Eskalation im Nahost-Konflikt: Angriffe auf Schiffe, militärische Vorstöße und neue US-Sanktionen
Quick Look
- In der Straße von Hormus wurden erneut zwei Schiffe beschossen, während Huthis im Jemen die Hafenstadt Mokka einnahmen.
- Die USA verhängten neue Sanktionen gegen Iran-Unterstützer, und die IAEA meldete den Iran an den UN-Sicherheitsrat.
AI-generated summary
Why It Matters
Der anhaltende Iran-USA-Konflikt beeinträchtigt die Schifffahrt im Nahen Osten massiv. Die Verknappung von Gas führt weltweit zu höherem Kohleverbrauch.
Behörde: Zwei Schiffe vor Oman beschossen
In der Straße von Hormus sind erneut zwei Schiffe angegriffen worden. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe beobachtet, wie „vier unbekannte Geschosse“ die beiden Schiffe getroffen hätten, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Der Vorfall habe sich rund sieben Kilometer westlich des omanischen Ortes Khasab ereignet. Auf einem der Schiffe sei ein Brand ausgebrochen, während der Zustand des zweiten Schiffes unklar sei. Auch wer dafür verantwortlich war, ist ungewiss.
Der Iran blockiert im Konflikt mit den USA mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge weitestgehend. Laut US-Medien eskortiert das US-Militär jedoch immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der omanischen Küste durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
USA verhängen neue Sanktionen gegen Unterstützer des Iran
Die USA haben am Donnerstag neue Sanktionen gegen Firmen und Einzelpersonen verhängt, die nach Angaben der Regierung in Washington die libanesische Hisbollah und andere vom Iran unterstützte Gruppen im Nahen Osten fördern. Mit den Strafmaßnahmen solle der Iran wirtschaftlich weiter isoliert werden, teilte das US-Finanzministerium mit. Die Maßnahmen der Finanzaufsicht OFAC richten sich demnach gegen Unternehmen und Personen im Irak, im Libanon und in der Türkei. Diese sollen die irakisch-schiitische Miliz Kataib Hisbollah, die unter dem Kommando der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) stehe, und die libanesische Schiiten-Partei Hisbollah finanzieren.
Die Sanktionen sind Teil eines am 24. August angekündigten Vorstoßes. „'Operation Economic Outcast' richtet sich gegen diejenigen, die weiterhin zum strauchelnden iranischen Regime halten“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. „Ob sie Terror finanzieren, Geld waschen oder dem Iran helfen, Sanktionen zu umgehen – wir werden sie finden, sie vom US-Finanzsystem ausschließen und die Netzwerke zerschlagen, die das Regime über Wasser halten.“
UN-Gesandter warnt vor Gefahr für Schifffahrt durch Huthi-Vormarsch
Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, warnt den UN-Sicherheitsrat vor einer „neuen und gefährlicheren Phase“ im Jemen-Krieg. Die Einnahme der jemenitischen Hafenstadt Mokka durch die Huthi-Rebellen verschaffe ihnen eine direkte Präsenz an den Zugängen zur Meerenge Bab al-Mandab. Dies wecke ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Freiheit der Schifffahrt auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.
Israel: Unterirdische Hisbollah-Basis im Südlibanon zerstört
Die israelische Armee hat unterirdische Stellungen der vom Iran unterstützen Hisbollah-Miliz im Südlibanon zerstört. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz bestätigten die Aktion und teilten auf der Plattform X mit, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen. Von libanesischer Seite gab es für die Zerstörung zunächst keine Bestätigung.
Huthi nehmen wichtige Hafenstadt Mokka im Jemen ein
Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten zufolge die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemens eingenommen. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert damit einen wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres.
Huthi-nahe Medien und Nutzer sozialer Netzwerke verbreiteten Videos, die Patrouillen der Miliz innerhalb von Mokka zeigen sollen. Die Aufnahmen konnten nicht unabhängig verifiziert werden.
