Frühe Wechseljahre hängen laut Studie mit schnellerem geistigen Abbau zusammen
Eine neue Langzeitstudie zeigt: Frauen mit einer früheren Menopause bauen geistig schneller ab und erhalten im Schnitt früher eine Alzheimer-Diagnose.
Quick Look
Laut einer im Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlichten Langzeitstudie mit 2603 Frauen gehen frühere Wechseljahre mit einem schnelleren geistigen Abbau, Schäden in der weißen Gehirnsubstanz und einem früheren Auftreten von Alzheimer einher.
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Why It Matters
Eine Langzeitstudie wertete Daten von 2603 Frauen aus, um die langfristigen Auswirkungen des Menopausenzeitpunkts auf das Gehirn zu untersuchen.
Wann eine Frau in die Wechseljahre kommt, entscheidet nicht nur, wie sie sich fühlt, wann ihre Fruchtbarkeit endet und wie schnell sich die Hormonproduktion verändert. Der Zeitpunkt hat auch Auswirkungen auf das Gehirn.
Laut der im Fachmagazin „JAMA Network Open“ veröffentlichten Langzeitstudie gingen frühere Wechseljahre mit einem schnelleren geistigen Abbau und einem früheren Auftreten von Alzheimer einher. Um zu schauen, was eine frühe Menopause langfristig mit dem Gehirn macht, werteten die Forscher Daten von 2603 Frauen aus.
Zu Beginn der Studie waren die Teilnehmerinnen im Durchschnitt 78 Jahre alt. Die meisten wurden rund sieben Jahre lang beobachtet, einzelne bis zu 18 Jahre. Bei 778 Frauen wurden zudem immer wieder MRT-Untersuchungen des Gehirns durchgeführt.
Laut den Forschern zeigte sich: Je früher die Menopause begann, desto schneller bauten die Frauen geistig ab. Die Forscher legten dabei keinen festen Grenzwert für eine „frühe Menopause“ fest. Sie verglichen das jeweilige Alter beim Eintritt der Wechseljahre.
Einen besonderen Zusammenhang konnten sie beim episodischen Gedächtnis feststellen – also bei der Fähigkeit, sich an vergangene, persönliche Erlebnisse zu erinnern. Je früher die Frauen in die Menopause kamen, desto schneller nahm diese Fähigkeit ab.
Auch eine Alzheimer-Diagnose erhielten Frauen mit früher einsetzender Menopause im Durchschnitt früher. Nach Berechnungen der Forscher entsprach eine um zehn Jahre frühere Menopause 1,8 Jahre weniger ohne Alzheimer-Erkrankung.
Doch was zeigten die MRT‑Scans? Frauen mit einem früheren Menopausenbeginn entwickelten im Verlauf schneller Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns. Diese weiße Substanz besteht aus Nervenfasern, die Hirnregionen miteinander verbinden. In den Aufnahmen zeigten sich dort sogenannte Hyperintensitäten: helle Bereiche, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten und auf Schädigungen kleiner Blutgefäße hindeuten können.
Dies war der stärkste Zusammenhang, den die Forscher bei den MRT-Untersuchungen fanden. Folgt man ihrer Modellrechnung, könnte eine um fünf Jahre frühere Menopause nach zehn Jahren mit rund 15 Prozent mehr Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns einhergehen.
Eine mögliche Erklärung wird im veränderten Hormonhaushalt während der Wechseljahre vermutet. Denn mit der Menopause sinkt vor allem die Produktion von Östrogen. Genau dieses Hormon beeinflusst im Gehirn unter anderem Verbindungen zwischen Nervenzellen, den Stoffwechsel und entzündliche Prozesse.
Ob der frühere Hormonabfall die späteren Veränderungen tatsächlich verursacht, lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Eine frühe Menopause kann auch Ausdruck anderer Alterungsprozesse wie Schlafstörungen oder Stoffwechselerkrankungen sein, die sowohl den Zeitpunkt der Menopause als auch die Hirngesundheit beeinflussen.
Der Zeitpunkt der Menopause lässt sich damit vor allem als früher Hinweis auf die spätere Hirngesundheit verstehen. Er ist bekannt, bevor Gedächtnisprobleme oder Veränderungen im Gehirn sichtbar werden, und kann dadurch helfen, Frauen mit einem erhöhten Risiko schon im mittleren Alter gezielter zu beobachten.
Open Questions
- Verursacht der frühere Hormonabfall die Hirnveränderungen direkt?
- Welche präventiven Maßnahmen helfen betroffenen Frauen konkret?

