Nach einem verheerenden Drohnenangriff auf ein Munitionslager bei Kyjiw mit 37 Toten kündigt Präsident Selenskyj Konsequenzen an, während die Kämpfe und Drohnenangriffe auf beiden Seiten zunehmen.
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Der Krieg in der Ukraine dauert an, wobei beide Seiten zunehmend Drohnen für Angriffe auf militärische und logistische Ziele einsetzen. Das Atomkraftwerk Saporischschja ist seit über einer Woche ohne externe Stromversorgung.
Selenskyj kündigt Konsequenzen nach Explosion von Munitionslager an
Nach der Explosion eines Lagerhauses im Ort Myla bei Kyjiw hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Konsequenzen für die Verantwortlichen angekündigt. Offenbar war in dem Gebäude Munition gelagert worden. »Es gibt Vorschriften – Munition darf nicht in der Nähe von Wohnhäusern oder anderen Wohngebieten gelagert werden«, schrieb er auf X. Er kündigte an, die Verantwortlichen für die Explosion des Lagerhauses zur Rechenschaft zu ziehen. Wegen des Verdachts auf Amtsvernachlässigung seien bereits Strafverfahren eingeleitet worden.
Selenskyj verwies zudem auf einen ähnlichen Vorfall im vergangenen Monat in Wyschnewe bei Kyjiw. Damals waren zehn Menschen getötet und Hunderte Häuser beschädigt worden. »Im fünften Jahr des umfassenden Krieges haben wir nicht das Recht, eine Wiederholung von Tragödien wie der in Wyschnewe und dieser jetzt im Bezirk Butscha zuzulassen«, sagte Ministerpräsident Serhij Korezkyj bei einem Besuch in Myla.
Stromversorgung im besetzten Atomkraftwerk Saporischschja prekär
Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist seit mehr als einer Woche ohne Strom von außen und auf Notfall-Dieselgeneratoren angewiesen. Die Stromversorgung sei deshalb prekär, teilte der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi, mit. Vorübergehend habe der Dieselvorrat nur noch für zehn Tage gereicht, bevor gestern und vorgestern mehrere Dutzend Tonnen Diesel von außerhalb des Geländes geliefert worden seien, hieß es. Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das größte Atomkraftwerk Europas.
»Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut, warum eine zuverlässige externe Stromversorgung und sichere Versorgungswege für die nukleare Sicherheit und Sicherung unerlässlich sind«, sagte Grossi. Ohne die Wiederherstellung der externen Stromversorgung oder zusätzliche Lieferung von Diesel in naher Zukunft könnte dem Kraftwerk innerhalb von etwa zehn Tagen ein vollständiger Stromausfall drohen. Die IAEA arbeite deswegen daran, eine Zone für einen örtlich begrenzten Waffenstillstand zu etablieren, um Reparaturen an einer wichtigen Stromleitung zu ermöglichen.
Zahl der Toten durch Drohnenangriff bei Kyjiw steigt
Die Zahl der Toten nach dem russischen Drohnenangriff und einer dadurch ausgelösten Explosion eines Lagerhauses in der Region Kyjiw ist nach ukrainischen Angaben auf 37 gestiegen. Viele weitere Menschen wurden den Behörden zufolge zudem verletzt und Hunderte evakuiert. Mehrere Gebäude, darunter Wohnhäuser, seien durch die Detonation beschädigt worden.
27 Tote bei Drohnenangriff im Bezirk Butscha
Unweit der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw hat ein russischer Drohnenangriff auf ein Munitionslager, ukrainischen Regierungsangaben zufolge, mindestens 27 Menschen getötet. Laut dem Gouverneur der Region Kyjiw, Tymur Tkachenko, kann die Opferzahl noch steigen. Es seien zudem 42 Menschen verletzt worden und mehr als 380 Personen müssten evakuiert werden.
»Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt«, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Mehr als 300 Rettungskräfte seien im Einsatz. Im Umkreis um das Dorf Myla im Bezirk Butscha wurden Selenskyj zufolge fast 400 Menschen evakuiert. Einer der Toten sei der Vorsteher der Gemeinde Dmytriwka, Taras Didytsch.
Russland greift in der Nacht erneut mehrere ukrainische Städte an
Ein russischer Angriff auf das südukrainische Gebiet Odessa hat mindestens einen Menschen getötet. Laut dem Gouverneur der Region, Oleh Kiper, wurden drei weitere verletzt. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände seien mittlerweile gelöscht.
