pauschaler Zölle.
- Laut ihrer Geschäftsklimaumfrage erwarten 80 Prozent der Unternehmen Auswirkungen bei einem eskalierenden Handelskonflikt, wobei 33 Prozent erhebliche und 47 Prozent moderate Folgen sehen.
- Sefcovic soll am Donnerstag und Freitag in Peking mit Chinas Handelsminister Wang Wentao zusammentreffen.
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Why It Matters
Die EU und China befinden sich in angespannten Handelsverhandlungen aufgrund eines erheblichen Handelsungleichgewichts, bei dem die EU deutlich mehr aus China importiert als exportiert. Peking weist Kritik an Überkapazitäten und Handelsüberschüssen als protektionistisch zurück.
Vor der China-Reise von EU-Handelskommissar Maros Sefcovic wirbt die Deutsche Handelskammer in China für Dialog und gezielte Maßnahmen im Handelsstreit. «Entscheidend ist, dass China in den Dialogen neben bestehenden Herausforderungen auch als Partner berücksichtigt wird», erklärte Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Kammer in Nordchina, laut einer Mitteilung.
Die EU solle ihre Maßnahmen auf die Probleme einzelner Branchen zuschneiden. «Wir plädieren deshalb für EU-Initiativen, die Nutzen und Risiken abwägen und auf gezielte, sektorspezifische Instrumente setzen, anstatt pauschale Zölle oder allgemeine Vorgaben zu erlassen», sagte Oehms.
Er verwies zugleich auf die Vorteile der Zusammenarbeit: Deutsche Unternehmen entwickelten in China zunehmend Wissen, das auch den deutschen Konzernzentralen zugutekomme und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken könne. Die Wirtschaftspolitik solle diesen Austausch fördern, wo er beiden Seiten nütze.
Viele Firmen erwarten Folgen einer Eskalation
Anlässlich der geplanten Reise veröffentlichte die Kammer vorab ein Ergebnis ihrer diesjährigen Geschäftsklimaumfrage. Die Unternehmen sollten einschätzen, wie stark ihr Geschäft betroffen wäre, wenn die laufenden Handelsverhandlungen zwischen der EU und China keine greifbaren Ergebnisse brächten und eine mit einem Handelskonflikt vergleichbare Lage entstünde. Für diesen Fall erwarten 33 Prozent erhebliche und 47 Prozent moderate Auswirkungen auf ihr China-Geschäft. Insgesamt rechnen damit 80 Prozent mit Folgen. 14 Prozent erwarten keinen Einfluss.
Handelsgespräche in Peking geplant
Sefcovic wird am Donnerstag und Freitag in Peking für Gespräche mit Chinas Handelsminister Wang Wentao erwartet. Die EU dringt auf einen Abbau des Ungleichgewichts im Handel mit China. Sie kauft deutlich mehr Waren aus der Volksrepublik, als sie dorthin verkauft. Peking weist die Kritik an seinen Handelsüberschüssen und Überkapazitäten als protektionistisch zurück.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Gespräche zwischen Sefcovic und Wang Wentao werden zu keiner unmittelbaren Einigung führen, sondern zunächst weitere Verhandlungen vereinbaren.
Likely · Within days
Open Questions
- Welche konkreten sektorspezifischen Instrumente schlägt die Deutsche Handelskammer vor?
- Wie reagieren chinesische Unternehmen auf die vorgebrachte Kritik?
- Welche konkreten Ergebnisse erwarten die Unternehmen von den bevorstehenden Gesprächen in Peking?





