DVR unterstützt Einführung von Monocams und verweist auf Studien zur Ablenkung
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Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin und vereint über 200 Mitgliedsorganisationen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft. Aktuell beträgt das Bußgeld für Telefonieren mit dem Handy am Steuer 100 Euro und einen Punkt in Flensburg.
Mit dem Handy am Ohr am Steuer des Autos telefonieren – das ist verboten und aus Expertensicht gefährlicher als das Fahren mit 0,8 Promille Alkohol im Blut. Deswegen macht sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) für erheblich höhere Geldbußen stark. Zugleich unterstützt der Verband den Vorstoß von Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU), sogenannte Monocams einzuführen, die automatisch erkennen können, ob Menschen am Steuer während der Fahrt ein Mobiltelefon in der Hand halten.
„Handy-Blitzer sind eine äußerst sinnvolle Investition in die Verkehrssicherheit“, sagte DVR-Präsident Manfred Wirsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wer weiß, dass ein Verstoß jederzeit erkannt werden kann, wird eher darauf verzichten, das Smartphone während der Fahrt in die Hand zu nehmen.“
Als Beleg für den Nutzen der Handy-Blitzer nannte Wirsch Erfahrungen aus dem In- und Ausland. In Trier sei zum Beispiel die festgestellte Handynutzung am Steuer bei einem Testeinsatz um rund 70 Prozent zurückgegangen. Im australischen Bundesstaat New South Wales sei die Zahl der Verstöße seit 2019 um etwa 82 Prozent gesunken.
Wie gefährlich Ablenkung am Steuer ist, zeigen laut DVR Daten des Statistischen Bundesamtes. Die wiesen für 2025 Wirsch zufolge mehr als 1100 Unfälle mit Personenschaden aus, bei denen die Nutzung elektronischer Geräte als Unfallursache erfasst wurde. „Dabei kamen 15 Menschen ums Leben, 199 wurden schwer und 1.257 leicht verletzt. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf elektronische Geräte insgesamt und nicht ausschließlich auf Smartphones.“
Vor diesem Hintergrund hält der Verkehrsexperte die bisherigen Geldbußen für zu niedrig. Wirsch verwies auf die 500 Euro Bußgeld bei einem Verstoß gegen die 0,5-Promille-Grenze: „Wir sprechen uns deshalb für eine deutliche Anhebung des Bußgeldes auf mindestens diesen Betrag aus.“ Einer in diesem Jahr veröffentlichten Studie zufolge „war das Kollisionsrisiko bei Ablenkung durch Smartphones, Touchscreens und andere digitale Anwendungen höher als unter einem simulierten Alkoholeinfluss von 0,8 Promille“, sagte Wirsch.
Bislang 100 Euro und ein Punkt in Flensburg
Wer am Steuer beim Telefonieren mit dem Handy erwischt wird, muss laut ADAC mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei einer Gefährdung oder dem Verursachen eines Unfalls steigt das Bußgeld auf 150 beziehungsweise 200 Euro an. Hinzu kommen zwei Punkte sowie ein einmonatiges Fahrverbot.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Als Dachverband vereint er über 200 Mitgliedsorganisationen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft, die sich für mehr Verkehrssicherheit einsetzen.
Minister Bilger hatte gesagt: „Mehr als tausend Unfälle passieren jedes Jahr durch elektronische Geräte wie Handys am Steuer – Tendenz steigend. Das ist eindeutig zu viel.“ Innovative Technologien wie Handy-Blitzer würden helfen, konsequenter zu ahnden und die Verkehrssicherheit spürbar zu steigern.
Monocams sind hochauflösende, schräg nach unten gerichtete Kameras, die durch die Frontscheibe in das Auto hinein fotografiert. Das Monocam-System achtet auf Mobiltelefone im Bereich des Fahrenden und auf dessen entsprechende Handhaltung. Werden beide Kriterien erfüllt, löst die Kamera aus. Anschließend bewerten geschulte Polizisten die Bilder.
Telefonieren während der Fahrt ist laut ADAC nicht grundsätzlich verboten. Telefonate über eine Freisprechanlage, ein fest installiertes Fahrzeug-System oder ein Bluetooth-Headset sind erlaubt. Verboten ist es aber, das Handy während der Fahrt in die Hand zu nehmen oder ans Ohr zu halten.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Einführung von Monocams wird vorangetrieben und das Bußgeld für Handy-Nutzung am Steuer könnte angehoben werden.
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