Iran setzt Frachtgebühr für ausländische Schiffe aus
Der Iran hat einem Medienbericht zufolge eine Frachtgebühr von zehn Prozent für ausländische Schiffe vorübergehend ausgesetzt, die Öl, Gas und flüssige Erdölprodukte transportieren. Es handelt sich dabei um Lieferungen in den oder aus dem Iran, wie die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldet. Dem Bericht nach soll die Aussetzung die Transportkosten senken und ausländische Reedereien ermutigen, weiterhin Güter in den oder aus dem Iran zu befördern. Die USA blockieren im Zuge ihres Kriegs gegen die Islamische Republik seit geraumer Zeit die iranischen Ölexporte auf dem Seeweg.
Huthis rücken am Roten Meer vor – Ölroute im Fokus
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz ist im Jemen an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab auf dem Vormarsch. Die Kämpfer griffen Insidern zufolge die vorgelagerten Hanisch-Inseln im Roten Meer an, während die Regierungstruppen und ihre Verbündeten sich nach Süden in die Stadt Dhubab zurückzogen. Deren Kontrolle gilt zusammen mit der nahegelegenen Insel Perim als Schlüssel für die Vorherrschaft über den Bab al-Mandab.
Eine Blockade würde für Golfstaaten wie Saudi-Arabien einen zentralen Handelsweg kappen, nachdem der Iran die Straße von Hormus als primäre Seeroute zwischen Asien und Europa faktisch bereits geschlossen hat. Die wegen der gefährlichen Navigationsbedingungen auch als „Tor der Tränen“ bekannte Schifffahrtsroute hat im Zuge des Kriegs der USA gegen den Iran zusätzlich enorm an Bedeutung gewonnen. Sie zählt zu den weltweit wichtigsten Strecken für den Transport von Rohöl und Kraftstoffen aus der Golfregion über den Suezkanal ins Mittelmeer sowie in umgekehrter Richtung für Handelsgüter mit Ziel Asien, darunter russisches Öl.
Hormus-Blockade treibt weltweiten Kohleverbrauch an
Die Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs treibt die weltweite Kohle-Nachfrage in die Höhe. Durch die Blockade komme es zu einem massiven Rückgang der Flüssiggas-Lieferungen, was die Preise stark steigen lasse, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris mit. Das habe Länder mit gasbefeuerten Kraftwerken und freien Kohlekraftwerkskapazitäten dazu veranlasst, verstärkt Strom aus Kohle zu erzeugen. Dadurch falle der Kohleverbrauch in Europa, Japan, Korea, China und anderen Märkten höher aus als zuvor erwartet.
Infolgedessen werde nun prognostiziert, dass die weltweite Kohlen-Nachfrage – die im Vergleich zum Vorjahr eigentlich leicht zurückgehen sollte – 2026 um 1,2 Prozent steigen wird, wodurch der weltweite Verbrauch auf einen Rekordwert von 8,94 Milliarden Tonnen steigen wird. Ob sich dieser Trend auch 2027 fortsetzt, hänge davon ab, ob die Meerenge weiter blockiert bleibe. Die Kohlepreise hätten angesichts dieser Entwicklung auf jeden Fall angezogen.
Huthi rücken auf strategisch wichtige Stadt im Jemen zu
Im Jemen nehmen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Huthi-Miliz um strategisch wichtige Gebiete am Roten Meer zu. Die Huthi-Miliz rückt dabei nach Angaben von Augenzeugen und Militärkreisen weiter in Richtung der Hafenstadt Mokka an der Westküste vor. Regierungstruppen und ihre Verbündeten haben sich nach Angaben aus Kreisen des Militärs aus dem Gebiet bei Hais nördlich von Mokka zurückgezogen.
Mokka liegt unmittelbar nördlich der Straße von Bab al-Mandab. Sie ist neben der Straße von Hormus eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten, unter anderem für Rohöl und Flüssiggas. Mit einer Übernahme könnten die vom Iran unterstützten Huthi den Schiffsverkehr im Roten Meer noch gezielter als bisher schon angreifen und blockieren.
