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BackFormel 1 in Madrid: Was ist Norris' Pole Position wert?
Formel 1 in Madrid: Was ist Norris' Pole Position wert?
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FAZ32 minutes agoSports5 min readGermanyView translation

Formel 1 in Madrid: Was ist Norris' Pole Position wert?

Lando Norris überrascht im Qualifying in Madrid mit der Pole Position. Doch Ferrari und Mercedes lauern, während WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli von Platz zwei startet.

Quick Look

  • Lando Norris sichert sich überraschend die Pole Position für den Formel-1-Grand-Prix in Madrid.
  • WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli startet von Platz zwei, während Ferrari und Mercedes im Renntrimm stark eingeschätzt werden.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Formel 1 trägt erstmals ein Rennwochenende auf einer neuen Strecke in Madrid aus.

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Ferrari oder Mercedes, das war die Frage der ersten Sessions auf der neuen Strecke in Madrid. Mal hatte ein Pilot im roten Anzug, mal einer im schwarzen Anzug die Nase vorne. McLaren, die Männer in papaya, fuhren hinterher. Sie wirkten wie Fahrer für die dritte oder vierte Reihe.

In der letzten Minute des Qualifyings aber stand plötzlich der Weltmeister vorne. Mit seiner ersten starken Runde setzte sich Lando Norris (McLaren) an die Spitze des Feldes, das er auch beim Rennen anführen wird. Als er auf der Ziellinie zur Anzeige schaute, sei er „schockiert und überrascht“ gewesen, sagte der Mann aus Bristol: „Aber es gibt manchmal Fahrten, bei denen alles funktioniert. Das war eine der besten Runden meines Lebens.“

Ob das auch für die 57 Runden, die mehr als 300 Rennkilometer am Sonntag gilt, ist zweifelhaft. Zu stabil wirkten Ferrari und Mercedes am Freitag und Samstag. Norris allerdings hat zwei Argumente auf seiner Seite: Es ist sehr schwer, in den engen Gassen von Madrid zu überholen. Und selbst wenn der Weltmeister 2025 vermutlich nicht mehr der Weltmeister 2026 wird, ist er zumindest der Weltmeister des Spätsommers – von den vergangenen drei Rennen hat Norris zwei gewonnen (Ungarn, Niederlande).

Festigt Kimi Antonelli seine WM-Führung?

Zur Erinnerung: Der erste Sieg von Kimi Antonelli ist ein halbes Jahr her. Bei sieben Grand-Prix-Erfolgen steht der junge Italiener mittlerweile. Der vorläufige Höhepunkt war die Fahrt von Starplatz 19 auf den ersten Rang vergangene Woche in Monza. Nicht nur im Rennwagen verhielt er sich wie ein Champion. Antonelli, gerade 20 geworden, surfte auf den Händen seiner Fans. Und er sprach ins Mikrofon: Das Beste kommt erst noch.

Zumindest in dieser Saison müsste das Beste nicht mehr kommen. Antonelli liegt weit vorne. Er hat selbst seinen Teamkollegen distanziert; George Russell gab am Rennwochenende in Madrid zu, Antonelli sei momentan der Bessere. Antonelli gibt das die Freiheit, zu tun, was er momentan besser beherrscht als alle anderen: zu racen.

Die erste Bestzeit auf dem neuen Kurs setzte zwar Russell. Danach aber entschied Antonelli die Trainings für sich und verlor erst in letzter Sekunde die Pole Position an Norris. Nichts scheint den Italiener aus der Ruhe zu bringen, auch nicht der ungewohnte Parcours in Spanien. Vieles spricht für den schnellsten Fahrer im schnellsten Auto.

Kommt es auf der neuen Strecke zum Chaosrennen?

An den Tagen vor dem Rennen gab es neben der Jagd auf die besten Startplätze noch eine zweite, inoffizielle Disziplin. Wer findet die schönste Beschreibung für die neue Strecke an der Messe? Zur Wahl stehen:

„die Achterbahn“ (Nico Hülkenberg)

„eine unversöhnliche Strecke“ (nochmal Hülkenberg)

„das kompliziertere Monaco“ (Kimi Antonelli)

„Adrenalin für die Fahrer“ (Fernando Alonso)

„eine Piste, die nicht verzeiht“ (Sergio Perez)

Gesprochen wird viel über Kurve 12, Spitzname: „La Monumental“. Bei 24 Prozent Querneigung rasen die Fahrer mit 280km/h den Halbkreis entlang. Sie könnte schon bald ikonisch werden, heißt es prompt, so wie die Haarnadelkurve in Monaco oder die Parabolica in Monza. Die wenigsten Kurven aber sind ikonisch geworden, weil sie jemand so genannt hat. Meist ist etwas Ikonisches auf ihnen geschehen. Noch also ist „La Monumental“ vor allem eins: sehenswert. „Auf den Fotos sieht sie super aus“, lobte Max Verstappen (Red Bull).

