Die kuriose Geschichte von Isar Aerospace: Vom Start-up zum Raumfahrtkonzern
Abwerbungsversuch von Musk, Motorentests auf dem Bauernhof, Fabrik in Kanada: Wie ein Münchener Start-up Deutschland zur Raumfahrtnation macht.
Quick Look
- Die Gründer von Isar Aerospace haben in München eine Raketenfirma aufgebaut, die Europa im globalen Raumfahrtrennen positionieren soll.
- Ein Handelsblick-Einblick in die Entstehungsgeschichte, den ersten erfolgreichen Raketenstart in Norwegen und den bevorstehenden Abschied von Technikchef Josef Fleischmann.
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Why It Matters
Isar Aerospace hat in den vergangenen zehn Jahren in München eine Raketenfirma aufgebaut, um Trägerraketen von europäischem Boden zu starten.
Abwerbungsversuch von Musk, Motorentests auf dem Bauernhof, Fabrik in Kanada: Die kuriose Geschichte eines Münchener Start-ups, das Chancen hat, einer der größten Konzerne Deutschlands zu werden.
Die Gründer von Isar Aerospace haben im vergangenen Jahrzehnt in München eine Raketenfirma aufgebaut, die Deutschland zur Raumfahrtnation macht – und zeigen soll, dass Europa bei Zukunftstechnologien mithalten kann.
Das Start-up wandelt sich zum Industrieunternehmen. Die Nachfrage ist enorm. Dabei kann Isar Aerospace es mit der Konkurrenz aufnehmen und ist auf dem Weg, ein wichtiger Bestandteil der deutschen Verteidigungs- und Weltraumstrategie zu werden.
Was die Gründer über den nächsten Raketenstart sagen und warum Technikchef Josef Fleischmann das Unternehmen verlässt, lesen Sie hier im Handelsblatt-Interview.
Düsseldorf, München, Paris. Die Nacht, in der sie bei Isar Aerospace der Welt zeigen wollen, dass ihr Traum funktioniert, verbringt Josef Fleischmann auf einem Balkon ganz im Norden Norwegens. Es ist Anfang September, und auf dem Andøya Spaceport wollen der Mitgründer von Isar Aerospace und seine Kompagnons gleich mehrfach Geschichte schreiben: endlich eine Trägerrakete von europäischem Boden starten; endlich ein Weltraumgefährt aus deutscher Produktion präsentieren, das es in den Orbit schafft; endlich ein Zeichen senden, dass Europa im Rennen um die Raumfahrt der Zukunft mithalten kann.
Fleischmann hofft in diesem Moment, dass all das klappt. Und doch ist sein dringlichster Wunsch zunächst ein ganzes Stück profaner: dass die Rakete, in die er und sein Unternehmen über gut zehn Jahre so viel Energie, Kapital und ja, auch Leidenschaft gesteckt haben, nicht gleich auf der Startrampe explodiert.
Die Nacht ist klar, die Temperatur mild, als der Countdown beginnt. Die Triebwerke flammen auf, die Rakete hebt ab. Mit bloßem Auge verfolgt Fleischmann, wie sie die Höchstgeschwindigkeit erreicht, die Stufen des Raketenkörpers sich sauber voneinander trennen, die Nutzlastverkleidung wie geplant abfällt. Sieben der zehn üblichen Flugmanöver schafft die Spectrum 2 auf Anhieb, bevor nach zehn Minuten der Funkkontakt abreißt. Aber kein Problem, die Rakete setzt korrekt die Satelliten aus und verglüht später in der Erdumlaufbahn.
Open Questions
- Warum verlässt Technikchef Josef Fleischmann das Unternehmen?
- Wie sehen die nächsten Schritte für den Serienbau aus?