Medien: US-Kampfflugzeuge bei Angriff in Jordanien beschädigt
Bei nächtlichen Angriffen auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien sind einem Medienbericht zufolge mehrere US-Militärflugzeuge beschädigt worden. Das berichtet die CBS-Reporterin Jennifer Jacobs auf der Plattform X. Eine Maschine vom Typ A-10 Thunderbolt sei getroffen worden. Des Weiteren seien etwa acht F-15-Kampfjets leicht beschädigt worden.
Bericht: Iran-Konflikt könnte bis Ende von Trumps Amtszeit dauern
Führende Berater im Weißen Haus haben US-Präsident Donald Trump einem Zeitungsbericht zufolge davor gewarnt, dass der Konflikt mit dem Iran bis zum Ende seiner Amtszeit targets dauern könnte. Zu den Beratern zählten Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf US-Regierungskreise. In internen Gesprächen im Oval Office und im Lagezentrum hätten sie darauf hingewiesen, dass Teheran dem Druck der USA weiter standhalten könnte. Dadurch könnte sich die Auseinandersetzung bis über das Ende von Trumps Präsidentschaft im Januar 2029 hinaus hinziehen. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Einschätzung der Berater steht im Gegensatz zu Trumps öffentlichen Äußerungen. Der Präsident hatte am Mittwoch erklärt, er erwarte ein Ende des Krieges „unmittelbar nach“ den US-Kongresswahlen im November. Der Iran versuche, die Abstimmung zu beeinflussen, werde seinen Widerstand jedoch nicht mehr lange aufrechterhalten können. Trump räumte zudem ein, dass diplomatische Gespräche weiterhin möglich seien, diese jedoch nicht bevorzugt würden.
Berichte über Explosionen im Süden des Irans
Im Süden des Irans ist es örtlichen Medienberichten zufolge im Bereich der Straße von Hormus zu Explosionen gekommen. Betroffen seien die Insel Gheschm in der Meerenge sowie die Städte Sirik und Minab, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf amtliche Quellen. Die Explosionen hätten sich auf dem Meer ereignet, hieß es weiter. Die Ursache der Explosionen sowie die genaueren Umstände blieben zunächst unklar.
Das US-Militär hatte zuletzt mehrfach iranische Öltanker in der Straße von Hormus oder angrenzenden Gewässern angegriffen. Es reagierte damit, nach eigener Darstellung, auf Attacken der Iranischen Revolutionsgarden auf US‑Kriegsschiffe in der Region.
Trump: Krieg endet unmittelbar nach US-Kongresswahlen
US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Krieg gegen den Iran „unmittelbar nach“ den US-Zwischenwahlen im November endet. Die Regierung in Teheran versuche, die Abstimmung zu beeinflussen, werde aber nicht länger durchhalten können, sagt er. Nach den Wahlen am 3. November würden auch die Ölpreise sinken.
US-Behörde EIA hebt Ölpreis-Prognosen wegen Iran-Kriegs an
Die US-Energiebehörde EIA hebt ihre Ölpreis-Prognosen für das laufende und das kommende Jahr an. Grund sei der rasche Rückgang der weltweiten Lagerbestände durch Lieferausfälle aus dem Nahen Osten infolge des Iran-Kriegs, teilt die Behörde mit. Für die Nordsee-Sorte Brent erwartet die EIA in diesem Jahr einen Durchschnittspreis von etwa 91 Dollar pro Barrel (159 Liter), was einem Anstieg von fast fünf Prozent gegenüber der vorherigen Schätzung für 2026 entspricht. Der Preis für die US-Sorte WTI werde voraussichtlich bei durchschnittlich 84,65 Dollar liegen und damit ebenfalls knapp fünf Prozent höher ausfallen. Der Bericht datiert vom 3. September und berücksichtigt noch nicht die jüngste Eskalation in Nahost.
IAEA meldet Iran wegen Atomverstößen an UN-Sicherheitsrat
Der 35-köpfige Gouverneursrat der UN-Atomenergiebehörde (IAEA) hat eine Resolution gegen den Iran verabschiedet. Damit wird die Islamische Republik wegen Verstößen gegen ihre Verpflichtungen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen an den UN-Sicherheitsrat gemeldet, wie Diplomaten erklären. Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass ein solcher Schritt unternommen wird. Die iranische Vertretung bei den internationalen Organisationen in Wien kritisiert den Beschluss auf der Plattform X als „voreingenommen“ und „politisch“. Die Entscheidung folgt auf eine Resolution vom 12. Juni des vergangenen Jahres, in der dem Iran die Nichteinhaltung seiner Verpflichtungen attestiert wurde. Am Tag darauf hatten Israel und kurz darauf auch die USA mit der Bombardierung iranischer Atomanlagen begonnen. Für die Weiterleitung an den Sicherheitsrat war ein zweiter Beschluss erforderlich.