Für das Rennen könnte Kurve 12 wichtig werden, weil sich an ihrem Ende eine der wenigen Überholchancen bietet. Charles Leclerc (Ferrari) und Verstappen warnten bereits, es gebe auf der ganzen Strecke keine Möglichkeit vorbeizuziehen. Der WM-Führende Antonelli erwartet deshalb ein strategisches Rennen, kein chaotisches. Eine Rolle könnte die Boxengasse spielen, die länger ist als auf allen anderen Strecken. Ein Stopp dauert bis zu 25 Sekunden.

Das befürchtete Chaos ist in den Sessions am Freitag und Samstag nicht ausgebrochen. Beim Formel 3-Rennen am Samstag kam es zwar zu einer schweren Kollision. Die Formel 1-Piloten aber fuhren konzentrierter auf der engen Strecke mit ihren vielen Schikanen und wenigen Auslaufzonen. Einzig Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad und Haas-Pilot Oliver Bearman ließen die roten Flaggen wehen, Rekordweltmeister Lewis Hamilton (Ferrari) verbremste sich einmal und fuhr in die Streckenbegrenzung.

Vertragen sich Leclerc und Hamilton wieder?

Apropos Hamilton: In Monza, vor einer Woche, kollidierte der Rekordweltmeister beinahe mit seinem Ferrari-Kollegen Charles Leclerc. Hamilton, der Antonelli in der Fahrerwertung näher ist als Leclerc, forderte danach „Regeln“. Das deuteten manche als Wunsch nach einer Stallorder. Leclerc, Hamilton und Teamchef Fred Vasseur beschwichtigten in Madrid: alles ausgesprochen, „von Angesicht zu Angesicht“, und keine neue Vereinbarung.

Die alten Schach-Kumpel Hamilton und Leclerc wirkten in Madrid friedlicher als noch in Monza. Unglücklich für Ferrari: Das galt auch für ihre Fahrten auf der Strecke. Nach starken Trainingsleistungen stehen Hamilton und Leclerc beim Rennstart auf Position 4 und 5. So hilft selbst das ausgefeilteste Regelwerk nicht, um Antonelli näherzukommen.

Wie wird sich Hülkenberg schlagen?

Im inoffiziellen Metapherwettbewerb kämpfte der einzige Deutsche Nico Hülkenberg um die Spitzenposition. Im Qualifying schied er knapp vor der letzten Runde aus, auf Platz 11 geht der 39 Jahre alte Pilot ins Rennen. Von dort hat er ordentliche Chancen, Punkte zu sammeln. Erst sechs sind es in dieser Saison.

Reicht das, um 2027 im Audi-Cockpit zu bleiben? Der Vorstandschef des Autounternehmens, Gernot Döllner, ließ in Madrid durchblicken, ein deutscher Fahrer in einem deutschen Auto sei kein Selbstzweck – auch wenn die Besetzung helfe, das Team zu etablieren und er „wahnsinnig happy“ mit den beiden Audi-Piloten sei. „Wir werden uns immer an der Leistungsfähigkeit und am Fahrermarkt orientieren“, sagte Döllner. Hülkenberg muss sich strecken.

Haben Alonso und Sainz einen Heimvorteil?

Zwei Spanier fahren in Madrid ein Formel 1-Rennen, und beide haben eine schöne Geschichte mitgebracht. Die erste geht so: Als ein kleiner Junge namens Fernando bei seinen Eltern im Wohnzimmer ein Autorennen schauen wollte, drückten sie ratlos auf die Fernbedienung. Kein spanischer TV-Sender zeigte die Formel 1. Der Junge aber kannte ein Trick: Er machte RTL an, „den deutschen Sender, wissen Sie.“ Jahrzehnte später sagt er das stolz, er lächelt schelmisch.

Der Junge sitzt heute als zweimaliger Weltmeister vor der internationalen Presse und redet über die Formel 1. Die meisten Fans sprechen über ihn, Fernando Alonso. Über das, was er hinterlässt, wenn er einmal nicht mehr mitfährt. „Mein größtes Vermächtnis ist der Wandel in Spanien“, sagt der Junge von früher selbst, mittlerweile 45 Jahre alt.

Ein Raum weiter erzählt der zweite Spanier, ein Madrilene sogar, seine Geschichte. „Als ich 10 war, wollte ich so sein wie er“, sagt Carlos Sainz und meint Alonso. Sein Landsmann habe die Formel 1 verändert, selbst den Motorsport. Viele Fans in Spanien verfolgen ihre beiden Piloten. Alonso und Sainz verfolgen vergeblich die schnellen Autos vor ihnen. Kein Heimvorteil also. Es wäre eine Überraschung, wenn einer der beiden punktet.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Austragung des Formel-1-Rennens in Madrid am Sonntag um 15.00 Uhr

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Open Questions

  • Wer gewinnt das Rennen in Madrid?
  • Kann Norris seine Pole Position verteidigen?

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This article was originally published by FAZ.

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