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BackErmittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach in Hannover
Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach in Hannover
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Spiegel Deutschland9 minutes agoPolitics3 min readGermany

Ermittlungen gegen SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach in Hannover

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Vorteilsannahme und wettbewerbsbeschränkender Absprachen gegen Hannovers Ex-Regionspräsidenten Steffen Krach.

Quick Look

  • Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und wettbewerbsbeschränkender Absprachen.
  • Krach weist die Vorwürfe zurück und setzt seinen Wahlkampf fort.

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Why It Matters

Gegen Steffen Krach laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und wettbewerbsbeschränkender Absprachen aus seiner Zeit als Regionspräsident.

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Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte zuvor öffentlich gemacht, weshalb sie gegen Krach ermittelt. Demnach geht es um den Anfangsverdacht der Vorteilsannahme in zwei Fällen. Zudem ermittelt die Behörde wegen eines Anfangsverdachts auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen in Tateinheit mit der Verletzung von Geschäftsgeheimnissen und der Verletzung der Geheimhaltungspflicht.

Krach erklärte daraufhin: »Die Staatsanwaltschaft Hannover hat meinem Anwalt mitgeteilt, dass dort nur ein mich betreffendes Ermittlungsverfahren geführt wird.« Darin gehe es um zwei Fragen: zum einen um eine Spende eines Unternehmers an den SPD-Landesverband Berlin, »die bei zwei Gelegenheiten im Zusammenhang mit einem behördlichen Verfahren von mir gefordert worden sein soll. Zum anderen geht es um eine behauptete unzulässige Weitergabe eines Bieterangebotes als Geschäftsgeheimnis im Zusammenhang mit einem Bieterverfahren für eine Immobilie.« Hierzu erkläre er nochmals, »dass diese Vorwürfe gegen mich unbegründet sind«.

Vorwürfe betreffen Krachs Zeit als Regionspräsident von Hannover

Die Ermittlungen sollen nach früheren Aussagen Krachs seine Zeit als Regionspräsident von Hannover betreffen. Wegen des Wahlkampfs in Berlin hatte er sich von dem Amt ab dem 23. März 2026 beurlauben lassen. Im Sommer 2025 war er als Spitzenkandidat für die Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin nominiert worden, die in etwas mehr als einer Woche ansteht.

Die Ermittlungen waren am Mittwoch bekannt geworden. Krachs Berliner Wohnung, Büroräume in Hannover und die Zentrale der Berliner Landes-SPD wurden durchsucht. Ermittelt wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit dem 3. September.

Vor der jüngsten Erklärung der Staatsanwaltschaft hatte Krach die Einschätzung geäußert, dass es konkret um ein Vergabeverfahren zur Nachnutzung eines Klinikgeländes in der Region Hannover gehe. Er war als Regionspräsident Chef des Aufsichtsrates der Klinik. In einem Bieterverfahren konkurrierten zwei Unternehmen um den Zuschlag. Einer der Bieter überwies laut Krach noch während des laufenden Verfahrens eine Spende in Höhe von 9900 Euro an die Berliner SPD, deren kommissarischer Vorsitzender er zu dem Zeitpunkt bereits war. Er habe die Spende sofort zurücküberweisen lassen. Dies geschah nach seinen Angaben um den Jahreswechsel 2025/2026.

Als brisant gilt, dass Krach im Vergabeverfahren dafür eintrat, dem fraglichen Bieter den Zuschlag zu erteilen. Sein Ziel sei der Aufbau eines sogenannten Regionalen Gesundheitszentrums gewesen, das habe er den Menschen vor Ort versprochen, sagte Krach. Das von ihm favorisierte Unternehmen habe das garantiert und hohe Investitionen angekündigt. Am 19. Februar 2026 habe der Aufsichtsrat aber anders entschieden und dem zweiten Bieter den Zuschlag erteilt. Er habe sich bei der Abstimmung enthalten, schilderte Krach.

Die Vertragsverhandlungen habe die Geschäftsführung des Klinikums Region Hannover geführt, er selbst sei nie daran beteiligt gewesen. »Ich habe persönlich keinen Kontakt mit diesem Unternehmer gehabt«, versicherte Krach. Er habe zuletzt vor zwei bis zweieinhalb Jahren mit ihm in Verbindung gestanden. Während des Vergabeverfahrens habe es keinen persönlichen Austausch gegeben. Er habe nicht einmal eine Handynummer von ihm.

SPD in Umfragen im Tiefflug

Die Ermittlungen kommen für Krach zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Berliner SPD schneidet in Umfragen ohnehin nicht gut ab. In einem jüngsten ZDF-»Politbarometer Extra« von Freitagmorgen kommen die Sozialdemokraten in Berlin auf zehn Prozent, in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap im Auftrag der ARD waren es 12 Prozent. Die SPD steht damit nur auf Platz fünf, hinter Linke, CDU, AfD und Grünen. Allerdings wurden die Daten für das ZDF von Montag bis Donnerstag erhoben, für die ARD von Montag bis Mittwoch – also teils vor Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Krach.

Aus der SPD kamen Solidaritätsbekundungen für Krach. Bundesparteichef Lars Klingbeil sagte der Nachrichtenagentur dpa bei einem Wahlkampftermin in Berlin-Charlottenburg: »Steffen Krach hat die Rückendeckung und die Solidarität der SPD.« Er kenne ihn schon sehr lange und schätze ihn sehr. »Wir wollen, dass Steffen Krach, dass die SPD jetzt in den nächsten zehn Tagen noch ordentlich aufholt, und dafür sind wir jetzt unterwegs«, sagte Klingbeil.

Krach war am Donnerstag weiter im Wahlkampf unterwegs. Er sprach zunächst auf einer Veranstaltung zur Berliner Bewerbung für die Expo 2035. Später nahm er an einer Podiumsdiskussion der Klimaschutzbewegung »Fridays for Future« mit Aktivistin Luisa Neubauer teil. Zu den Vorwürfen äußerte er sich dort nur am Rande. Die Bekanntmachungen der Staatsanwaltschaft änderten nichts an seiner Absicht, weiter Wahlkampf zu machen, betonte er.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Fortsetzung des Wahlkampfs durch Steffen Krach trotz Ermittlungen

    Very likely · Within days

Open Questions

  • Welche Konsequenzen haben die Ermittlungen für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin?
  • Wird die Staatsanwaltschaft Anklage erheben?

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This article was originally published by Spiegel Deutschland.

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