Elektroauto-Boom in Deutschland: Zulassungen steigen um 75 Prozent im August
Quick Look
- Im August 2026 wurden in Deutschland 68.930 batterieelektrische Personenwagen neu zugelassen – ein Zuwachs von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
- Der Marktanteil von E-Autos liegt bei über 32 Prozent aller Neuzulassungen, wobei ausländische Marken mit fast 51 Prozent den Elektrosegment dominieren.
- Gleichzeitig sinkt die Gesamtproduktion um 16 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau 2019.
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Why It Matters
Der Elektroauto-Markt in Deutschland wächst aufgrund von Kaufprämien, hohen Kraftstoffpreisen und niedriger Dienstwagenbesteuerung. Trotz steigender Neuzulassungen bleibt die Gesamtproduktion unter dem Vorkrisenniveau von 2019.
Kaufprämien, hohe Kraftstoffpreise, niedrige Dienstwagenbesteuerung, besseres Angebot, die Mischung wirkt. Das Elektroauto genießt momentan einen rasanten Aufstieg. Die Volkswagen-Tochtergesellschaft Skoda verlautet, die Bestellungen von Elektroautos machten gerade um 50 Prozent der Orders aus. Und das, obwohl die beiden Quotenbringer Peaq am oberen Ende der Modellpalette und Epiq am unteren erst noch kommen. Manche Hersteller schieben zusätzlich an. Citroën teilt mit, die französische Marke verdoppele unter bestimmten Bedingungen die Kaufprämie auf einen Preisvorteil von bis zu 12.000 Euro. Dies sind nur zwei, womöglich nach oben ausreißende Beispiele, aber immerhin. 68.930 rein batterieelektrische Personenwagen wurden im August 2026 neu zugelassen, das bedeutet einen Zuwachs um 75 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Ausländische Marken legen gar noch stärker zu. Wie deren Verband VDIK mitteilt, sind die Neuzulassungen der internationalen Marken voraussichtlich überdurchschnittlich um 118 Prozent auf 35.080 Fahrzeuge gestiegen, sie erreichten damit einen Marktanteil unter den Elektrikern von fast 51 Prozent. Das ist ein Rekord. Insgesamt lag der Marktanteil im August bei gut 32 Prozent aller Personenwagen-Neuzulassungen, rund 13 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Auch der bisherige Jahresverlauf zeigt entsprechend steil nach oben. Seit Jahresbeginn wurden 515.545 vollelektrische Personenwagen in Deutschland neu zugelassen, ein Wachstum von 53 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil liegt in den ersten acht Monaten des Jahres bei 26 Prozent.
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21 Prozent unter dem Vorkrisenniveau
Trüber wird es, blickt man auf die Produktion. Im bisherigen Jahresverlauf seien 2,65 Millionen Personenwagen in Deutschland hergestellt worden, teilt der deutsche Verband VDA mit. Das sind vier Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Vor allem aber muss die längerfristige Betrachtung alarmieren. Die Produktion nach den ersten acht Monaten des laufenden Jahres liegt um 16 Prozent unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. Aus dem Ausland fehlen Nachfrageimpulse. Der Export lag im August bei 168.300 Einheiten, also 12 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Seit Januar dieses Jahres wurden zwei Millionen Personenwagen und damit fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum exportiert.
Der Blick nach vorn brächte Beruhigung, gingen ordentlich Aufträge ein. Jedoch: Die Auftragseingänge aus dem Inland stiegen im August um gut vier Prozent über das Niveau des Vorjahresmonats. Allerdings lagen die Bestellungen aus dem Ausland um 13 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nimmt man die Eingänge aus dem In- und Ausland zusammen, wurden damit im August 11 Prozent weniger Orders registriert als im August 2025.
Das fügt sich zum Leidwesen der Branche ins Bild. In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden laut VDA 1,97 Millionen Einheiten neu zugelassen, fünf Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 wird jedoch weiter deutlich unterschritten. Der Markt liegt nach den ersten acht Monaten um rund 21 Prozent darunter.
Es ist also eher kein Wunder, dass bei Volkswagen an diesem Freitag über Anpassungen nach unten beraten wird und auch bei Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche oder Opel kein Sekt zum Frühstück gereicht wird.
Allerdings, so viel sei verraten, ein Skoda Epiq wird nach unserer unmaßgeblichen Meinung mit seinem Pragmatismus überzeugen, der neue VW ID Polo und sein Geschwisterchen Polo Cross haben das Zeug zum Herzensbrecher vor der Eisdiele. Alle drei übrigens vollelektrisch. Aber nicht in Deutschland gebaut.
Open Questions
- Wie werden die niedrigen Auftragseingänge aus dem Ausland die langfristige Produktion beeinflussen?
- Welche konkreten Auswirkungen haben die gesteigerten Kaufprämien auf die Verbraucherentscheidung?







