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Fraport bewirbt sich um Betrieb von 22 weiteren Regionalflughäfen in Griechenland
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Handelsblatt1 hour agoBusiness3 min readGermanyView translation

Fraport bewirbt sich um Betrieb von 22 weiteren Regionalflughäfen in Griechenland

Der deutsche Konzern will sein erfolgreiches Griechenland-Geschäft ausbauen und konkurriert mit zwei weiteren Bietern um die Konzession für staatliche Airports.

Quick Look

  • Fraport bewirbt sich um die Konzession für 22 staatliche griechische Regionalflughäfen.
  • Das deutsche Unternehmen setzt damit auf den anhaltenden Tourismusboom in Griechenland, wo es bereits 15 Flughäfen betreibt.

AI-generated summary

Why It Matters

Fraport betreibt in Griechenland bereits 14 Regionalflughäfen über die Tochtergesellschaft Fraport Greece und hat kürzlich den Flughafen Kalamata übernommen.

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Athen. Fraport setzt auf den Tourismusboom in Griechenland. Der deutsche Konzern gehört zu drei Bietern, die sich jetzt um die Konzession für den Betrieb 22 staatlicher Regionalflughäfen beworben haben. Darunter sind die Flughäfen der Ferieninseln Naxos, Paros und Chios. Zusammen fertigten die 22 Airports 2025 rund 2,5 Millionen Passagiere pro Jahr ab. Für Fraport wäre der Zuschlag eine interessante Erweiterung seines bereits bestehenden, profitablen Geschäfts in Griechenland.

Weitere Bewerber sind die Betreibergesellschaft des Athener Flughafens Athens International Airport (AIA) sowie ein Konsortium aus dem griechischen Baukonzern GEK Terna und dem indischen Flughafenbetreiber GMR. Die 22 Flughäfen, die zum Portfolio des Staatsfonds Hellenic Growth Fund gehören, sollen als Paket vergeben werden. Der künftige Betreiber übernimmt Verwaltung, Betrieb, Instandhaltung und Ausbau für rund 40 Jahre.

Fraport ist in Griechenland bereits stark engagiert. Seit 2017 betreibt die Tochtergesellschaft Fraport Greece 14 griechische Regionalflughäfen, darunter den Airport von Thessaloniki sowie Flughäfen auf Ferieninseln wie Rhodos, Korfu, Kos, Mykonos und Santorini. Fraport hat nach eigenen Angaben in diese Standorte bereits rund zwei Milliarden Euro investiert.

Das Geschäft hat sich für Fraport zu einem wichtigen Ertragspfeiler entwickelt. Im ersten Halbjahr 2026 setzte Fraport Greece 203,3 Millionen Euro um, 7,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 10,2 Prozent auf 86,5 Millionen Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich von 4,3 auf 11,6 Millionen Euro.

Auch beim Verkehr geht es weiter aufwärts. Die 14 Flughäfen fertigten in den ersten sechs Monaten 13,65 Millionen Passagiere ab, 5,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr rechnet Fraport mit rund 38,7 Millionen Passagieren. Besonders stark wächst das internationale Geschäft: Rund 10,1 Millionen der Passagiere im ersten Halbjahr flogen auf internationalen Verbindungen.

Bei den 22 Flughäfen, um die es jetzt geht, stieg der internationale Verkehr in den ersten acht Monaten 2026 um 14,4 Prozent. Das gesamte Passagieraufkommen legte zwar nur um 0,9 Prozent zu, doch die Entwicklung zeigt, dass insbesondere kleinere Flughäfen durch neue internationale Verbindungen zusätzliches Potenzial haben.

Das gilt allerdings nicht für alle Standorte gleichermaßen. Während beispielsweise Kastoria, Syros und Skyros in diesem Jahr kräftig zulegen, brach der Verkehr auf Naxos und Ikaria deutlich ein. Für den künftigen Betreiber wird es deshalb darauf ankommen, Investitionen in die Infrastruktur mit der Akquisition neuer Flugverbindungen zu verbinden.

Das ist eine Herausforderung. Viele der jetzt zur Vergabe anstehenden Flugplätze haben nur sehr wenig Verkehr. Das erschwert einen wirtschaftlichen Betrieb. Beispiel Kastoria in Nordgriechenland: Der Airport fertigte im vergangenen Jahr gerade mal 5057 Passagiere ab. Das waren pro Tag durchschnittlich 14 Fluggäste.

Auch die Flugplätze von Kasos, Kozani und Nea Anchialou kamen 2025 auf weniger als 10.000 Passagiere. Ein anderes Beispiel: Kastelorizo, Griechenlands östlichste Insel mit rund 400 Einwohnern, wird im Winter nur ein- bis zweimal pro Woche von Rhodos aus angeflogen. Für die griechischen Inlandsfluggesellschaften Olympic Air und Sky Express lohnt sich der Verkehr zu solchen Destinationen nur dank staatlicher Subventionen.

Dennoch traut sich Fraport offenbar zu, mit den Konzessionen für die 22 Flughäfen Geld zu verdienen. Die Frankfurter kennen den griechischen Markt und setzen auf weiteres Wachstum. Einen möglichen Vorteil hätte Fraport, wenn es gelingt, Synergien mit den anderen bereits in Griechenland betriebenen Flughäfen zu heben. Das sind mittlerweile 15. Mitte dieses Jahres übernahm Fraport in einem Konsortium mit der Delta Airport Investments und der zur griechischen Constantakopoulos-Gruppe gehörenden Pileas S.A. den Flughafen Kalamata auf der Halbinsel Peloponnes. Der Vertrag läuft 40 Jahre, das geplante Investitionsvolumen liegt bei rund 125 Millionen Euro. Unter anderem wird ein neues Terminal gebaut und das Vorfeld erweitert. Die Zahl der Passagiere soll von 380.000 im vergangenen Jahr bis 2030 auf etwa 700.000 pro Jahr steigen.

Für Fraport geht es bei der Bewerbung um die 22 Regionalflugplätze um die Frage, ob sich das erfolgreiche Geschäft mit den bestehenden Flughäfen auf weitere Standorte übertragen lässt. Die Expansionspläne kommen zu einer Zeit, in der der gesamte griechische Luftverkehr kräftig wächst. In den ersten sieben Monaten 2026 wurden an den 39 kommerziellen Flughäfen des Landes knapp 47 Millionen Passagiere gezählt. Das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Boom verschärft allerdings die Engpässe bei der Flughafeninfrastruktur.

Für Griechenland bedeutet der Boom eine neue Investitionsphase in der Luftverkehrsinfrastruktur. Auf Kreta bauen GEK Terna und die GMR Group den neuen Flughafen Kastelli. Er soll 2028 in Betrieb gehen und den überlasteten Airport Heraklion ersetzen.

Auch der Athener Flughafen Eleftherios Venizelos stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Der Hauptstadt-Airport fertigte 2025 bereits 34 Millionen Passagiere ab. Für dieses Jahr wird mit 35,2 bis 35,6 Millionen gerechnet. Ursprünglich wollte die Betreibergesellschaft AIA, die mehrheitlich vom deutschen Infrastrukturinvestor Avi Alliance kontrolliert wird, die Kapazität bis 2032 auf 40 Millionen Passagiere ausbauen. Aber diese Zahl könnte schon 2028 erreicht werden.

Open Questions

  • Wer erhält den Zuschlag für die 22 Regionalflughäfen?
  • Wie hoch ist das Investitionsvolumen für die neuen Flughäfen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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