Auch die Städte Krywyj Rih in der Landesmitte und Saporischschja im Süden wurden in der Nacht angegriffen. Insgesamt wurden dabei ukrainischen Behörden zufolge mindestens elf Menschen verletzt. Häfen, Getreidespeicher sowie die Energie- und Industrieinfrastruktur seien getroffen worden.
Russland meldet sieben Verletzte bei ukrainischem Angriff auf Rostow
Im südrussischen Gebiet Rostow sind nach Angaben russischer Behörden mindestens sieben Menschen bei einer Welle ukrainischer Luftangriffe verletzt worden. Zwei Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden, eines mit sehr schweren Verletzungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Juri Sljussar. In der Hafenstadt Rostow am Don wurden demnach zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein.
Ex-Verteidigungsminister wird Berater der italienischen Regierung
Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat einen Beraterposten für das italienische Verteidigungsministerium angenommen. Der Kritiker von Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im Juli nach sechs Monaten sein Amt niederlegen müssen. Nach der Entlassung forderten Tausende bei Protesten seine Wiedereinsetzung als Verteidigungsminister. Fedorow bedankte sich beim italienischen Verteidigungsminister, stellte aber neben seiner neuen Rolle klar: »Ich setze meine Arbeit in der Ukraine an zentralen Projekten fort, die unsere Verteidigung stärken und dazu beitragen, internationale Ressourcen zu gewinnen.«
Selenskyj droht Russland mit bis zu tausend Drohnen pro Tag
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland mit einer Intensivierung der Drohnenangriffe im russischen Hinterland gedroht. »Die Aufgabe lautet: täglich 1.000 Drohnen für Langstreckenangriffe gegen Russland. Derzeit führen wir durchschnittlich 300 solcher Langstreckenangriffe aus – das muss mehr werden«, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.
Russland und Ukraine sind laut Peskow aktuell nicht in Friedensgesprächen
Nach Angaben von Dmitrij Peskow, dem Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, führen die Ukraine und Russland derzeit keine Friedensgespräche. »Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause«, sagte Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen und die Ukraine kenne die russischen Forderungen »ausgezeichnet«.
Ukraine will Versandhändler Wildberries offenbar verstärkt angreifen
Die Ukraine will die Geschäfte des russischen Onlinehändlers Wildberries vollends zum Erliegen bringen, sagt der Kommandeur ihrer Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi. Er kündigte gegenüber dem Tagesspiegel an, das Unternehmen werde in Russland künftig nicht mehr arbeiten können. Seine Einheiten hätten bereits 24 Wildberries-Lager mit Langstreckendrohnen getroffen. »Wir werden auch die restlichen Lager zerstören.«
Ukraine attackiert Raketenflugzeug auf russischem Stützpunkt
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ukraine einen russischen Tu-95MS-Langstreckenbomber auf dem Stützpunkt Engels in der Region Saratow angegriffen. »Das sind die Flugzeuge, die Angriffe gegen die Ukraine fliegen«, teilte Selenskyj auf X mit. Die Alpha-Spezialeinheit des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU habe den Angriff durchgeführt.
Drohnenangriff löst offenbar Brand in russischer Ölraffinerie aus
Bei einer Drohnenattacke ist russischen Behörden zufolge eine Industrieanlage nahe Jaroslawl getroffen worden. Laut dem ukrainischen Militär handelt es sich bei der Anlage um eine Ölraffinerie. Durch den Drohneneinschlag sei dort ein Feuer ausgebrochen.
Drohne soll einen Supermarkt nahe Moskau getroffen haben
Eine Drohne ist nach russischen Angaben in einen Supermarkt des Einzelhändlers Magnit in der Stadt Pawlowski Possad eingeschlagen. Dabei sei auch ein nahegelegenes Gesundheitszentrum beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, auf Telegram mit.
Ukraine meldet einen Toten durch russischen Drohnenangriff in Cherson
Durch einen russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Cherson ist nach Behördenangaben ein Mann getötet worden. Drei weitere Menschen seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, erklärte der Leiter der Stadtverwaltung, Jaroslaw Schanko. Die Drohne schlug demnach im Stadtviertel Korabelnyji ein.
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Ukraine plant tägliche Angriffe mit 1.000 Langstreckendrohnen.
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