EU-Kommission: Brüssel ermittelt wegen Porta-Übernahme durch XXXLutz
Quick Look
- Die EU-Kommission hat eine vorläufige Untersuchung zur geplanten Übernahme von Porta durch XXXLutz abgeschlossen und warnt vor möglichen Wettbewerbsverzerrungen in Deutschland, Tschechien und der Slowakei.
- Die Behörde sieht Risiken sowohl auf der Verkaufs- als auch auf der Beschaffungsseite und hat bis zum 25.
- Februar 2027 Zeit, eine endgültige Entscheidung zu treffen.
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Why It Matters
Die EU-Kommission hatte im Juli 2024 eine Untersuchung zur geplanten Übernahme von Porta durch XXXLutz eingeleitet, nachdem die Transaktion bereits im Januar 2025 öffentlich bekanntgegeben worden war. Die Unternehmen dürfen laut EU-Wettbewerbsrecht bis zur Freigabe keine Maßnahmen ergreifen, die zu einem faktischen Kontrollwechsel führen.
Eine vorläufige Untersuchung warnt vor den Folgen für den Wettbewerb in drei EU‑Staaten. Das heißt aber nicht, dass der Deal untersagt wird.
Filiale von XXXLutz am Standort Rangsdorf: Brüssel hat bis zum 25. Februar 2027 Zeit, eine Entscheidung zu treffen.. Foto: XXXLutz Deutschland
Brüssel. Die EU-Kommission ermittelt wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen bei der geplanten Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelriesen XXXLutz. Es gebe nach einer vorläufigen Untersuchung Hinweise, dass der Zusammenschluss dem Wettbewerb in Deutschland, Tschechien und der Slowakei schaden könne, teilte die Brüsseler Behörde mit.
Besonders in der Bundesrepublik hätten XXXLutz und Porta eine besonders starke Stellung im Bereich der Möbel-Discounter. Viele ihrer Filialen konkurrieren laut Kommission in denselben Regionen um Kunden. Fällt der gegenseitige Wettbewerbsdruck weg, drohten höhere Preise und weniger Auswahl für Kunden, so die Sorge der Behörde.
Auch auf der Beschaffungsseite sieht die Kommission Risiken für die Märkte in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Polen. XXXLutz sei bereits ein wichtiger Kunde für Möbelhersteller und verfüge über erhebliche Einkaufsmacht.
Würden auch die Porta-Marken Teil von XXXLutz, fiele einer der wenigen großen alternativen Abnehmer weg, heißt es in der Mitteilung. Die Kommission will demnach nun prüfen, ob Lieferanten dadurch stärker vom fusionierten Unternehmen abhängig würden.
Die Brüsseler Behörde hat bis zum 25. Februar 2027 Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die nun ausgeweiteten Ermittlungen bedeuten nicht, dass die Übernahme am Ende untersagt wird.
Untersuchung läuft seit dem Sommer
Bereits im Juli hatte die Kommission eine Untersuchung gestartet. Die Wettbewerbshüter verdächtigen die Unternehmen, mit der Durchführung der Übernahme nicht abgewartet zu haben, bis eine Genehmigung dafür vorliegt.
Das Vorhaben war nach Kommissionsangaben erst am 7. September dieses Jahres in Brüssel angemeldet worden. Die geplante Transaktion zwischen XXXLutz und Porta sei demnach aber bereits Anfang Januar 2025 öffentlich bekanntgegeben worden.
Bis zur Freigabe dürfen die beteiligten Unternehmen laut EU-Regeln keine Maßnahmen ergreifen, die zu einem faktischen Kontrollwechsel führen – etwa die Abstimmung von Geschäftsabläufen oder den Austausch sensibler und wettbewerbsrelevanter Informationen. Die EU-Kommission hatte nach eigenen Angaben aber Hinweise, wonach XXXLutz und Porta möglicherweise gegen diese sogenannte Stillhalteverpflichtung verstoßen hätten.
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Sorge in der Möbelindustrie
Die deutsche Möbelindustrie hatte im vergangenen Jahr angesichts der geplanten Übernahme von einer „dramatischen Nachricht“ gesprochen. „Käme dieser Kauf zustande, würde sich die ohnehin schon hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter verschärfen und eine bedrohliche Größenordnung erreichen“, hieß es in einer Reaktion der Verbände der deutschen Möbelindustrie.
Die XXXLutz-Unternehmensgruppe, zu der auch Roller, Home24, Mömax und Poco gehören, ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler. Porta gibt es seit 1965. Damals wurde das erste Einrichtungshaus in der Nähe von Porta Westfalica errichtet.
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Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen werden von XXXLutz und Porta im Rahmen der Stillhalteverpflichtung vermutet?
- Wie wird die endgültige Entscheidung der EU-Kommission ausfallen?
- Welche alternativen Abnehmer für Möbelhersteller würden bei einem Wegfall von Porta entstehen?







