Eskalation im Nahen Osten: Angriffe auf Öltanker und militärische Aufrüstung
Die USA stocken ihre Truppenpräsenz auf, während in der Straße von Hormus weiterhin Schiffe unter Beschuss geraten und der Iran mit wirtschaftlichen Engpässen kämpft.
Quick Look
- Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärfen sich durch anhaltende Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus.
- Während die USA ihre Militärpräsenz in der Region massiv ausbauen, leidet die iranische Bevölkerung unter einer schweren Wirtschaftskrise.
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Why It Matters
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskalierte durch gegenseitige Angriffe und die Blockade der Straße von Hormus. Die iranische Wirtschaft leidet unter den Folgen des Krieges und Sanktionen.
Israel und die USA haben am 28. Februar gemeinsam den Iran angegriffen. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet. Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
Der Iran und die USA haben sich am 8. April auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die USA stellten ihre Angriffe unter der Bedingung ein, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet. Seit dem 13. April blockiert das US-Militär iranische Häfen an der Straße von Hormus.
Am 21. April kündigte US-Präsident Donald Trump an, die Waffenruhe zu verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zum Kriegsende vorlegt.
Am 15. Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges.
Nach Angriffen auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus nahmen die USA die Angriffe auf den Iran am 7. Juli wieder auf.
Irans Währung fällt auf neuen Tiefstand
Die iranische Landeswährung verliert weiter an Wert. Auf dem freien Markt stieg der Wechselkurs für einen Euro erstmals auf die historische Marke von drei Millionen Rial, wie das iranische Finanzportal Bonbast berichtet.
Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt dadurch drastisch. Der durchschnittliche Monatslohn soll seit Jahresbeginn von umgerechnet 120 Euro auf rund 70 Euro gefallen sein.
Iran richtet Protestierenden hin
Die iranische Justiz hat im Zusammenhang mit den Massenprotesten einen weiteren Mann hingerichtet. Wie die justiznahe Nachrichtenagentur Misan mitteilte, wurde das Todesurteil gegen Siavasch Jamschidi heute Morgen vollstreckt. Jamschidi soll laut Staatsanwaltschaft bei den Protesten zu Jahresbeginn auf Polizisten geschossen haben – angeblich geht das aus der Auswertung seiner Mobilfunkdaten hervor.
Huthi-Miliz berichtet von anhaltenden Angriffen aus Saudi-Arabien
Saudi-Arabien hat nach Angaben der Huthi-Miliz binnen 24 Stunden 94 Angriffe auf von ihr kontrollierte Gebiete im Jemen ausgeführt. Bei den Angriffen unter anderem auf die Hauptstadt Sanaa habe es Tote und Verletzte gegeben, wie ein Sprecher der Miliz mitteilte. Er nannte keine Zahlen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Augenzeugen hatten im Laufe des Donnerstags von heftigen Explosionen berichtet.
Zuvor hatten beide Seiten von mehreren Toten bei Gefechten nahe der Stadt Tais im Südwesten des Jemen berichtet. In den vergangenen 24 Stunden seien dort 55 ihrer Kämpfer getötet worden, teilte die Miliz mit. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr aus Regierungskreisen, 26 Soldaten der Regierungstruppen seien getötet worden.
Seebehörde meldet weitere Angriffe auf Öltanker vor Oman
Die Attacken auf Schiffe vor der Ölhandelsroute Straße von Hormus reißen nicht ab. Nach Angaben der britischen Behörde für Schifffahrtssicherheit UKMTO ist binnen weniger Stunden ein zweiter Öltanker unter Beschuss geraten. Das Schiff sei auf der Backbordseite von einem unbekannten Projektil getroffen worden, meldet die Behörde unter Berufung auf den Kapitän. Die Besatzung sei in Sicherheit.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge nahe der nördlichen Spitze des Omans, einem Anrainerstaat der Straße von Hormus, wo die Enklave Musandam in die Meerenge hineinragt. Das Schiff befand sich zu dem Zeitpunkt weniger als acht Kilometer von der Küste entfernt.
Erneuter Beschuss von Tanker in Straße von Hormus
Bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus ist ein Schiff unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, löste der Angriff einen Brand und einen Stromausfall an Bord aus. Das Feuer sei gelöscht, und das Schiff sei wieder unterwegs. Der Vorfall ereignete sich laut UKMTO am Donnerstagabend.
Explosionen in Jemens Hauptstadt Sanaa
Im Jemen ist es erneut zu Kampfhandlungen gekommen. Nach Angaben von Augenzeugen waren in der Hauptstadt Sanaa mehrere schwere Explosionen zu hören. Außerdem seien Rauchsäulen in der Nähe des Präsidentenpalasts zu sehen gewesen, hieß es weiter.
Der Huthi-nahe Sender Al-Masirah berichtete von Angriffen Saudi-Arabien auf Sanaa sowie auf die Provinzen Saada, Tais und Amran. Saudi-Arabien kämpft im Jemen an der Seite der offiziellen Regierung gegen die Huthi-Miliz.
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis hat nach eigenen Angaben auch Raketen über dem eigenen Land abgefangen. Drei ballistische Raketen und vier Drohnen der Huthi-Miliz seien über den Städten Chamis Muschait und Dschasan im Süden des Landes abgefangen worden, teilte die Militärkoalition mit. Man setze die Maßnahmen zur Abschreckung der Huthi-Miliz fort, schrieb der Sprecher der Militärkoalition, Turki al-Maliki, auf X.
