Dschibuti: Boot mit Migranten aus Äthiopien kentert – 109 Tote, 116 Vermisste
Ein Boot mit etwa 350 äthiopischen Staatsangehörigen auf dem Weg nach Jemen ist gekentert; über 116 Menschen werden noch vermisst.
Quick Look
- Mindestens 109 äthiopische Migranten, darunter 15 Kinder, starben bei einem Bootsunglück vor der Küste Dschibutis.
- Das Boot war auf dem Weg in den Jemen.
- Über 116 Personen werden vermisst, während die IOM Nothilfe leistet.
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Why It Matters
Dschibuti dient als zentraler Ausgangspunkt für die östliche Migrationsroute über die Meerenge Bab al-Mandab in Richtung Arabische Halbinsel.
Sie kamen aus Äthiopien und wollten von Dschibuti aus nach Jemen: Mindestens 109 Migranten, darunter 15 Kinder, sind ums Leben gekommen, nachdem ihr Boot gekentert ist. Mehr als 116 Menschen werden noch vermisst. An Bord sollen etwa 350 Menschen gewesen sein, allesamt äthiopische Staatsangehörige. Dies teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Sonntag mit.
»Dies ist ein verheerender Verlust an Menschenleben. Unsere Gedanken sind bei den Überlebenden und den Familien, die Angehörige verloren haben oder noch immer keine Nachricht von ihren Verwandten haben«, sagte Alexandre Coissac, Leiter der IOM-Mission in Dschibuti. »Unsere Teams sind gemeinsam mit den örtlichen Behörden vor Ort, um Nothilfe zu leisten. Diese Tragödie ist eine eindringliche Erinnerung an die Gefahren, denen Migranten auf diesem Migrationskorridor auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen ausgesetzt sind.«
Dschibuti ist der Ausgangspunkt der sogenannten östlichen Migrationsroute vom Horn von Afrika über die Meerenge Bab al-Mandab auf die Arabische Halbinsel. Die IOM hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass innerhalb von drei Wochen mehr als 20.000 Migranten aus Äthiopien in Dschibuti eingetroffen waren. Auch aus Somalia versuchen immer wieder Menschen über den Hafen von Dschibuti vor allem nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate oder nach Oman zu gelangen, wo sie auf Jobs hoffen.
Nach IOM-Angaben ist nicht nur die Überfahrt über das Meer mit erheblichen Gefahren verbunden. Migranten, die den Jemen erreichen, seien Risiken wie Gewalt, willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt.
Nach Angaben des Projekts »Missing Migrants« der IOM kamen im Jahr 2025 auf dieser Route mehr als 900 Migranten ums Leben oder gelten als vermisst, während die Zahl derjenigen, die sich auf den Weg machten, um 18 Prozent stieg. Bei einem weiteren Schiffsunglück im März 2026 kamen neun Menschen ums Leben, 45 weitere werden vermisst.
Open Questions
- Wie viele der Vermissten können noch lebend geborgen werden?
- Gibt es Überlebende, die Details zum Hergang des Unglücks liefern können?






