AI-generated summary
Der Bundesgerichtshof hatte eine Dreijahresfrist eingeführt, nachdem der BGH der Ansicht war, dass Energieversorgern sonst finanzielle Risiken entstehen würden, wenn alle Preisänderungen während der Vertragslaufzeit unwirksam wären. Das Kammergericht Berlin legte dem EuGH die Frage vor, ob diese Frist mit EU-Recht vereinbar ist.
Verbraucherinnen und Verbraucher müssen rechtswidrige Preiserhöhungen in Energieverträgen nach EU-Recht nach einer bestimmten Zeit ohne Widerspruch nicht hinnehmen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg stellte sich in einem Urteil gegen die bisherige Lösung des Bundesgerichtshofs (BGH). Danach müssen Kundinnen und Kunden Preiserhöhungen im Energiesektor auch aufgrund einer unwirksamen Klausel akzeptieren, wenn sie nicht innerhalb von drei Jahren widersprechen. Vom EuGH hieß es nun: Das sei nicht mit EU-Recht vereinbar.
Die sogenannte Dreijahreslösung hatte der BGH angesichts der teils sehr lange laufenden Energieverträge entwickelt. Der Gedanke dahinter: Es birgt große finanzielle Risiken für Versorgungsunternehmen, wenn alle Preisänderungen während der Vertragslaufzeit ihre Wirkung verlieren und nur der zu Beginn vereinbarte Preis gilt. Der BGH steckte daher im Energiesektor den Zeitraum von drei Jahren ab, über den hinaus Kundinnen und Kunden kein Geld zurückfordern können, wenn sie unwirksame Erhöhungen nicht rechtzeitig beanstanden.
Hintergrund ist ein Fall aus Berlin
Den EuGH angefragt hatte das Kammergericht in Berlin. Dort läuft ein Rechtsstreit, bei dem eine Gesellschaft Geld von ihrem Fernwärme-Versorger zurückverlangt. Der Arbeitspreis in ihrem Vertrag war zwischen 2015 und 2020 jährlich geändert worden. Dies hatte die Kundin im Jahr 2019 beanstandet. Das mit dem Fall befasste Kammergericht hält die zugrunde liegende Klausel für missbräuchlich, stellte aber fest, dass die Gesellschaft sich wegen der Dreijahreslösung möglicherweise nicht darauf berufen könnte. Das deutsche Gericht wandte sich an den EuGH.
Die Entscheidung aus Luxemburg bedeutet nicht automatisch, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sämtliche zu viel gezahlten Beträge zurückbekommen. Im konkreten Fall entscheidet das Gericht in Berlin. Der EuGH betonte, dass ein Vertrag nach dem Wegfall missbräuchlicher Klauseln grundsätzlich für die Parteien bindend bleiben müsse.
Verbraucherzentrale begrüßt Entscheidung
Die BGH-Rechtsprechung «haben wir als Verbraucherzentrale bereits seit langem kritisch gesehen», teilte ein Experte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mit. Die Entscheidung aus Luxemburg erleichtere es, gegen Preiserhöhungen vorzugehen, die auf unwirksamen Klauseln beruhen, auch wenn kein Widerspruch erfolgt sei. Für die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, macht das Urteil deutlich, «mit welchen rechtlichen Unsicherheiten Wärmenetzbetreiber zunehmend konfrontiert sind». Der Rechtsrahmen für die Verträge müsse überarbeitet werden.
AI outlook — possibilities, not facts
Das Kammergericht Berlin wird den Fall neu verhandeln und wahrscheinlich der Kundin Recht geben.
Likely · Within months
Der Bundesgesetzgeber wird den Rechtsrahmen für Energieverträge überarbeiten, um Rechtssicherheit zu schaffen.
Possible · Within months
The Federal Constitutional Court has temporarily lifted the detention for the left-wing extremist Lina E. The Dresden Higher Regional Court ordered her detention in June because she refused to testify as a witness in the Antifa East trial.

In the case of 100-year-old Anna B., who accused her bank manager of theft, the district court refused to open the main proceedings. The Landshut public prosecutor's office decided not to file a complaint, which caused outrage among the injured party's lawyer.

Federal Justice Minister Stefanie Hubig calls for at least five years in prison for the use of knockout drops in the ARD morning magazine. The Bundestag is discussing a corresponding draft law.

An heir left empty-handed after years of disputes and the estate was used up, but was still expected to pay inheritance tax. The Federal Finance Court has now decided that an equity assessment must take specific claims for compensation and their reasonableness into account.

A federal judge in Austin has ordered Texas state prisons to be equipped with air conditioning by the end of 2029, after nearly 90,000 inmates were held in uncooled cells last summer and extreme heat was deemed inhumane and unconstitutional.

The Oldenburg Higher Regional Court ruled that e-bike owners are not liable for subsequent battery fires after a slight fall without visible damage. A precautionary check in a specialist workshop is unreasonable if the bike continues to function without any problems.