Eintracht Frankfurt verliert 1:4 gegen Augsburg – Trainer Hütter sieht Defizite in der Abwehr
Quick Look
- Eintracht Frankfurt verlor das zweite Saisonspiel gegen den FC Augsburg mit 1:4.
- Trotz einer frühen Führung durch Burkardt kippte das Spiel nach der Halbzeit, als Augsburg vier Tore erzielte.
- Trainer Adi Hütter kritisierte die Anfälligkeit bei Kontern und die dünne Besetzung auf den Außenverteidigerpositionen.
AI-generated summary
Why It Matters
Eintracht Frankfurt startete die neue Bundesliga-Saison mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg im Waldstadion. Nach einem erfolgreichen ersten Spieltag hofften Fans auf Verbesserungen in der Defensive und einem stabileren Spielaufbau.
Vier Monate sind eine lange Zeit. Im Sommer ist in Frankfurt selten Profifußball gespielt worden, fast 60.000 Menschen liefen, radelten, fuhren mit dem Moped zum ersten Heimspiel der neuen Saison ins Waldstadion.
Viele von ihnen hofften auf eine neue Mannschaft, einen neuen Trainer, eine neue Spielweise. Aber das, was sie am Sonntagabend zum Abschluss des zweiten Spieltags sahen, war eine Zeitreise in den Frühling: In wenigen Minuten gibt die Eintracht ein Spiel aus der Hand, sie verliert 1:4 (1:0) gegen den FC Augsburg.
Ein Déjà-vu erlebten sie in den Spielminuten 46 und 47, als Augsburg zwei Tore schoss, während sich die Eintracht-Abwehr noch zu sortieren versuchte. Arijon Ibrahimović (1:1) und Robin Fellhauer (1:2) waren die Schützen. Außerdem bereits gesehen: ein Torwart, der einen fangbaren Ball zur Seite lenkt – vor die Füße des Stürmers. Im vergangenen Jahr hießen die wackligen Torhüter Michael Zetterer und Kauã Santos, jetzt passierte Noah Atubolu beim Augsburger Führungstreffer dieses Malheur.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
F.A.Z. bei Google bevorzugen
Der FCA-Franzose Alexis Claude-Maurice dribbelte sich in der 65. Minute noch durch die Frankfurter Abwehr und, man ahnt es schon, die Abstände zwischen Mittelfeld und Abwehr, das zaghafte Verteidigen, das weckte Erinnerungen. Keine liebgewonnenen allerdings, zumindest für die Fans der Eintracht. Sie summten noch ein wenig vor sich her, die Spieler hatten keine Idee, wie sie die Augsburger Abwehr austricksen sollte.
Ebnoutalib flankt und Burkardt nickt ein
Angefangen hatte der Mittag anders, euphorisch. Die Frankfurter Mannschaft griff die Trikots der Augsburger, wann immer möglich. Sie stellte ihre Füße immer wieder vor die des Gegners aus dem Süden. Der kleine Japaner Keita Kosugi wuselte sich über die linke Außenbahn, der bandagierte Mittelfeldspieler Raphael Onyedika ordnete das Spiel in der Mitte. Can Uzun passte auf Younes Ebnoutalib, er flankte, Burkardt köpfte ins Tor: 1:0, sechs Minuten waren gespielt.
Der ästhetische Wert des Augsburger Spiels beschränkte sich zuerst auf ihre schönen weiß-burgunden Auswärtstrikots. Einmal köpfte Verteidiger Noahkai Banks vor die Füße von Ebnoutalib, der am Torhüter scheiterte (39. Minute). Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:0, aber sonderlich ärgerte sich niemand bei der Eintracht über die vergebene Chance – zu überlegen war sie. Und zu überlegen wähnte sie sich.
Der Augsburger Fabian Rieder legte sich den Ball zum Freistoß zurecht, er schoss knapp vorbei. Das war der erste Torschuss der Mannschaft von Manuel Baum. Und es war ein Vorbote für das, was nach der Halbzeit folgen sollte: die beiden schnellen Augsburger Tore, Claude-Maurices Treffer – und Rieders zweiter Versuch, der in den Winkel des Frankfurter Tors flog (1:4, 89. Minute).
Die Augsburger sind Tabellenführer. Er habe einen Screenshot auf dem Handy gemacht, sagte Baum nach dem Spiel. „Wir werden die Augsburger Mannschaft bleiben, die zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Erster ist.“
Hütter wechselt Chandler ein
Trainerkollege Hütter versuchte eine Stunde davor, in den Minuten, in denen die Eintracht das Spiel verlor, sie mit drei Wechseln zu beleben. Er kratzte sich am Kopf, sein Ko-Trainer Christian Peintinger hielt sich die Hand vors Gesicht.
Hütter brachte Stadionliebling Timothy Chandler für den überforderten Elias Baum in die Partie. Zwei Minuten lang wurde es laut, Chandler trat bei einer guten Schusschance allerdings über den Ball. Sinnbildlich war der Wechsel für die größte Lücke im Frankfurter Kader: Auf den Außenverteidigerpositionen ist er dünn besetzt. In der gesamten vergangenen Saison stand Chandler in einem Spiel auf dem Platz, zehn Minuten.
Mittelfeldspieler Mario Götze sagte, die Mannschaft müsse das Spiel verstehen und seine Phasen. Es gebe eben Momente, in denen man hinterherlaufe. Der Großteil beider Spiele, dem 3:3 in Berlin, dem 1:4 gegen Augsburg „war sehr gut“. Die sieben Gegentore, die Einbrüche, die sinkenden Köpfe, das sei kein Kopfproblem. „Am zweiten Spieltag?“, erwiderte Götze eine Frage. Auch Sportvorstand Markus Krösche beschwichtigte: „Ich verstehe die Aufregung, ich verstehe die Nervosität. Wir müssen Geduld haben.“
„Wir haben nicht mehr ins Spiel zurückgefunden“, sagte Adi Hütter. In der ersten Halbzeit habe er Spaß gehabt: „So stelle ich mir Fußball vor.“
Die zweite sei eine Enttäuschung gewesen. „Wir waren bei Kontern sehr anfällig.“ Weitere Bilder aus dem alten Poesiealbum: Zehn Minuten vor Schluss verließen Hunderte Zuschauer das Stadion, einige der Verbliebenen pfiffen, als der Schiedsrichter das Spiel beendete.
Die Spieler standen ratlos vor der singenden Kurve, am TV-Mikrofon legte Stürmer Burkardt die Stirn in Falten. Und der Trainer, der jetzt Adi Hütter heißt, sagte: „Du kannst nicht sieben Tore in zwei Spielen kriegen. Wir müssen das schnellstmöglich abstellen.“ Vier Monate sind keine lange Zeit.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Eintracht Frankfurt wird in den nächsten Spielen defensive Anpassungen vornehmen, um die Anfälligkeit bei Kontern zu reduzieren.
Likely · Within weeks
Timothy Chandler wird aufgrund der dünnen Besetzung auf der Außenverteidigerposition vermehrt Einsatzzeit erhalten.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie wird die Eintracht die defensive Instabilität in den kommenden Spielen beheben?
- Wird Timothy Chandler regelmäßig auf der Außenverteidigerposition spielen?
- Kann die Mannschaft unter Adi Hütter ihre offensive Stärke besser in defensive Sicherheit übersetzen?





