
Christine Lagarde fordert vor der Weltklimakonferenz in Antalya verstärkte Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft beim Klimaschutz.
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Die EZB hat unter Lagarde den Klimaschutz stärker in ihre Geldpolitik integriert. Dies ist unter Experten umstritten, da Kritiker eine Mandatsüberschreitung sehen.
Die Folgen des Klimawandels und ihr Einfluss auf die Finanz- und Preisstabilität liegen Lagarde sehr am Herzen. Vor Beginn der Weltklimakonferenz äußert sie einen Appell an die Politik.
Berlin. Angesichts der Hitzewelle warnt EZB-Chefin Christine Lagarde vor den Folgen klimatischer Veränderungen. „Die Kosten des Klimawandels steigen, und künftige Schocks lassen sich möglicherweise schwerer abfedern“, erklärte sie in einem am Mittwoch veröffentlichten Eintrag auf der EZB-Blogwebsite.
„Extreme Hitze wird häufiger und mit größerer Wucht zurückkehren, und die Folgen werden diejenigen am härtesten treffen, die am wenigsten in der Lage sind, sie zu verkraften“, schreibt Lagarde. Europa habe die Mittel, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Man sei es „den Generationen schuldig, die mit diesen Sommern leben müssen“.
Die Folgen des Klimawandels liegen Lagarde sehr am Herzen. Unter ihrer Führung hat die Notenbank den Einfluss klimatischer Bedingungen auf mehreren Ebenen stärker in ihre Geldpolitik und Bankenaufsicht integriert, besonders mit Blick auf die Preis- und Finanzstabilität. Unter Experten ist dies umstritten. Kritiker vertreten die Auffassung, die Notenbank überschreite ihr Mandat.
Lagardes Eintrag erfolgt kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz in der Türkei. Die EZB-Chefin fordert stärkere Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft beim Klimaschutz. „Der COP31-Gipfel in Antalya, der nächste Woche beginnt, bietet die Gelegenheit, Ambitionen weltweit in Taten umzusetzen“, führt sie aus.
Lagarde verweist in ihrem Blogeintrag darauf, dass der Energiepreisschock infolge des Krieges im Nahen Osten mit der Hitze in diesem Sommer zusammenfiel und beide Faktoren wechselseitig aufeinander einwirkten. Hitzewellen und Dürre verschärften demnach den durch den Konflikt bedingten Preisdruck.
Lagarde erläutert die Zusammenhänge folgendermaßen: Die Stromnachfrage stieg, da Verbraucher und Unternehmen verstärkt auf Klimaanlagen zurückgriffen. Gleichzeitig verringerten niedrige Wasserstände die Stromerzeugung aus Wasserkraft, und ein durch Wassermangel eingeschränktes Kühlwasserangebot begrenzte die Kapazitäten von Kernkraftwerken. „Zusammengenommen führten diese Faktoren zu einem Anstieg der Stromgroßhandelspreise und verringerten die Möglichkeiten, die höheren Preise für fossile Brennstoffe durch erneuerbare Energien und Kernkraft abzufedern“, so das Fazit Lagardes.
Die EZB-Präsidentin hat in der vergangenen Woche angekündigt, vorzeitig von der EZB-Spitze zurückzutreten. Sie begründet dies mit dem Wunsch, frei sprechen und ihre Gedanken frei äußern zu können. Das sei in der Rolle als Chefin der Euro-Notenbank nicht möglich. Details zu ihrer beruflichen Zukunft sind nicht bekannt.

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