
Die Organisation Ukrainischer Nationalisten nahm sich in den Dreißigerjahren den deutschen und italienischen Faschismus zum Vorbild. Einer ihrer Anführer ist nun feierlich mit militärischen Ehren umgebettet worden.
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Die OUN orientierte sich in den 1930er Jahren am italienischen Faschismus und deutschen Nationalsozialismus. Jewhen Konowalez wurde 1938 in Rotterdam von einem sowjetischen Agenten ermordet.
Die ukrainische Regierung hat einen weiteren im Ausland begrabenen Nationalisten heimgeholt. Die Gebeine des 1938 ermordeten umstrittenen ukrainischen Nationalistenführers Jewhen Konowalez sind in die Ukraine überführt und mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden.
»Wir bringen einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes nach Hause zurück«, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei der Zeremonie auf einem Militärfriedhof unweit der Hauptstadt Kyjiw. Mit Konowalez habe die Ukraine einen Teil ihrer selbst, ihrer Erinnerung und ihrer nationalen Geschichte zurückgeholt.
An der feierlichen Beisetzung mit militärischen Ehren nahmen auch Ministerpräsident Serhij Korezkyj, Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk, Armeechef Mychajlo Drapatyj und weitere ukrainische Politiker teil.
Konowalez wurde 1891 in Österreich-Ungarn in der heutigen Westukraine geboren. Als österreichischer Soldat kämpfte er im Ersten Weltkrieg und beteiligte sich nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft am Aufbau des 1920 gescheiterten ersten ukrainischen Staats.
Ab 1929 führte er die neu gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich am Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland orientierte. Die OUN war für terroristische Anschläge wie die Ermordung des polnischen Innenministers 1934 verantwortlich. Konowalez wurde 1938 von einem sowjetischen Agenten in Rotterdam getötet und zunächst dort begraben.
Vor der Umbettung von Konowalez wurde bereits sein Nachfolger bei der OUN und Namensvetter des ehemaligen ukrainischen Botschafters in Deutschland, Andrij Melnyk, in die Ukraine überführt. Weitere im Ausland bestattete Ukrainer sollen folgen. Kyjiw plant dabei die Neubestattung der sterblichen Überreste von »Unabhängigkeitskämpfern« in einer »Pantheon« genannten Gedenkstätte.
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