Frankreich will bis 2040 eigenen Kampfjet entwickeln
Quick Look
- Frankreich kündigt die Entwicklung eines eigenen Kampfflugzeugs bis 2040 an, nachdem das deutsch-französische FCAS-Projekt gescheitert ist.
- Verteidigungsministerin Vautrin betont die Autonomie der französischen Industrie.
- Bereits bewilligte 2,5 Milliarden Euro sollen teilweise in das neue Projekt fließen.
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Why It Matters
Das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS (Future Combat Air System) ist nach neun Jahren gescheitert. Frankreich plant nun, die bereitgestellten Mittel für die Entwicklung eines eigenen Kampfflugzeugs bis 2040 zu nutzen, während Deutschland nach alternativen Kooperationsmöglichkeiten sucht.
Frankreich will bis 2040 ein eigenes Kampfflugzeug bauen. Die französische Industrie sei »derzeit das einzige Team in Europa, das in der Lage ist, ein Kampfflugzeug völlig autonom zu entwickeln und zu produzieren«, sagte Verteidigungsministerin Catherine Vautrin der Nachrichtenagentur AFP zufolge im Senat. Sie erwähnte insbesondere die Unternehmen Dassault, Safran und Thalès, »das ist ein bedeutendes technisches Kapital für die Souveränität unseres Landes«.
Die Ankündigung folgt auf das Ende des deutsch-französischen Kampfjetprojekts FCAS. Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Mit dessen Entwicklung waren der französische Rüstungskonzern Dassault und die Airbus-Rüstungssparte beauftragt worden, zwischen denen es zuletzt große Unstimmigkeiten gab. Neun Jahre arbeiteten die beiden Länder an dem gemeinsamen Kampfjet, am Montag verkündeten sie das Aus.
Frankreich will die bereitgestellten Mittel nun für den eigenen Kampfjet nutzen. Die 2,5 Milliarden Euro, die bereits für die Entwicklung des FCAS bewilligt worden seien, würden »nahezu komplett« dazu beitragen, bis 2040 ein eigenes Kampfflugzeug zu entwickeln. Von den Investitionen fließe jeweils die Hälfte in autonome Entwicklungen und die andere Hälfte in Vorhaben mit Partnern.
Mit dem FCAS-Kampfjet wollte Frankreich seine Rafale-Flugzeuge und Deutschland seine Eurofighter ablösen. Ein Konsortium um den Flugzeugbauer Airbus will am Donnerstag eine Absichtserklärung für ein mögliches Nachfolgeprojekt unterzeichnen, um auch in Deutschland einen eigenen Kampfjet zu entwickeln.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) machte klar, dass er mit Frankreich andere Teile des FCAS-Vorhabens weiterführen will, insbesondere das Kommunikationssystem. Wie die Zusammenarbeit aussehen soll, sollen die Verteidigungsminister beider Seiten bis zum nächsten deutsch-französischen Regierungstreffen im Juli erarbeiten.
Auch die deutsche Industrie prescht nach dem Aus für den gemeinsamen Kampfjet mit Frankreich vor. Doch Kanzler Merz hält sich beim Rundgang auf der Luftfahrtmesse ILA alle Optionen offen. Lesen Sie hier mehr dazu: Airbus hofft auf einen Auftrag, der Kanzler redet über Kooperation
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Frankreich wird bis 2040 ein eigenes Kampfflugzeug entwickeln.
Likely · Long term
Deutschland wird versuchen, Teile des FCAS-Projekts, wie das Kommunikationssystem, mit Frankreich fortzuführen.
Very likely · Medium term
Airbus wird eine Absichtserklärung für ein Nachfolgeprojekt unterzeichnen.
Likely · Short term
Open Questions
- Welche spezifischen Partner Frankreich für sein neues Kampfflugzeugprojekt sucht.
- Wie die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich bei anderen Teilen des FCAS-Vorhabens (z.B. Kommunikationssystem) konkret aussehen wird.
- Ob das von Airbus angestrebte Nachfolgeprojekt in Deutschland realisiert wird und welche Rolle es spielen könnte.
- Wie sich die Entscheidung auf die europäische Rüstungszusammenarbeit insgesamt auswirkt.