Sparmaßnahmen: Irans Präsident schlägt autofreien Tag vor
Angesichts drohender Versorgungsengpässe hat Irans Präsident Massud Peseschkian einen autofreien Wochentag vorgeschlagen. Der konservativ-moderate Regierungschef forderte bei einer Kabinettssitzung „einen Tag pro Woche ohne Auto“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Der Ansatz müsse bei der Regierung und staatlichen Einrichtungen beginnen, bevor die Bevölkerung dazu aufgerufen werde, sagte er weiter.
Tote und Verletzte bei Explosion in Waffenlager in Syrien
In Syrien sind bei einer Explosion in einem Waffenlager im Nordwesten des Landes nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet worden. Elf Personen seien verletzt worden, teilte die Presseabteilung der Provinz Idlib statt. Die Explosion ereignete sich in der Stadt Sarmada. Es hieß, die Operzahl könne noch steigen. Gründe für die Explosion wurden nicht genannt.
Nach Angaben des syrischen Verteidigungsministeriums wurden in dem provisorischen Depot Waffen und Kriegsmaterial für den Weitertransport gelagert. Bei der Explosion seien auch mehrere Mitarbeiter des Ministeriums verletzt worden.
Erst vor wenigen Tagen war es in der Stadt Binnisch in Idlib zu einer Explosion in einem Waffenlager gekommen, bei der es ebenfalls Tote und Verletzte gegeben hatte. Der Zivilschutz und Mitarbeiter der Hilfsorganisation Roter Halbmond in Syrien suchten am Mittwoch zunächst weiter nach Überlebenden unter den Trümmern.
Proteste gegen möglichen Hormus-Einsatz in Südkorea
In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul haben Dutzende Menschen gehen einen möglichen Einsatz des Militärs in der Straße von Hormus reagiert. Sie forderten die Regierung auf, jegliche Forderung der USA zurückzuweisen, die Sicherung der durch den Iran-Krieg weitgehend blockierten Wasserstraße zu unterstützen. Die Protestteilnehmer warfen der US-Regierung in Sprechchören vor, Druck auf ihr Land auszuüben, damit es Militärhilfe leistet.
Die südkoreanische Regierung unter Präsident Lee Jae Myung hat nach eigenen Angaben Militärermittler in den Nahen Osten geschickt, die sich ein eigenes Bild von der Sicherheitslage verschaffen sollen. Eine Entscheidung über militärische Unterstützung sei jedoch nicht gefallen, hieß es aus Seoul.
US-Präsident Donald Trump hatte die vorzeitige Beendigung eines gemeinsamen Militärmanövers mit Südkorea im August damit begründet, dass das Land Unterstützung für den US-israelischen Krieg gegen den Iran verweigert habe. Dem Sender Fox News sagte er in der vergangenen Woche, Seoul sei nicht bereit, Hilfe zu leisten, obwohl die USA selbst mit einer Militärpräsenz in Asien für die Sicherheit Südkoreas sorgten. Der Iran hat „schwere Konsequenzen“ für den Fall angekündigt, dass sich Südkorea an US-Einsätzen in der Straße von Hormus beteiligt.
Iran kündigt erweitertes maritimes Sperrgebiet an
Der Iran weitet sein maritimes Sperrgebiet bei der Straße von Hormus aus. Das neue Sperrgebiet
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weltweiter Kohleverbrauch steigt 2026 um 1,2 Prozent auf Rekordniveau.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wer ist direkt für den Angriff auf die Schiffe vor Khasab verantwortlich?
- Reagiert Südkorea auf den Druck der USA bzgl. Militäreinsatz?





