
Notenbanken nutzen die Preiskorrektur am Goldmarkt für massive Zukäufe im dritten Quartal
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Zentralbanken kaufen Gold zur Diversifizierung ihrer Devisenreserven. Die Käufe erfolgen oft antizyklisch bei niedrigen Marktpreisen.
Frankfurt. Die Zentralbanken haben die jüngste Schwächephase beim Goldpreis genutzt, um ihre Edelmetallbestände aufzustocken. Allein im dritten Quartal kauften Notenbanken 321 Tonnen Gold, wie aus am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Branchenverbands World Gold Council (WGC) hervorgeht.
Damit sind die Notenbankkäufe um 42 Prozent über das Niveau im Vorjahresquartal gestiegen und liegen auch deutlich über dem Fünf-Jahres-Schnitt, der 227 Tonnen pro Jahresviertel beträgt.
John Reade, Chefmarkstratege des WGC, kommentiert: „Die Zentralbanken sind weiterhin sehr erpicht darauf, Gold in ihre Devisenreserven aufzunehmen.“ Die Gelegenheit dafür ist günstig: Nachdem der Goldpreis im Januar auf ein Allzeithoch von mehr als 5400 Dollar pro Feinunze (rund 31,1 Gramm) gestiegen war, hat der Preis deutlich korrigiert.
Mit derzeit rund 3900 Dollar liegt der Goldpreis fast 28 Prozent tiefer. Daher beobachtet Reade: „Derzeit nutzen die Notenbanken die niedrigeren Preise, um ihre Goldkäufe auszuweiten.“ Zwei Notenbanken waren zuletzt sehr aktiv.
So war die chinesische Notenbank mit Zukäufen im Volumen von mehr als 63 Tonnen der wichtigste Käufer. Auf dem zweiten Rang folgte die Zentralbank Polens, die ihre Devisenreserve um 40 Tonnen Gold ergänzte. Kleinere Mengen von 14 Tonnen legten sich zudem die Notenbanken von Kasachstan und Usbekistan zu. Auf 120 Tonnen schätzt das WGC die von Zentralbanken verdeckt gekaufte Menge.
Zentralbanken sind nicht verpflichtet, ihre Goldkäufe offenzulegen. In der Vergangenheit haben etwa die Notenbanken Chinas und Russlands im großen Stil Gold gekauft, ohne diese Zukäufe zu veröffentlichen.
Das Interesse von Zentralbanken, ihre Devisenreserven mit Gold zu ergänzen, ist jedoch ungebrochen groß, wie auch eine Umfrage unter Notenbankern zeigt, die das WGC im Juni veröffentlicht hatte. Demnach rechneten von 76 Notenbanken, die an der Umfrage teilnahmen, 89 Prozent damit, dass die Goldbestände der Zentralbanken generell wachsen. 45 Prozent – so viele wie noch nie – gaben zudem an, dass sie ihre eigenen Bestände ausbauen wollen. „Nun bestätigen die tatsächlichen Käufe die Umfrageergebnisse“, betont Reade.
Zentralbanken seien dabei durchaus ein preissensitiver Käufer: Die Grundsatzentscheidung für ein Goldkaufprogramm werde zwar an der Spitze der Notenbank getroffen. Doch es sei üblich, dass ein für das tägliche Management des Devisenportfolios zuständiges Team die Käufe am Markt umsetze. „Der Durchschnittspreis der gekauften Goldmenge steht dabei immer unter Beobachtung“, erläutert der WGC-Experte. „Deshalb neigen Zentralbanken dazu, bei niedrigen Preisen etwas mehr Gold zu kaufen.“
Die jüngsten Notenbankkäufe hätten dazu beigetragen, den Goldpreis nahe der Marke von 4000 Dollar pro Unze zu stabilisieren, ist Reade überzeugt. „Wenn eine Zentralbank neue Goldkäufe ankündigt, löst das bei anderen Anlegergruppen meist Begeisterung aus“, sagt er. „Die Signalwirkung sollte man nicht unterschätzen.“
Daher schreiben auch die Anlagestrategen der DZ Bank in einer kürzlich veröffentlichten Prognose: „Gold hat Comeback-Qualitäten.“ Zwar hätten die veränderten Zinserwartungen in den USA den Goldpreis gedrückt. Nach einem letzten Zinsschritt 2026 in den USA könnte es beim Goldpreis jedoch wieder aufwärtsgehen: „Auf Jahressicht sprechen intakte Treiber wie die Zentralbankkäufe für eine Rückkehr in den Bereich um 5000 US-Dollar.“
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Rückkehr des Goldpreises in den Bereich um 5000 US-Dollar auf Jahressicht.
Possible · Within months

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