EU kritisiert Trauerfeier für Kriegsverbrecher Mladic in Serbien scharf
EU-Spitzen verurteilen die offizielle Unterstützung und Teilnahme hochrangiger serbischer Amtsträger an der Beerdigung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic.
Quick Look
- EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und EU-Ratspräsident Costa kritisieren die Trauerfeier für den Kriegsverbrecher Ratko Mladic in Belgrad scharf.
- Die Teilnahme serbischer Amtsträger stehe im Widerspruch zu EU-Werten.
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Why It Matters
Ratko Mladic wurde wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und starb Ende August in Den Haag.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa haben die Trauerfeier für den verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic in Serbien scharf kritisiert. Die Bilder der Beerdigung in Belgrad seien "schockierend", erklärten sie. Besonders die offizielle Unterstützung und die Teilnahme hochrangiger serbischer Amtsträger seien "zutiefst bedauerlich".
Dies stehe im Widerspruch zu den Werten, auf denen Serbiens Weg in die Europäische Union beruhe, erklärten von der Leyen und Costa. Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidat. Die Verhandlungen kommen seit Jahren kaum voran.
Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas sagte: "Jede Verherrlichung von Kriegsverbrechen, das Leugnen von Völkermord und Revisionismus widersprechen den grundlegendsten europäischen Werten und haben keinen Platz in der EU oder in EU-Kandidatenländern", hieß es in seiner Stellungnahme.
Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Tausende Menschen hatten am Montag an Mladics Beisetzung teilgenommen. Der frühere bosnisch-serbische Armeechef war Ende August in Den Haag gestorben. Dort verbüßte er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Mladic war unter anderem für seine Rolle beim Massaker von Srebrenica 1995 verurteilt worden. Bosnisch-serbische Truppen ermordeten dort mehr als 8.000 Menschen, zum Großteil muslimische Männer und Jungen. Trotz seiner Verurteilung wird Mladic von serbischen Nationalisten bis heute als Held verehrt.
Open Questions
- Welche konkreten Konsequenzen hat die Teilnahme serbischer Amtsträger für die EU-Beitrittsverhandlungen?


