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Seit mehr als zehn Jahren galt in Deutschland eine Regel, wonach der Steuertarif bei Inflation angepasst wird, um zu verhindern, dass der Staat an steigenden Preisen verdient. Diese Praxis soll sicherstellen, dass Bürger bei Lohnanpassungen an die Inflation nicht in einen höheren Steuersatz rutschen (kalte Progression).
Eigentlich ist es ein Skandal. Seit mehr als zehn Jahren galt eine stille Regel: Steigen die Preise, zieht der Bund den Steuertarif nach, damit er nicht selbst an der Inflation verdient. Diese Regel hat die Koalition gerade gebrochen. Wer sich darüber ärgert, der hat zwar recht – wird sich aber in den nächsten Jahren noch umgucken. Denn die Geldnot fängt gerade erst an.
Trotz aller großen Töne von Finanzminister Klingbeil bleibt von seiner Steuerreform unter dem Strich: Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren werden die Folgen der Inflation im Steuertarif nicht ausgeglichen; wer einfach das Gehalt mit der Inflation mit erhöht bekommt, zahlt also einen höheren Steuersatz. Sogar die eingeplanten Entlastungen für Geringverdiener werden in vielen Fällen von den Belastungen der Sozialreformen aufgefressen.
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Klingbeil argumentiert, er habe kein Geld für größere Entlastungen gehabt. Er beschuldigt die Union, nicht zum Sparen bereit gewesen zu sein; die Union sieht die Schuld bei Klingbeils SPD – so wollte keiner von seinen Prestigeprojekten lassen. Und da ist das Bedenkliche. Denn wenn es jetzt schon so schwierig ist, Frischluft durch den Bundeshaushalt zu schicken, dann wird es in den nächsten Jahren noch problematischer.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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Seit Monaten weist die Wirtschaftsweise Veronika Grimm darauf hin: Der Spielraum im Bundeshaushalt wird immer enger. Im Jahr 2029 reichen die Einnahmen der Bundesregierung laut ihrer eigenen Planung nicht mal mehr für Soziales, Verteidigung und die Kreditzinsen. Schon diese drei Ausgabenblöcke funktionieren nur noch auf Pump, der Rest der öffentlichen Aufgaben dann sowieso. Da kommt ein dickes Problem, und die Bundesregierung kann das nicht mal ihren Nachfolgern überlassen: Die nächste Wahl ist planmäßig erst im Frühling 2029, den Haushalt für jenes Jahr muss noch Klingbeil aufstellen, zumindest sollte er selbst darauf hoffen.
Steuererhöhungen bringen nicht mehr viel Geld
Mancher träumt in dieser Geldnot von neuen Steuererhöhungen. Doch selbst dafür ist der Spielraum geringer, als man denkt. Auch steuerfreundliche Ökonomen ziehen heute schon von den Mehreinnahmen geplanter Steuererhöhungen ein Drittel ab, weil die hohen Steuern die wirtschaftliche Aktivität doch drücken. Für Spitzenverdiener hebt Klingbeil die Belastung der Einkommen trotzdem über 50 Prozent. Mit jedem Prozentpunkt schwindet der Nutzen; von jetzt an bringen höhere Steuersätze weniger und weniger an Einnahmen.
Schnell zu sparen, ist auch nicht leicht. Große Teile des Bundeshaushalts sind durch Gesetze auf mehrere Jahre hinaus festgenagelt. Daran etwas zu ändern, das geht nicht schnell. Wer eine Bundesausgabe streichen möchte, muss in vielen Fällen Planungssicherheit gewährleisten und Übergangsfristen einräumen. Den Haushalt zu sanieren, das geht beim besten Willen nicht, wenn man erst im Sommer 2028 damit anfängt, zumal dann der Wahlkampf näher rückt.
Selbst wenn Klingbeil gar keine Lust auf Steuerentlastungen hat, führt an einem Satz kein Weg vorbei: Sein Ministerium muss jetzt anfangen, den Bundeshaushalt zu sanieren, damit es in zwei Jahren nicht zum großen Knall kommt. Jetzt müssen die Ausgaben durchforstet werden. Klingbeils Lage wird etwas erleichtert dadurch, dass die Steuereinnahmen ein bisschen steigen werden, dafür sorgen allein die Inflation und womöglich sogar etwas Wirtschaftswachstum – aber eine echte Entlastung wird das für Klingbeil nur dann, wenn er von jetzt an keine neuen Ausgaben mehr zulässt, die diesen Finanzspielraum auffressen.
Und was heißt das für die Wähler? In zwei Jahren wäre es turnusgemäß wieder dran, den Steuertarif wenigstens so an die Inflation anzupassen, dass die Bürger bei gleicher Kaufkraft keine höheren Steuersätze zahlen. Wer in zwei Jahren wenigstens diese Selbstverständlichkeit haben möchte, der muss heute darauf drängen, dass die Bundesregierung tatsächlich spart. Und darf jetzt keine neuen Ausgaben mehr fordern.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird gezwungen sein, Ausgaben zu kürzen, um den Haushalt zu sanieren.
Likely · Within months
Bis zur Bundestagswahl 2029 wird die finanzielle Lage der Bundesregierung weiter angespannt sein.
Very likely · Within years
In Saxony-Anhalt, around 1.69 million eligible voters are called to vote in the state elections on September 6th. The AfD under top candidate Ulrich Siegmund could be involved in a state government for the first time and even achieve an absolute majority. The party is classified by the Office for the Protection of the Constitution as “certainly right-wing extremist”. At the same time, initiatives are discussing tactical voting to prevent an AfD majority, while postal voter turnout is high and the first results are expected from 7 p.m.

In Saxony-Anhalt, the polling stations are open for the state elections. Almost 1.7 million citizens are entitled to vote. Demonstrations are expected in Magdeburg and Halle to protest against the AfD. Economist boss Monika Schnitzer warns of the economic consequences of an AfD government, while Education Minister Karin Prien takes a stand against the abolition of compulsory schooling. Attacks on journalists have increased.
In Saxony-Anhalt, the polling stations are open for the state elections. Around 1.7 million eligible voters can cast their votes. According to surveys, the AfD is at 41 percent, well ahead of Prime Minister Sven Schulze's CDU at 23 percent. The election decides the composition of the new state parliament in Magdeburg.

The polling stations in Saxony-Anhalt are open for the state elections, and around 1.7 million eligible voters can cast their votes. At the same time, the Magdeburg bishop preaches against the AfD. The article is not fully readable due to access restrictions.
On the day of the state elections in Saxony-Anhalt, Catholic Bishop Gerhard Feige and Siemens boss Christian Bruch warned against the AfD. Feige criticizes nationalist and xenophobic tendencies, Bruch sees the AfD's economic policy as critical for Germany as a location. The AfD top candidates also comment on the formation of a government and a stable majority.

In the state elections in Saxony-Anhalt, 1.7 million people between Annaburg, Osterwiek, Wittenberge and Zeitz will be able to decide on the composition of the new state parliament. According to a current survey by the Elections Research Group, the AfD is clearly ahead with 40 percent, followed by the CDU (23), the Left (13), the SPD (9) and the Greens (6). BSW and FDP would each miss out at three percent.