
Handelskommissar Maros Sefcovic warnt vor einem Defizit von über 397 Milliarden Euro und kündigt neue Instrumente gegen Handelsungleichgewichte an.
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Das Handelsdefizit der EU mit China erreichte in der ersten Jahreshälfte 197 Milliarden Euro. Experten führen dies auf Subventionen und Wettbewerbsnachteile in China zurück.
Dublin. Der EU droht im Warenhandel mit China ein neues Rekorddefizit. Wie Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem EU-Ministertreffen in Dublin sagte, könnte bei einer Fortsetzung der aktuellen Entwicklungen am Ende des laufenden Jahres ein größeres Minus stehen als vor vier Jahren.
„Unser Handelsdefizit mit China hat in der ersten Hälfte dieses Jahres fast 197 Milliarden Euro erreicht“, sagte Sefcovic. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, könnten wir den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 von 397 Milliarden Euro übertreffen.“
Um zu ausgeglicheneren Handelsbeziehungen zu kommen, wird die EU-Kommission nach Angaben von Sefcovic in den kommenden Wochen Aufforderungen der Staats- und Regierungschefs nachkommen und neue Instrumente gegen Ungleichgewichte entwickeln. Gleichzeitig sollen vorhandene EU-Instrumente genutzt und der Dialog fortgesetzt werden.
Als einen ersten Schritt in die richtige Richtung sieht die EU, dass China jüngst eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos nach Europa akzeptierte. Ziel es nach Angaben von Sefcovic, dass Chinas Lieferungen in den kommenden vier Jahren auf weniger als die Hälfte der bisher erwarteten Menge sinken.
Das große Handelsdefizit ist aus EU-Sicht vor allem deswegen nicht tragbar, weil es nach Analysen von Wirtschaftsexperten auch auf übermäßige und flächendeckende Subventionen, Währungsmanipulationen und Wettbewerbsnachteile heimischer Unternehmen in China zurückzuführen ist. Wenn günstige Importe aus China die heimische Produktion zunehmend verdrängen, können Arbeitsplätze und ganze Industriezweige unter Druck geraten.
Deutlich positiver beschrieb Sefcovic bei dem von der irischen EU-Ratspräsidentschaft organisierten Ministertreffen die jüngsten Entwicklungen der Handelsbeziehungen zu den USA. Er teile die Einschätzung der Minister, wonach sich die Beziehungen und der Handel weitgehend stabilisiert hätten und der im vergangenen Jahr in Turnberry vereinbarte Handelsdeal funktioniere.
„Im Jahr 2025 stiegen die EU-Exporte in die USA um 3,5 Prozent auf 555 Milliarden Euro. In vergangenen Monaten lagen sie zudem über dem monatlichen Durchschnitt des Jahres 2024“, erklärte Sefcovic. Die EU setze die gemeinsame Erklärung der EU und der USA um - insbesondere im Hinblick auf Zollsenkungen, Energieeinkäufe und Investitionen. Teilweise gehe dies sogar über die vereinbarten Zielvorgaben hinaus.
AI outlook — possibilities, not facts
Einführung neuer EU-Instrumente gegen Handelsungleichgewichte.
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