
Deutschland steht vor einer Zukunftskrise, da geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand gehen, weniger Erwerbstätige die alternde Gesellschaft tragen müssen und der jahrzehntelange Produktivitätsvorsprung schwindet, während internationale Konkurrenz mehr arbeitet, stärker investiert und schneller innoviert.
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Deutschland hat jahrzehntelang von einem Produktivitätsvorsprung profitiert, der durch hohe Wertschöpfung pro Arbeitsstunde in der Industrie entstand. Gleichzeitig altern die geburtenstarken Jahrgänge, wodurch weniger Erwerbstätige für die Sozialsysteme aufkommen müssen.
In der Physik lernt man sehr früh eine einfache Formel: Leistung ist Arbeit pro Zeit. Für eine Volkswirtschaft ist das Prinzip erstaunlich ähnlich: Wirtschaftsleistung und Wohlstand hängen davon ab, wie viel wir arbeiten und wie viel Wert daraus entsteht. Wir müssen also etwas leisten, um uns etwas leisten zu können: gute Bildung, verlässliche Infrastruktur, soziale Sicherheit.
Deutschland steckt nicht in einer klassischen Arbeitsmarktkrise. Wir stehen vor einer Zukunftskrise – einer Herausforderung, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat.
Zum einen gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Immer weniger Menschen im Erwerbsalter müssen die Kosten einer alternden Gesellschaft tragen. Gleichzeitig schmilzt der Produktivitätsvorsprung, der jahrzehntelang Deutschlands Erfolg ermöglichte. Deutsche Fabriken kosteten mehr, schufen pro Arbeitsstunde aber auch mehr Wert. Dieser Vorsprung wird immer kleiner, weil andere besser werden.
Unsere internationale Konkurrenz reagiert darauf mit Tempo: Sie arbeitet mehr, investiert massiv in modernste Anlagen und bringt neue Technologien schneller in die Anwendung. Deutschland ist zwar immer noch ein starker Wettbewerber. Aber wir fallen zurück. Die Gleichung, auf der lange unser Wohlstand beruhte, geht nicht mehr auf: Wir arbeiten weniger, investieren zu wenig und sind zu langsam.

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