Deutschland droht mit schlechten Wachstumsperspektiven und Investitionsstreik
Quick Look
- Deutschlands Wachstumsaussichten sind düster, das Potenzialwachstum liegt nahe null.
- Ein Investitionsstreik, bedingt durch hohe Kosten und lange Genehmigungszeiten, bremst die Produktivität.
- McKinsey-Studie zeigt dramatisch niedrige Netto-Investitionen im Vergleich zu anderen Ländern.
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Why It Matters
Deutschlands Potenzialwachstum liegt aufgrund der Demografie nahe null. Die Produktivitätsfortschritte sind seit Jahren rückläufig oder negativ.
Die Wachstumsperspektiven für Deutschland sind schlecht. Das sogenannte Potenzialwachstum liegt aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren nur knapp über null. Die einzige Hoffnung auf Wirtschaftswachstum und damit auf eine gewisse Entschärfung der Verteilungskonflikte läge in der Erhöhung der Produktivität. Doch schon seit Jahren sind die Produktivitätsfortschritte nicht nur rückläufig, sondern zum Teil sogar negativ.
Der Grund hierfür ist ein echter Streik der Investoren. Schon lange sind die hiesigen Unternehmen Nettosparer. Sie investieren also weniger, als sie könnten. Wie dramatisch die Situation ist, dokumentiert die McKinsey-Standortstudie „Catalyzing Competitiveness“. Demnach betrugen die produktiven Netto-Investitionen in Deutschland nur noch 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – vor der Finanzkrise waren es noch zwei Prozent. Zum Vergleich: China erreicht 23 Prozent, Indien 14 Prozent, die USA vier Prozent, die EU im Schnitt zwei Prozent.
Der Investitionsstreik lässt sich leicht erklären. Über die gesamte Lebensdauer einer Investition liegt der Kostennachteil des Standorts Deutschland – je nach Branche – bei 40 bis 250 Prozent. Eine Nicht-Wohnbau-Genehmigung dauert 200 Tage – in den USA sind es 60 Tage, in China 40 Tage. Außerdem kostet es mehr, in Deutschland zu bauen, und es dauert länger.
Open Questions
- Wann wird sich die Investitionsbereitschaft erholen?
- Welche politischen Maßnahmen sind geplant?






