Deutschland-Gipfel: Frankreich als Vorbild: „Choose-France-Gipfel haben gezeigt, wie man durch gute Stimmung Investitionen ins Land holt“
Quick Look
- Trotz Schulden- und Haushaltskrise verbreitet Frankreich bessere Stimmung bei der Suche nach internationalem Kapital als Deutschland.
- Auf dem Deutschland-Gipfel betonen Experten wie Philipp Freise von KKR die Notwendigkeit, Reformversprechen glaubhaft umzusetzen, um Investoren zu gewinnen.
- Frankreichs ‚Choose France‘-Gipfel unter Macron dient als Vorbild, während Deutschland mit seinem Invest in Germany Summit am 20.
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Why It Matters
Deutschland befindet sich trotz wirtschaftlicher Substanz in einem Vertrauensdefizit bei internationalen Investoren aufgrund früherer Jahre mit schlechter Stimmung. Frankreich hat unter Präsident Macron mit den ‚Choose France‘-Gipfeln gezeigt, wie durch gezielte Veranstaltungen Investitionen gewonnen werden können. Die Bundesregierung plant einen eigenen Invest in Germany Summit, um privates Kapital für Wirtschaft und Infrastruktur zu mobilisieren.
Trotz Schulden- und Haushaltskrise – bei der Suche nach internationalem Kapital verbreitet Frankreich bessere Stimmung als Deutschland. Was die Bundesregierung tun sollte.
Deutschland-Gipfel: Dorothee Blessing, Philipp Freise, Nicola Fuchs-Schündeln (v.l.). Foto: Marc-Steffen Unger / Handelsblatt
Frankfurt. Der deutschen Wirtschaft fehlt es nicht an wirtschaftlicher Substanz, aber die schlechte Stimmung der vergangenen Jahre schreckt internationale Investoren noch immer ab. Davon ist Philipp Freise, Co-Chef European Private Equity beim Finanzinvestor KKR, überzeugt.
Auf dem Deutschland-Gipfel von Handelsblatt und Wirtschaftswoche konstatiert Freise nach der „Lähmung“ zwar eine neue Aufbruchstimmung. Aber die Investoren würden ganz genau beobachten, ob die politischen Reformversprechen auch umgesetzt würden.
Deshalb gehe es beim anstehenden Investitionsgipfel der Bundesregierung vor allem darum, die neue Aufbruchstimmung und den Reformwillen glaubhaft zu vermitteln. Als Vorbild sieht Freise dabei Frankreich. Präsident Emmanuel Macron habe mit seinen „Choose France“-Gipfeln gezeigt, „wie man durch gute Stimmung Investitionen ins Land holt“.
Mit ihrem „Invest in Germany Summit“ am 20. Oktober will die Bundesregierung große internationale Finanzinvestoren gewinnen, um zusätzliches privates Kapital für die deutsche Wirtschaft und Infrastruktur zu mobilisieren.
Im vergangenen Jahr sind die ausländischen Investitionen (Foreign Direct Investment, FDI) in Deutschland sprunghaft gestiegen. Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen, dass internationale Unternehmen 2025 rund 86 Milliarden Euro und damit 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor investierten. Damit stabilisierten sich die Investitionen nach einem Einbruch wieder.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland aber nicht an der Spitze. Die Berater von EY messen Jahr für Jahr, wie attraktiv Europas Staaten für ausländische Investitionen sind. Frankreich liegt im EY-Attractiveness-Barometer zum siebten Mal vorn, Deutschland auf Platz drei hinter Großbritannien.
Frankreichs Präsident Macron hatte Anfang Juni rund 200 Firmenchefs im Schloss Versailles bei Paris versammelt. Beim neunten „Choose France“-Gipfel konnte der Präsident Investitionen in Frankreich mit einer Rekordsumme von 93 Milliarden Euro vermelden.
„Schöpferische Zerstörung“ zulassen?
Ähnlich wie Freise sieht auch der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr in Deutschland eine solide wirtschaftliche Substanz, allerdings fehle es am Willen, diese Substanz zu verändern, auch durch „schöpferische Zerstörung“. Bei der Neuverteilung der wirtschaftlichen Ressourcen in Richtung neuer Wachstumssektoren legten andere Länder ein deutlich schnelleres Tempo vor.
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Diese Neuverteilung müsse auch den Arbeitsmarkt erfassen, sagte Nicola Fuchs-Schündeln, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. „Die Talente sind da“, sagte Fuchs Schündeln, aber oft fehle die Mobilität.
Die Ökonomin fordert deshalb innovative politische Anreize, den Arbeitgeber zu wechseln. Dadurch lasse sich der Wissenstransfer zwischen den Unternehmen optimieren.
Nach Einschätzung von Dorothee Blessing, Global Head of Investmentbanking Coverage bei JP Morgan, fehlt es nicht an internationalem Kapital für Deutschland sondern an investierbaren Projekten. Deshalb sei es so wichtig, durch Veranstaltungen wie den Deutschland-Gipfel verlässliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privatem Kapital zu schaffen.
Mehr: Was Deutschland für ein neues Wirtschaftswunder braucht – und Wirtschaftschefs dafür fordern
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Invest in Germany Summit der Bundesregierung am 20. Oktober wird internationale Finanzinvestoren ansprechen und erste Zusagen für Investitionen in Deutschland generieren.
Likely · Within weeks
Frankreich wird seine Führungsposition im EY-Attractiveness-Barometer auch in den kommenden Jahren behalten, solange die ‚Choose France‘-Gipfel fortgesetzt werden.
Possible · Within months
Open Questions
- Welche konkreten Reformen plant die Bundesregierung, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen?
- Wie wird der Invest in Germany Summit am 20. Oktober strukturiert und welche Ziele werden verfolgt?
- Welche spezifischen Hemmnisse verhindern derzeit die Mobilität von Arbeitskräften in Deutschland trotz vorhandenem Talent?
- Welche Kriterien machen ein Projekt in Deutschland ‚investierbar‘ aus Sicht internationaler Kapitalgeber?





