
Russische Drohnen treffen Bus und Züge in der Ukraine, während die EU vor einer 'offen feindseligen Welt' warnt und Polen die Grenze befestigt.
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Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen einen russischen Angriffskrieg. Die Spannungen zwischen Russland und der Nato haben sich zuletzt durch Grenzvorfälle erhöht.
Die Europäische Union sieht sich nach den Worten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit einer „offen feindseligen Welt“ konfrontiert. Auf dem europäischen Kontinent wüte ein territorialer Angriffskrieg, während andere Konflikte in der Nähe ausgebrochen seien, sagt von der Leyen bei ihrer Rede zur Lage der Union in Straßburg. Zudem präge ein Kampf um industrielle Kapazitäten den globalen Wettbewerb, und ein Kampf der Narrative versuche, das Vertrauen in Europa zu schwächen.
Bei russischen Drohnenangriffen im Süden der Ukraine sind mindestens fünf Menschen in einem Linienbus getötet worden. Weitere sieben Passagiere wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, verletzt. Die Verletzten würden medizinisch versorgt, teilte Hanscha mit und warf Russland Terror vor. Auch in Kiew wurden erneut russische Angriffe gemeldet. Dort standen Lagerhallen in Flammen, zudem wurde eine Person verletzt.
Im Gebiet Mykolajiw traf eine russische Drohne den Personenzug Nr. 122 auf der Strecke Kiew-Mykolajiw. Alle Insassen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, Verletzte gab es nicht. Der Zug geriet jedoch in Brand. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr griff Russland insgesamt mit 80 Flugobjekten an, mehr als 60 davon seien unschädlich gemacht worden. Die Ukraine beklagt zudem, dass bei den zuletzt verstärkten Angriffen auf Züge und Eisenbahnanlagen Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört worden seien.
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erfolgreich eine neue, selbst entwickelte Waffe zur Abwehr von Drohnen getestet. Bei einem Einsatz in der Nacht sei ein Treffer erzielt und eine Drohne vom Typ „Shahed“ zerstört worden, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videoansprache. „Einige technische Details müssen jedoch noch verfeinert werden“, erklärte er weiter. „Wir brauchen noch etwas mehr Zeit.“ Die Arbeit an weiteren Entwicklungen werde fortgesetzt.
Selenskyj zufolge wurden in der Nacht 93 Prozent aller russischen Drohnen abgefangen. „Das ist beachtlich. Aber natürlich wird mehr gebraucht“, sagte er. Die Ukraine entwickelt seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 verstärkt eigene Technologien zur Drohnenabwehr und konzentriert sich dabei auf Abfangraketen als effizientes und günstigeres Mittel. Größere Schwierigkeiten haben die ukrainischen Streitkräfte jedoch bei der Abwehr russischer ballistischer Raketen. Die Regierung in Kiew hat daher die westlichen Verbündeten um die Lieferung weiterer Abfangsysteme gebeten.
Eine über Litauen von Nato-Kampfjets abgeschlossene Drohne war mit Sprengstoff bestückt. Dies teilte Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Die Sprengladung sei von Spezialkräften entschärft worden, schrieb Kaunas auf Facebook. Die Drohne werde weiterhin untersucht und analysiert.
In Litauen wurde in der Nacht zu Dienstag ein unbemanntes Flugobjekt von italienischen Eurofightern über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai vom Himmel geholt. Verletzte oder Schäden gab es nicht. Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen des baltischen EU- und Nato-Landes zuvor über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert.
Genauere Angaben zur Herkunft und zum Typ der abgeschossenen Drohne gab es zunächst nicht.
Nach intensiven russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen stärkeren Schutz für die Eisenbahn angekündigt. „Obwohl die Russen unsere Bahn als eines ihrer Hauptziele betrachten, funktioniert die ukrainische Eisenbahn weiterhin auf hohem Niveau“, sagte der Staatschef. Dabei dankte er den Bahnmitarbeitern für ihre „äußerst professionelle und mutige Arbeit“. Die Logistik werde trotz Verspätungen und der angerichteten Schäden aufrechterhalten.
Selenskyj stellte zusätzliche Schutzmaßnahmen für Eisenbahnanlagen und auch für die Grenzübergänge der Bahn in Aussicht. Er habe darüber mit Regierungschef Serhij Korezkyj und anderen Regierungsvertretern gesprochen. „Das ist keine abstrakte Frage, es geht um das Leben der Ukraine“, unterstrich Selenskyj. Am vergangenen Wochenende hatte eine russische Drohne eine Lokomotive am Grenzbahnhof Jahodin in der Westukraine getroffen. Kurz davor hatte den Bahnhof nach ukrainischen Angaben ein Zug mit ehemaligen westlichen Regierungsvertretern und Diplomaten passiert.
Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind ein Mann und eine Frau getötet worden. Eine weitere Frau sei verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Stadt, Wadym Ljach, bei Facebook mit. Es seien drei Wohnhäuser beschädigt worden.
Die Vereinten Nationen (UN) erwägen wegen anhaltender russischer Luftangriffe, ihre Hilfsgüter in der Ukraine in unterirdische Bunker zu verlegen. In diesem Jahr hätten russische Angriffe zehn Lagerhäuser der Organisation getroffen und Hilfsgüter im Wert von Millionen Dollar zerstört, sagt der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Matthias Schmale, der Nachrichtenagentur Reuters in Genf.
Unter den getroffenen Einrichtungen befindet sich auch ein Hauptlager der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit medizinischen Gütern. Die UN prüfen zudem den Kauf von gepanzerten Fahrzeugen und Drohnen-Abwehrsystemen. Die zusätzlichen Kosten sind im Hilfsbudget von 2,3 Milliarden Dollar für 2026 nicht vorgesehen.
Die russische Flugabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zum Dienstag 222 ukrainische Drohnen abgefangen. Der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, erklärte, in der Stadt Taganrog habe ein schwerer ukrainischer Drohnenangriff mehrere Brände verursacht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, das ukrainische Militär habe in der Stadt eine Drohnenfabrik angegriffen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht in den jüngsten Zwischenfällen in Litauen und Dänemark ein größeres Muster russischer Aggression gegen Europa. Die Vorfälle seien nicht isoliert, sondern „Teil eines umfassenderen Musters russischer Aggression und Provokation gegen Europa, das unsere Bereitschaft und unsere Entschlossenheit auf die Probe stellt“, sagte von der Leyen am Dienstag.
„Russland wird feststellen, dass unsere Entschlossenheit nur stärker wird.“ In Litauen hatten Nato-Kampfjets nach Angaben der Behörden eine in den Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. In Dänemark wurde dem Außenministerium zufolge ein Hubschrauber der Luftwaffe mit Leuchtkörpern beschossen, als er eine russische Fregatte in der Ostsee beobachtete.
Das westliche Verteidigungsbündnis Nato wird sich nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul konsequent gegen Verletzungen der Souveränität wie durch die Drohne in Litauen zur Wehr setzen. „Wir sehen erneut Feindseligkeiten von russischer Seite, gegen Nato-Verbündete“, sagte Wadephul am Rande eines Besuchs der Vereinten Nationen in Genf. „Es zeigt einmal mehr, was Russland versucht: Es versucht, uns zu spalten, zu verunsichern und beides darf nicht gelingen.“ Die Nato habe gezeigt, dass sie derartige Angriffe zurückweisen kann. „Wir lassen uns nicht verunsichern“, sagte Wadephul.
Russland warnt westliche Politiker und Diplomaten vor Reisen in die Ukraine. Sie sollten die Risiken „nüchtern“ abwägen, mahnt die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Hintergrund ist ein russischer Drohnenangriff auf eine Bahnstrecke, die kurz zuvor ein Zug mit dem britischen Ex-Premierminister Boris Johnson und dem schwedischen Ex-Ministerpräsidenten Carl Bildt passiert hatte. Sacharowa erklärt, Bahnhöfe und die Transportinfrastruktur für das ukrainische Militär seien legitime Ziele. Russland habe ausländische Diplomaten im Mai aufgefordert, Kiew wegen der Angriffe auf Rüstungsbetriebe zu verlassen.
Nach den jüngsten russischen Drohnenangriffen auf einen Zug von Kiew nach Warschau und auf die ukrainische Grenzregion will Polen seine Grenzübergänge zur Ukraine befestigen. „Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigen, dass Russlands Vorgehen die Sicherheit ganz Europas gefährdet“, schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X. Pioniere der polnischen Armee sollen nun die Grenzposten mit sogenannten Hesco-Barrieren verstärken, wie das Oberkommando auf X mitteilte.
