Fußball-WM: Kap Verde sensationell im Achtelfinale – Spanien und Frankreich weiter
Quick Look
- Kap Verde hat bei der Fußball-WM sensationell die K.-o.-Runde erreicht.
- Spanien und Frankreich sicherten sich ebenfalls den Einzug ins Achtelfinale.
- Uruguay und Saudi-Arabien sind ausgeschieden.
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Why It Matters
Kap Verde hat bei der Fußball-WM sensationell die K.-o.-Runde erreicht. Spanien und Frankreich sicherten sich ebenfalls den Einzug ins Achtelfinale. Uruguay und Saudi-Arabien sind ausgeschieden.
Kap Verde – Saudi-Arabien 0:0
Kap Verde hat bei der Fußball-WM sensationell die K.-o.-Runde erreicht. Das 0:0 gegen Saudi-Arabien in Houston reichte dem drittkleinsten WM-Teilnehmer der Geschichte, um mit dem dritten Remis im dritten Spiel als Zweiter der Gruppe H ins Sechzehntelfinale einzuziehen. Dort wartet in der Nacht auf den 4. Juli (0 Uhr MESZ) in Miami Weltmeister Argentinien um Superstar Lionel Messi.
Erstmals seit der WM 2006 erreichte damit ein Neuling die K.-o.-Runde einer Fußballweltmeisterschaft. Saudi-Arabien muss dagegen mit zwei Punkten als Tabellenletzter die Heimreise antreten.
Zu Beginn entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit vielen Fouls, Ungenauigkeiten und kaum gefährlichen Abschlüssen. Ein erster Versuch der Saudis durch Kapitän Salem al-Dawsari wurde geblockt (18.), auf der Gegenseite traf Willy Semedo nur das Außennetz (22.). Für Saudi-Arabien musste Hassan al-Tambakti nach einer Verletzung auf einer Trage vom Platz (30.). Kap Verdes Torhüter Vozinha wurde erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bei einem Kopfball von Al-Dawsari ernsthaft geprüft (45.+2).
Nach dem Seitenwechsel war vor allem der Inselstaat gefährlicher und kam zu den klareren Chancen. Kevin Pina, der gegen Uruguay das erste WM-Tor des Außenseiters erzielt hatte, verzog aus der Distanz nur knapp über das linke Kreuzeck (50.). Die beste Möglichkeit auf die Führung vergab Laros Duarte, der frei stehend scheiterte (75.). So blieb die Partie bis zum Schlusspfiff offen.
Kapverdes Mittelfeldspieler Deroy Duarte sagte nach dem Spiel: »Das ist ein sehr besonderer Moment. Ich glaube, so etwas habe ich auf dem Platz noch nie gefühlt. Ich wollte fast weinen. Es war so emotional.« Zum Gegner im Sechzehntelfinale sagte er: »Wir sind ein kleines Land, eine kleine Bevölkerung. Aber wir haben ein großes Herz.« Früher habe er Argentiniens Spiele »immer im Fernsehen gesehen. Für mich ist das ein Traum, der wahr wird.«
Uruguay – Spanien 0:1 (0:1)
Im Parallelspiel hat Spanien dank eines Torwartfehlers die WM-K.-o.-Phase erreicht. Beim glanzlosen 1:0 (1:0) gegen Uruguay erzielte Álex Baena den entscheidenden Treffer in der 42. Minute, als Uruguays Torwart Fernando Muslera den Ball bei einer Parade in das eigene Tor abwehrte. Spanien sicherte sich mit sieben Punkten Platz eins in Gruppe H und trifft im Sechzehntelfinale auf den Zweiten der Gruppe J – möglicher Gegner ist Österreich mit Nationaltrainer Ralf Rangnick.
Der zweimalige Weltmeister Uruguay erlebte dagegen die nächste WM-Enttäuschung. Die Celeste um Kapitän Federico Valverde schied nach drei ernüchternden Auftritten wie schon vor vier Jahren in der Vorrunde aus.
Vor rund 45.000 Zuschauern stemmte sich Uruguay mit viel Einsatz und Aggressivität gegen das drohende Aus, leistete sich jedoch immer wieder Schwächen. Umso bitterer war der erneute Patzer von Muslera kurz vor der Halbzeit: Beim Schuss von Baena war der 40-Jährige zwar noch dran, konnte den harmlos wirkenden Ball aber nicht entscheidend abwehren. Er trudelte ins Tor. Trainer Marcelo Bielsa reagierte in der Pause und brachte für Muslera Sergio Rochet.
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie zunehmend härter, Uruguay fiel nun vor allem durch teils grobe Fouls auf. Agustín Canobbio sah dafür in der Nachspielzeit die Rote Karte (90.+4). Spanien blieb offensiv dennoch vieles schuldig und verpasste durch Ferran Torres, der in der 86. Minute die Latte traf, die Vorentscheidung. So blieb es bis zum Schluss spannend, ehe feststand: Spanien steht im Sechzehntelfinale, Uruguay ist ausgeschieden.
