EU-Kommission will unbürokratische Firmengründung ermöglichen
Künftig soll die Gründung von Unternehmen in der EU einfacher werden – ohne Notartermin und Mindestkapital. Doch EU-Mitgliedsländer leisten Widerstand.
Quick Look
- Die EU-Kommission plant eine einfache und digitale EU-weite Firmengründung für 100 Euro ohne Notartermin.
- Gründer drohen mit Abwanderung in die USA, während EU-Mitgliedsländer um Standards wie den Arbeitsschutz fürchten.
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Why It Matters
Die EU-Kommission schlägt einen einheitlichen Rechtsrahmen für Start-ups vor, um europaweite Firmengründungen zu vereinfachen.
Es könnte alles so einfach sein: Künftig soll jeder in der EU in kürzester Zeit für 100 Euro ein Unternehmen gründen und anmelden können – vollständig digital, ohne Notartermin und ohne Mindestkapital. Zumindest nach dem Willen der EU-Kommission und 26.000 Gründern in Europa, die sich zu einer Initiative zusammengeschlossen haben, um genau dieses Vorhaben einzufordern. Die Gründer drohen damit, andernfalls in die USA abzuwandern, wo alles bekanntlich viel einfacher und unbürokratischer ist.
Die EU-Kommission hat daher ein entsprechendes Gesetz vorgeschlagen. Es schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen für Start-ups. Künftig müssen Gründer ihre Firma nur einmal europaweit registrieren. Doch genau das stößt auf Widerstand bei den Mitgliedsländern, die den Vorschlag im Gesetzgebungsprozess nun abschwächen wollen. Direkt kommt die Angst: Könnten die Gründer die neue Rechtsform EU Inc. etwa als Schlupfloch nutzen, um die in Deutschland besonders hohen Arbeitsschutzstandards zu umgehen, und ihre Firma einfach dort anmelden, wo bestimmte Arbeitsschutzstandards nicht gelten? Was ist mit Kündigungsschutz?
Open Questions
- Wie wollen die Mitgliedsländer Arbeitsschutzstandards schützen?
- Wann wird das Gesetz final verhandelt?