Dies sind vom Militär verwendete Körbe aus Metall und Kunststofffolie, die mit Sand gefüllt werden. Außerdem sollen in der Nähe der Grenzübergänge Dorohusk, Medyka und Korczowa zusätzliche Beobachtungs- und Wachposten gebaut werden. Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des regulären Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Verletzt wurde niemand.
Das ukrainische Militär macht mit Verzögerung erfolgreiche Gegenangriffe im Norden des Gebiets Donezk öffentlich. Der Kommandeur des 3. Armeekorps, Andrij Bilezkyj, berichtete in einem Video, nördlich der Stadt Lyman seien auf einer Fläche von 75 Quadratkilometern in mehreren Dörfern eingesickerte russische Stoßtrupps ausgeschaltet worden. Ukrainische Truppen hätten das Dorf Serednje und eine Fläche von zehn Quadratkilometern von russischen Truppen zurückerobert.
Dies sei jedoch nur ein Teil der Offensive mit dem Codenamen „Vivaldi“, sagte Bilezkyj. Wegen der strikten Geheimhaltung auf ukrainischer Seite hatte es aus dieser Region seit dem Frühsommer kaum Nachrichten gegeben. Erst in den vergangenen Tagen machten von Militärexperten verifizierte Fotos und Videoaufnahmen deutlich, dass es der Ukraine gelungen war, die Stadt Lyman zu sichern und einen großen Vorstoß der russischen Streitkräfte zurückzuwerfen.
Russische strategische Bomber vom Typ Tu-95 haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau Patrouillenflüge über neutralen Gewässern der Barentssee und der Norwegischen See unternommen. Die Maschinen seien dabei zeitweise von ausländischen Kampfflugzeugen eskortiert worden, melden russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Ministerium.
Das ukrainische Parlament hat für die Entlassung des Generalstaatsanwalts Ruslan Krawtschenko gestimmt. Eine deutliche Mehrheit von 317 Abgeordneten unterstützte einen entsprechenden Antrag von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Krawtschenko hatte vor rund einer Woche im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre in seiner Behörde seinen Rücktritt eingereicht, aber von einer „politischen Entscheidung“ gesprochen.
Am Montag erhob er in einem Video Vorwürfe gegen die ukrainischen Antikorruptionsbehörden und forderte deren Chefs zum Rücktritt auf. Zudem gab er an, sich auf einer Dienstreise im Ausland zu befinden. Selenskyj forderte die Abgeordneten auf, Krawtschenko schnellstmöglich zu entlassen.
Russland wird die Kampfhandlungen in der Ukraine nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow auch im Falle von Friedensgesprächen nicht einstellen. Lawrow erklärt, die sogenannte „Militäroperation“ werde auch während solcher Verhandlungen fortgesetzt. Die Ukraine fordert hingegen eine Waffenruhe als Grundlage für Verhandlungen.
Eine russische Fregatte hat am Donnerstag in internationalen Gewässern vor der dänischen Küste nach Angaben aus Kopenhagen zwei Leuchtkugeln auf einen dänischen Militärhubschrauber abgefeuert. Die Geschosse hätten den Helikopter knapp verfehlt, teilte das Militär des Nato-Landes mit. Der Hubschrauber sei auf einem Routineeinsatz gewesen, um die russische Fregatte zu fotografieren. Bei der Leuchtmunition handele es sich um Pyrotechnik, die auf See üblicherweise als Warnsignal genutzt werde, hieß es in der Mitteilung weiter. Wegen des Vorfalls will Dänemark den russischen Botschafter einbestellen. Dies kündigte Verteidigungsminister Jeppe Bruus im dänischen Sender TV2 an. Eine russische Stellungnahme zunächst nicht vor.
Russland hat erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen angegriffen und dabei wieder eine Tankstelle getroffen. Ein Mensch sei verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Auch ein Lagerhaus sei getroffen worden. Den ukrainischen Behörden zufolge hat Russland zuletzt seine Angriffe auf Tankstellen ausgeweitet. Aus Russland meldeten die Behörden ihrerseits neue ukrainische Angriffe. In der südrussischen Hafenstadt Taganrog habe ein Raketenangriff unter anderem erneut eine Lagerhalle des Online-Händlers Ozon beschädigt. Zudem habe ein Drohnenangriff eine Industrieanlage in der Region Samara an der Wolga getroffen. Um welche Anlage es sich handelte, wurde nicht genannt. In der Region befinden sich große Ölraffinerien.
Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie.
Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, dass ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein könnte. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.
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Polen verstärkt Grenzübergänge zur Ukraine.
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