Disziplinarverfahren gegen Dieter Reiter eingestellt: 'Vergehen geringer Schwere'
Regierung von Oberbayern: Keine Maßnahmen gegen den ehemaligen Münchner Oberbürgermeister bei geringer Schwere des Vergehens
Quick Look
- Das Disziplinarverfahren gegen Dieter Reiter (SPD) wegen Pflichtverstößen bei seinem Nebenamt beim FC Bayern wurde eingestellt.
- Die Regierung von Oberbayern sprach von einem 'Vergehen geringer Schwere', da Reiter keinen unerlaubten Vermögensvorteil erlangt und das Fehlverhalten eingestanden hatte.
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Why It Matters
Dieter Reiter war wegen seiner unerlaubten Tätigkeit beim FC Bayern in Kritik geraten, was zu seiner Niederwahl und Rücktritt führte.
Trotz Pflichtverstößen bei bezahlten Nebenämtern beim FC Bayern hat die Regierung von Oberbayern das Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eingestellt. Es handle sich um ein Vergehen »geringer Schwere«. Gegen Beamte im Ruhestand seien nur bei schwerwiegenderen Fällen Maßnahmen erlaubt, teilte die Behörde mit.
Im Rahmen der Ermittlungen habe sich zwar grundsätzlich bestätigt, dass Reiter zumindest fahrlässig gegen beamtenrechtliche Pflichten verstoßen habe, hieß es in der Mitteilung der Bezirksregierung. Hintergrund sei, dass er die Tätigkeit beim FC Bayern München ausübte, »ohne diese zuvor angezeigt und die dafür erforderliche Genehmigung durch den Stadtrat der Landeshauptstadt München eingeholt zu haben«.
Bezirksregierung: Nicht unerheblich, aber nicht schwerwiegend Zu seinen Gunsten wurde Reiter ausgelegt, dass er durch die Tätigkeit keinen Vermögensvorteil erlangt habe, der ihm rechtlich nicht zugestanden hätte. Zudem sei die Tätigkeit öffentlich bekannt und bei rechtzeitiger Antragstellung genehmigungsfähig gewesen. Reiter habe das Fehlverhalten öffentlich eingeräumt und die Vergütung gespendet – und der Stadtrat der Landeshauptstadt habe die Angelegenheit politisch abgeschlossen.
Vor diesem Hintergrund sei der Verstoß aus Sicht der Regierung zwar nicht unerheblich, aber auch nicht schwerwiegend. »Bei Ruhestandsbeamten sind Disziplinarmaßnahmen aber gesetzlich generell nur bei schwerwiegenderen Dienstvergehen vorgesehen.«
Wäre Reiter noch im aktiven Dienst, wäre demnach grundsätzlich ein Verweis oder eine Geldbuße in Betracht gekommen. Bei Reiters Vergehen ging es um Posten im Verwaltungsbeirat des FC Bayern, ab Februar auch im Aufsichtsrat des Fußballvereins. Dies wurde vor der Kommunalwahl im März publik, was sich negativ auf Reiters Wahlkampf auswirkte.
Der Politiker trat folglich von seinen Bayern-Ämtern zurück und spendete die 90.000 Euro, die er bis dato vom Verein bekommen hatte, an soziale Projekte. Trotzdem unterlag er bei der Wahl zum Oberbürgermeister überraschend deutlich seinem Herausforderer Dominik Krause von den Grünen.
Noch am Abend der Stichwahlniederlage am 22. März verkündete er den Rückzug aus der Politik. Mit Krause zog erstmals ein Grüner ins Münchner Rathaus ein.
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