Laut Berichten stocken die USA Militär im Nahen Osten auf
Das Pentagon schickt Berichten zufolge eine dritte Flugzeugträgerkampfgruppe sowie weitere Kriegsschiffe in den Nahen Osten. Das Wall Street Journal und das Nachrichtenportal Axios schreiben unter Berufung auf US-Beamte, dass neu entsandte Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, Marineinfanteristen und Matrosen dort bis Ende November eintreffen sollen. Dem Wall Street Journal zufolge stocken die USA ihre Truppen in der Region um 9.000 bis 10.000 Soldaten auf. 50.000 Soldatinnen und Soldaten sind bereits dort stationiert.
Die beiden Medien berichteten übereinstimmend, der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt habe seinen Heimathafen in San Diego am Sonntag verlassen. Am Montag seien weitere Schiffe, darunter ein amphibisches Angriffsschiff, ausgelaufen. Die US-Flugzeugträger USS George H. W. Bush und USS George Washington befinden sich bereits im Nahen Osten.
Tanker brennt nach Beschuss in der Straße von Hormus
Nach Angaben des britischen Militärs ist in der Straße von Hormus erneut ein Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Das Schiff sei daraufhin in Brand geraten, teilte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) mit. Die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es weiter.
Bislang bekannte sich niemand zu dem Angriff. Iranische Streitkräfte greifen jedoch regelmäßig Schiffe an, die die Meerenge passieren, um die Kontrolle über die Wasserstraße aufrechtzuerhalten.
Zwei Tankschiffe nahe Iran angegriffen
In der Straße von Hormus sind Behördenangaben zufolge zwei Tankschiffe unter Beschuss geraten. Beide Schiffe seien gestern von unbekannten Projektilen getroffen worden, wie die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt mitteilte.
Der Iran reklamierte die Angriffe zunächst nicht für sich. »In der Straße von Hormus kommt es innerhalb jedes Zeitraums von 24 Stunden zu militärischen Auseinandersetzungen, aber seit einiger Zeit reagiert Amerika nicht mehr«, sagte jedoch ein Sprecher der Revolutionsgarden.
Iran verbietet Einfuhr von teuren Autos
Der Iran hat den Import von Luxusautos verboten. Präsident Massud Peseschkian ordnete das Verbot an, wie iranische Medien übereinstimmend berichteten. Damit soll unter anderem der Abfluss von Devisen ins Ausland reduziert werden. Seit Beginn des Irankriegs war die Wirtschaft des Landes immer weiter in die Krise geraten.
Irans Regierung warnt Bevölkerung vor Energieknappheit
Die iranische Regierung hat die eigene Bevölkerung vor Engpässen bei der Energieversorgung im Winter gewarnt. Durch den Irankrieg seien erhebliche Produktionskapazitäten verloren gegangen, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Sie sprach von täglich fast 230 Millionen Kubikmetern Erdgas – knapp ein Viertel der nationalen Produktion.
Trump dementiert Bericht über mögliche Sanktionslockerung für Iran
US-Präsident Donald Trump hat einen Medienbericht des Nachrichtenportals Axios als »Schwindel« bezeichnet, wonach er dem Iran Sanktionserleichterungen und die Freigabe eingefrorenen Vermögens angeboten habe – im Gegenzug für konkrete Zugeständnisse beim iranischen Atomprogramm. Trump dementierte das auf seiner Onlineplattform: »Das ist unwahr. Ich habe ihnen nichts angeboten.«
Ölpreise steigen nach US-Absage an den Iran
Nach der Absage eines iranischen Verhandlungsangebots durch US-Präsident Donald Trump sind die Ölpreise gestiegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um etwas mehr als ein Prozent auf 105,64 US-Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI stieg um 0,8 Prozent auf 93,11 US-Dollar.
Trump erwartet baldige Gespräche zwischen Iran und USA
US-Präsident Donald Trump erwartet nach eigenen Angaben, dass US-amerikanische Unterhändler im Laufe der kommenden Woche Gespräche mit iranischen Vertretern aufnehmen könnten. Das sagte er dem Nachrichtenportal Axios. »Sie wollen ein Abkommen schließen, aber es ist nicht das Abkommen, das ich schließen möchte«, sagte Trump demnach.
Zuvor hatten die USA ein Verhandlungsangebot des Iran über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus abgelehnt. Der Iran hatte seinen sogenannten Siebentageplan über Katar an die US-Regierung übermittelt. Nach Angaben von Mike Waltz, US-Botschafter bei den UN, verlangte die iranische Regierung dafür aber einige Vorbedingungen wie etwa die Lockerung weitreichender Sanktionen sowie den Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten. Trump bezeichnete das Angebot als »nicht annehmbar«.
Iran stellt US-Unterwasserdrohne sicher
Die iranische Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben in der Straße von Hormus eine Unterwasserdrohne der USA sichergestellt. Bei dem »koordinierten, komplexen Einsatz unter Geheimdienstaufsicht« habe die Revolutionsgarde eine »hoch entwickelte Unterwasserdrohne« vom Typ Remus 600 geborgen, hieß es dazu im staatlichen Fernsehen des Iran. Die Drohne sei zu »Spionagezwecken« eingesetzt worden und befinde sich nun in Händen iranischer Spezialisten, um mögliche Daten sicherzustellen.
What to Watch
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Weitere US-Truppenankünfte bis Ende November.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie reagiert der Iran auf die US-Truppenaufstockung?
- Wer steckt hinter den Angriffen auf die Öltanker?


