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BackFassungslosigkeit in Stade nach Amoktat
Fassungslosigkeit in Stade nach Amoktat
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Spiegel Deutschland6d agoCrime4 min readGermany

Fassungslosigkeit in Stade nach Amoktat

Quick Look

  • Bei einer Amoktat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade starben sechs Menschen.
  • Tatverdächtig ist ein 45-jähriger türkischer Staatsbürger, der möglicherweise im Streit um das Sorgerecht für sein Kind handelte.
  • Mutter und Kind blieben unverletzt.

AI-generated summary

Why It Matters

Drei separate Nachrichtenereignisse: eine Amoktat in Stade, die Enthüllung eines Kanzlerporträts und die Debatte über Hitzeschutzmaßnahmen in Deutschland, sowie die Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

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Fassungslosigkeit in Stade

Nach grausamen Verbrechen steht oft die bohrende Frage nach dem Warum im Mittelpunkt. Warum mussten gestern bei einer Amoktat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sechs Menschen sterben?

Tatverdächtig ist ein 45-Jähriger, der in Deutschland geboren wurde und die türkische Staatsbürgerschaft hat. Nachdem die Polizei ein terroristisches oder politisches Motiv schnell ausgeschlossen hatte, kamen gestern Abend weitere Details ans Licht. Hintergrund ist womöglich der Streit um das Sorgerecht für ein drei Monate altes Mädchen (mehr hier).

Das Kind und die Mutter waren laut Polizei in der Jugendhilfeeinrichtung untergebracht, in einem Mutter-Kind-Heim. Der Tatverdächtige, der Vater des Kindes, hatte dort offenbar einen Termin wegen des Sorgerechts. Getötet wurden wohl ausschließlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugendhilfe und Jugendamt. Mutter und Tochter blieben unverletzt. Die Polizei spricht von einer »extrem kaltblütigen Gewalttat«.

Doch was genau wollte der mutmaßliche Täter erreichen? Hätte man den polizeibekannten Mann womöglich aufhalten können? Woher hatte er die Waffe? All das bleibt vorerst im Dunkeln. In Stade herrscht Fassungslosigkeit.

Enthüllung für Merkel

Wer im Kanzleramt unterwegs ist, dem fällt es oft sofort ins Auge: Die Ahnengalerie mit den früheren Kanzlern ist noch immer unvollständig. Der Letzte, der in der Porträtreihe hängt, ist Gerhard Schröder.

Angela Merkel hat sich mit der Wahl eines Künstlers für ihr Porträt lange Zeit gelassen (mehr dazu hier ). Dass sie sich schließlich für den jungen Maler Jérémie Queyras entschied, ist erst seit vergangener Woche bekannt.

Heute wird Merkels Bild nun enthüllt. Für die Altkanzlerin war es ein Wagnis, nicht auf einen bekannten Namen zu setzen. Mit Queyras, so berichtete die »Zeit«, besuchte Merkel ihre Heimat in der Uckermark. Verbrachte etliche Stunden an einem Ort, der geheim bleiben musste.

Vielleicht wird es heute ein emotionaler Moment für Merkel. Einer der letzten großen Meilensteine nach dem Ende ihrer Amtszeit: dieses Bild, auf dem die ikonische Raute fehlt, der typische Merkel-Blazer aber nicht. »Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird«, sagte sie der »Zeit«. So wie man Angela Merkel kennt, dürfte sie damit aber ganz gut leben können.

Schutzlos in der Hitze

Die Extremhitze zieht ab, doch als politisches Thema könnten uns die gefährlichen Temperaturen noch etwas länger beschäftigen. Notwendig wäre das. Wenn Menschen sterben, Schulen schließen und Patienten in Krankenhäusern der Hitze ausgeliefert sind, zeigt sich nicht nur, wie brutal der Klimawandel sein kann (mehr hier ). Sondern auch, wie schlecht Deutschland darauf vorbereitet ist.

Nach dem Extrem-Wochenende nahm die Debatte Fahrt auf. Die Grünen schlugen Solar-Klimaanlagen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kitas vor. Umweltminister Carsten Schneider sprach über Begrünung in Städten und Trinkbrunnen. Zwischen Bund, Ländern und Kommunen begann eine Diskussion darüber, wer das bezahlen soll.

Zu befürchten ist, dass es mit der Debatte jetzt auch schon wieder vorbei ist. Weil der Wetterumschwung kurzfristig Linderung bringt. Weil man mit Klimaschutz und Anpassung keine Wahlen gewinnt. Und weil in Zeiten von Trump, Ukrainekrieg und Wirtschaftskrise Klimapolitik schon länger als »nice to have« gilt.

Nur: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

Mehr Hintergründe hier: Wenn das Krankenhaus zur Hitzefalle wird

Verlierer des Tages…

…ist Deutschland. Bis zum Schluss hat die Nationalmannschaft alles gegeben im Spiel gegen Paraguay, doch es hat nicht gereicht. Nachdem es lange Zeit 1:1 stand, schaffte Jonathan Tah in der Verlängerung sogar noch ein Tor. Doch der Schiedsrichter erkannte es wieder ab. Dass viele Experten das für eine Fehlentscheidung halten, ändert am Ergebnis nichts. Im Elfmeterschießen bewies die Mannschaft aus Paraguay die stärkeren Nerven (hier zum Nachlesen im Liveblog ).

Nachdem die Nationalmannschaft zuletzt zweimal in Folge in der Vorrunde bei einer WM gescheitert ist, ist sie nun also im Sechzehntelfinale rausgeflogen. Dabei hätte das Land eine erfolgreiche WM gut gebrauchen können. In einer Zeit, in der der größte deutsche Autobauer massiv Stellen abbaut und Deutschlands Stellung in der Welt erodiert – da hätte ein Erfolg bei der WM zumindest die Stimmung im Land heben können.

Doch mittlerweile ist es eine bittere Wahrheit, dass beim deutschen Fußball Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen (mehr zur Niederlage gegen Paraguay erfahren Sie in dieser Spielanalyse ).

Kapitän Joshua Kimmich will seine DFB-Karriere übrigens trotz WM-Aus fortsetzen. Und: Paraguays Präsident ruft nach dem Sieg über Deutschland einen Nationalfeiertag aus. Alles Wichtige zum aktuellen WM-Tag können Sie hier im Newsblog verfolgen .

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Debatte über Klimaschutz und Anpassung wird nach der kurzfristigen Wetterberuhigung wieder in den Hintergrund treten.

    Likely · Short term

Open Questions

  • Warum musste die Amoktat geschehen?
  • Hätte der Täter aufgehalten werden können?
  • Wie wird Deutschland auf zukünftige Hitzewellen vorbereitet?

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This article was originally published by Spiegel Deutschland.

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