Torschütze Baena sagte nach dem Spiel: »Jedes Kind träumt davon, mit Spanien bei einer Weltmeisterschaft ein Tor zu erzielen. Dieses Tor war etwas ganz Besonderes.« Dazu ergänzte er: »Ich will es Maria widmen, denn heute wäre ihr Geburtstag gewesen. Von oben hat sie mir geholfen, dass dieser Ball reingeht. Als ich die Wiederholung gesehen habe, dachte ich mir: Sie hat dem Ball von oben bestimmt noch einen kleinen Schubs gegeben.« Gemeint ist Maria Caamano, die in Spanien als Symbol für den Kampf gegen den Krebs galt. 2024 hatte das Mädchen bei den Feierlichkeiten zum EM-Titel am Cibeles-Platz in Madrid mit der Mannschaft den Pokal in die Höhe gehalten, im April starb sie nach sechs Jahren an den Folgen eines bösartigen Tumors.
Durch die beiden Ergebnisse in der Gruppe H steht unter anderem fest, das die deutsche Fußballnationalmannschaft im Sechzehntelfinaler dieser WM auf Paraguay trifft, die Dritter in der Gruppe D geworden sind.
Senegal – Irak 5:0 (1:0)
Senegal hat nach einem deutlichen Sieg gegen den Irak Chancen auf den Einzug in die K.-o.-Phase der Fußballweltmeisterschaft. In Überzahl gewann das Team aus Westafrika mit 5:0 (1:0). Mit drei Punkten und einer Tordifferenz von plus zwei könnte die Mannschaft als eine der besten Gruppendritten ins Sechzehntelfinale einziehen. Habib Diarra (4. Minute), Ismaïla Sarr (56.), Pape Gueye (59./71.) und Iliman Ndiaye (82.) erzielten die Tore für das afrikanische Team.
Das irakische Team musste nach einer frühen Roten Karte für Rebin Sulaka (14.) fast über die gesamte Spielzeit in Unterzahl spielen. Damit endete die zweite WM-Teilnahme nach 1986 genauso wie die Premiere vor 40 Jahren – mit drei Niederlagen in der Gruppenphase. Die Mannschaft des australischen Trainers Graham Arnold hatte sich als letztes der 48 Teams für die Endrunde qualifiziert. Wie schon in den vorangegangenen Spielen mit Norwegen (1:4) und Frankreich (0:3) war das Team bemüht, aber letztlich chancenlos.
In der Partie selbst lief von Beginn an alles für Senegal. Einen Kopfball von Abdoulaye Seck nach einer Ecke verlängerte Diarra letztlich ins Tor. Nur Minuten später zeigte Schiedsrichter Anthony Taylor aus England Sulaka nach Ansicht der Videobilder die Rote Karte, weil jener Mané an einer klaren Torchance gehindert hatte. Auch wenn die Iraker sich danach nicht aufgaben, blieben sie offensiv viel zu harmlos. Senegal tat sich dennoch teils schwer, durch die gegnerischen Reihen zu kommen. Ein Schuss des gebürtigen Kölners Ismail Jakobs (33.) verfehlte das Tor nur knapp. Kurz vor der Pause schoss Mané (45.+1) den Ball von der Strafraumgrenze über die Latte.
Nach der Halbzeit dominierten die Senegalesen das Spiel deutlich. Ihnen war anzumerken, dass sie noch mehr Tore für das Torverhältnis benötigten. Nach einem Ballverlust der Iraker schalteten Thiaws Spieler schnell um, Sarr drückte den Ball letztlich über die Linie. Die eingewechselten Gueye und Ndiaye machten dann alles klar. Doppeltorschütze Gueye sagte nach der Partie: »Ich freue mich, denn wir haben ein tolles Spiel gemacht und fünf Tore erzielt. Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, aber jetzt müssen wir die anderen Spiele abwarten.«
Senegal liegt nach dem Spiel im Ranking der Gruppendritten auf Platz fünf. Die Westafrikaner können aber den achten Rang noch verpassen. Dieser ist mindestens nötig, um das erstmals ausgetragene Sechzehntelfinale zu erreichen. Gegner wäre ein Gruppensieger.
Norwegen – Frankreich 1:4 (1:3)
Frankreich hat im Parallelspiel der Gruppe I gegen Norwegen auch das dritte Spiel bei dieser WM gewonnen. Damit ist die französische Nationalmannschaft Gruppensieger und der mögliche Achtelfinalgegner für Deutschland.
Bevor die französische und die deutsche Mannschaft aufeinandertreffen können, müssen sie jedoch zunächst das Sechzehntelfinale überstehen. Die Gegner stehen noch nicht abschließend fest. Für die Deutschen scheint Paraguay als Gegner am kommenden Montag sehr wahrscheinlich. Dagegen können die Norweger bereits sicher planen. Sie treffen am kommenden Dienstag (19 Uhr MESZ) auf die Elfenbeinküste.
Im Spiel selbst erzielte Ousmane Dembélé den zweitschnellsten Hattrick (7./20./32.) in der WM-Geschichte. Désiré Doué erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit das vierte Tor für Frankreich. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer für Norwegen schoss Thelo Aasgaard in der 21. Minute.
Lesen Sie hier den gesamten Spielbericht.
Open Questions
- Wer wird der nächste Gegner für Spanien?
- Wie wird sich Kap Verde gegen Argentinien schlagen?

