
Gérald Darmanin unterstützt Édouard Philippe und warnt vor einer Stichwahl zwischen den politischen Extremen.
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Marine Le Pen wurde im Juli wegen Veruntreuung von EU-Geldern verurteilt, hat jedoch Berufung eingelegt. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.
Acht Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich klärt sich das Kandidatenfeld des Mitte-rechts-Lagers: Justizminister Gérald Darmanin verzichtet auf eine eigene Kandidatur und will Ex-Premierminister Édouard Philippe unterstützen. »Es ist im allgemeinen Interesse, die Zahl der Kandidaturen nicht zu vergrößern«, sagte Darmanin in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der Zeitung »La Voix du Nord« . Darmanin warnte vor einer Stichwahl der Extreme: Die Gefahr eines Duells zwischen der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon sei groß, sagte er.
Er halte Le Pen für eine »weitaus gefährlichere Kandidatin« als den Parteichef des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, sagte Darmanin. Der 30-jährige Bardella hatte sich monatelang auf eine Kandidatur vorbereitet für den Fall, dass Le Pen von der Justiz an ihrer Kandidatur gehindert würde. Anfang Juli verurteilte ein Berufungsgericht die RN-Fraktionschefin wegen der Veruntreuung von EU-Geldern zu drei Jahren Haft, davon zwei auf Bewährung und ein Jahr unter elektronisch überwachtem Hausarrest.
Die Strafe ist derzeit ausgesetzt, Le Pen hatte Berufung eingelegt. Es wird damit gerechnet, dass das Verfahren nicht vor der im April und Mai anstehenden Präsidentschaftswahl abgeschlossen wird.
Einigung in linkem Lager steht noch aus
Philippe war von 2017 bis 2020 Premierminister und gründete später eine eigene Partei, die das Präsidentenlager unterstützt. In Umfragen lag der 55-Jährige zuletzt mit 14 bis 16 Prozent hinter Le Pen, die auf 34 bis 36 Prozent kommt. Mit Mélenchon liegt er demnach in etwa gleichauf.
Das linke Lager hat sich bislang nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Die besten Chancen werden dem EU-Abgeordneten Raphaël Glucksmann eingeräumt. Aber auch der sozialistische Ex-Präsident François Hollande zeigt sich interessiert an einer Kandidatur. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht direkt wieder antreten.
Der erste Wahlgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich findet am 18. April 2027 statt, der zweite Wahlgang zwei Wochen später am 2. Mai.
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Erster Wahlgang der Präsidentschaftswahl am 18. April 2027.
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