Deutscher Aktienmarkt startet mit Gewinnen – Blick auf US-Zinsentscheid und Ölpreise
DAX legt zum Handelsbeginn zu, während Anleger auf die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve blicken.
Quick Look
- Trotz Nervosität vor dem US-Zinsentscheid ist der DAX mit moderaten Gewinnen gestartet.
- Sinkende Ölpreise und Kauflaune stützen den Markt, während eine Zinserhöhung der Fed erwartet wird.
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Why It Matters
Anleger warten gespannt auf den Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve und bewerten die Einflüsse hoher Energiepreise.
Trotz der Nervosität vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid in den USA ist der deutsche Aktienmarkt heute mit moderaten Gewinnen gestartet. Der DAX legte zum Handelsbeginn knapp 0,5 Prozent auf 25.517 Punkte zu. Schnäppchenjäger seien offenbar wieder bereit einzusteigen, heißt es aus dem Handel. Schon am Dienstag hatte sich der deutsche Leitindex nach den Verlusten zu Wochenbeginn etwas stabilisiert.
Viele Anlegerinnen und Anleger setzen laut Experten darauf, dass der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und ein möglicher neuer Preisdeckel für Energie Ruhe auf das Parkett zurückbringt. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angekündigt, angesichts der hohen Spritpreise für Entlastungen zu sorgen. Das "genaue Instrumentarium" stehe allerdings noch nicht fest.
Stützend wirken auch sinkende Ölpreise, die den Höhenflug der vergangenen Handelstage vorerst nicht fortsetzen. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November gab am Morgen um gut 0,7 Prozent auf knapp 108 Dollar nach.
US-Energieminister Chris Wright hatte eine schnelle Inbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien in Aussicht gestellt. Die nach Drohnenangriffen der Huthi-Rebellen abgeschaltete Ost-West-Pipeline werde "sehr bald" wieder in Betrieb sein. "Dies wird eine kurze und vorübergehende Unterbrechung sein. Sie wird sich in Tagen bemessen", sagte er dem US-Sender CNBC.
Die Ost-West-Pipeline hat für den Ölmarkt eine große Bedeutung, weil sie unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann.
Größere Kursgewinne im DAX werden heute trotzdem nicht erwartet. Denn angesichts eines robusten Arbeitsmarktes in den USA und der durch den Krieg im Nahen Osten angeheizten Inflation rechnen Investoren fest mit einer Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird dem FedWatch-Tool der CME Group zufolge auf 92,4 Prozent geschätzt.
Auf seiner dritten Zinssitzung könnte der neue Vorsitzenden Kevin Warsh also erstmals die Leitzinsen anheben. Entscheidend wird Strategen zufolge aber eher sein, wie er die Inflationsrisiken bewertet und ob weitere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt werden. "Dieser Ausblick birgt das höchste Überraschungspotenzial und wird die finale Richtung für die europäischen Aktienmärkte für den Rest der Woche schonungslos diktieren", sagt ActivTrades-Analyst Frank Sohlleder.
Höhere Zinsen sind in der Regel schlecht für die Aktienmärkte, weil Anleihen attraktiver werden und die Finanzierungskosten der Unternehmen steigen. Es wäre die erste Anhebung in den USA seit mehr als drei Jahren. Im Vorfeld kletterte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen über die Marke von fünf Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2007. Am New Yorker Aktienmarkt hatten am Dienstag deshalb alle Indizes im Minus geschlossen.
Die asiatischen Börsen haben dagegen heute zugelegt. Sie reagierten damit auf den leichten Rückgang der Ölpreise. Vor der US-Zinsentscheidung am Abend blieben die Zuwächse allerdings überschaubar. Der japanische Nikkei 225 erholte sich um 0,7 Prozent auf 63.923 Punkte. Der südkoreanische Kospi kletterte um 1,4 Prozent und der australische Index um 0,3 Prozent auf 8.697 Punkte. Auch an den chinesischen Börsen ging es leicht nach oben.
Unter Druck steht derweil der Bitcoin: Der Kurs der größten Kryptowährung fiel am Abend zeitweise um bis zu fünf Prozent auf unter 75.000 Dollar - das ist der tiefste Stand seit August. Auslöser war, dass US-Präsident Donald Trump und seine Republikaner im Kongress eine empfindliche Niederlage erlitten haben. Der Senat blockierte ein Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen. Es sollte einen rechtlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen.
Audi-Chef Gernot Döllner will den Ingolstädter Autobauer angesichts der Branchenkrise und des Spardrucks im Volkswagen-Konzern intern neu aufstellen. "Wir werden kompaktere Organisationen brauchen, schnellere Prozesse und schnellere Entscheidungen", sagte der Manager der Augsburger Allgemeinen. Mit Sparen allein lasse sich die Zukunft nicht gestalten. "Wir erleben eine grundlegende Disruption unserer Industrie", fügte er hinzu. Audi befinde sich in einer Phase, in der die Effizienz deutlich gesteigert und zugleich das Geschäftsmodell weiterentwickelt werden müsse.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Mögliche Anhebung der US-Leitzinsen um 25 Basispunkte durch die Federal Reserve
Very likely · Within hours
Open Questions
- Wie hoch fällt die Zinserhöhung der Fed aus?
- Wann genau wird die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien wiedereröffnet?







