G-7-Proteste in der Schweiz: Gemischte Gruppen demonstrieren gegen Gipfel
Quick Look
- Bei Protesten gegen den G-7-Gipfel in Évian versammelten sich diverse Gruppen in der Schweiz.
- Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 20.000, davon etwa 600 gewaltbereite.
- Die Proteste weckten Erinnerungen an Krawalle bei einem früheren Gipfel 2003.
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Why It Matters
Bei Protesten gegen den G-7-Gipfel in Évian kam es in der Schweiz zu Ausschreitungen, die an frühere Gipfel-Proteste erinnern. Die Kosten für die Sicherheit und mögliche Schäden sind umstritten.
Unter dem Banner der G-7-Proteste hatte sich eine bunte Mischung von Interessensgruppen versammelt: von Feministinnen, die eigentlich am sogenannten feministischen Streik teilnahmen, der zufällig auch am Sonntag in der Schweiz stattfand, über Pro-Palästina-Aktivisten bis zu verschiedenen linken und linksradikalen Gruppierungen. Sie alle geben an, eine „kapitalistische und imperialistische Politik“ abzulehnen, für die in ihren Augen besonders die G-7-Staaten stehen, also die USA, Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan und Großbritannien. Laut Polizei nahmen an der Demonstration gut 20 000 Menschen teil. Die gewaltbereiten Teilnehmer werden in manchen Berichten auf etwa 600 geschätzt.
Die Krawalle hatten in der Schweiz böse Erinnerungen an den G-8-Gipfel von 2003 geweckt, der ebenfalls in Évian stattfand, damals noch mit Russland als Mitglied. Bei den Protesten in Genf und Lausanne war es zu Plünderungen und heftigen Ausschreitungen gekommen. In der Schweiz stieß es deshalb schon vor Wochen auf Unverständnis, dass die französische Regierung den Gipfel abermals in Évian am Genfer See abhält – und sich offenbar anders als 2003 nicht an den Kosten für die Sicherheit und mögliche Schäden beteiligen möchte.
Denn die nächsten großen Ballungszentren sind eben Genf und Lausanne. In Évian selbst sollen während des Gipfels gar keine Proteste erlaubt sein. Den Demonstrierenden bleibt wegen der geografischen Lage also fast nichts anderes übrig, als in die Schweiz auszuweichen. Dazu kommt, dass die G-7-Teilnehmer auch über den Flughafen Genf anreisen. Das alles ist sehr teuer und aufwendig – dabei ist die Schweiz gar nicht Teil der G7 und auch zu dem Gipfel nicht eingeladen. Die Abgeordnete Sibel Arslan von den Schweizer Grünen sagte im Schweizer Rundfunk: „Es stimmt, dass wir hier nicht involviert worden sind.“
In Genf und Umgebung sind etwa 4000 Schweizer Soldaten im Einsatz, dazu Polizisten aus dem ganzen Land. Laut dem Schweizer Außenministerium kümmern sie sich um den „Schutz sensibler Infrastrukturen, Überwachung, Aufklärung und Logistik“ sowie „spezialisierte Unterstützung, etwa in den Bereichen Wahrung der Lufthoheit, Lufttransport, Cybersicherheit, ABC-Schutz sowie auf dem Genfersee“. Derzeit übernimmt in der Schweiz der Bund 80 Prozent der Kosten für den Einsatz. Den Rest tragen die Kantone Wallis, Waadt und Genf. Noch ist unklar, ob sich Frankreich beteiligen wird.
Open Questions
- Wird Frankreich die Sicherheitskosten mittragen?
- Wie hoch sind die Gesamtkosten für die Schweiz?





