Gegen Unabhängigkeitsreferendum: Alberta will kanadisch bleiben
Wähler in der westkanadischen Provinz sprechen sich Medienberichten zufolge in einem Referendum für den Verbleib in Kanada aus.
Quick Look
- Medienberichten zufolge haben Wähler in der kanadischen Provinz Alberta mehrheitlich gegen ein Referendum über die Unabhängigkeit gestimmt.
- Nach Auszählung von über einer Million Stimmen sprachen sich etwa 76 Prozent für den Verbleib in Kanada aus.
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Why It Matters
Albertas konservative Regierungschefin Danielle Smith hatte die nicht bindende Volksabstimmung einberufen. Viele Separatisten kritisieren die Umweltpolitik der Zentralregierung.
Die Wähler in der westkanadischen Provinz Alberta haben Medienberichten zufolge mehrheitlich gegen ein Referendum über die Unabhängigkeit von Kanada gestimmt. Die Stimmberechtigten sollten entscheiden, ob ihre Provinz Teil Kanadas bleiben soll oder ob ein Prozess eingeleitet werden soll, der zu einem rechtlich bindenden weiteren Referendum über eine Abspaltung und den Weg in die staatliche Unabhängigkeit führt.
Wie die Sender CBC und CTV News berichteten, sprachen sich nach Auszählung von mehr als einer Million Stimmen etwa 76 Prozent für den Verbleib in Kanada aus, während 23 Prozent den Beginn eines Prozesses befürworteten, der zu einer Abspaltung führen könnte. Das endgültige Ergebnis soll nach Angaben der Wahlbehörde am 29. Oktober veröffentlicht werden. Insgesamt waren 3,1 Millionen Menschen wahlberechtigt.
Ein Sieg auch für Regierungschef Carney
"Kanada ist es wert, dass wir dafür kämpfen", schrieb Regierungschef Mark Carney im Onlinedienst X. "Gehen Sie heute zur Wahl, stimmen Sie für Kanada".
Umfragen zufolge waren nur ein Viertel der etwa fünf Millionen Einwohner Albertas für die Unabhängigkeit. Carney, der in Alberta aufwuchs, hatte die Befürworter der Einheit Kanadas aber schon im Vorfeld aufgerufen, unbedingt an der Abstimmung teilzunehmen, um einen Sieg der Separatisten zu verhindern. Es gehe um "die Zukunft unseres Landes", erklärte er.
Wirtschaftliche Interessen
Die nicht bindende Volksabstimmung war von Albertas konservativer Regierungschefin Danielle Smith einberufen worden, nachdem ein Richter zuvor ein geplantes Bürger-Referendum wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gestoppt hatte. Smith hatte zwar erklärt, gegen die Unabhängigkeit stimmen zu wollen, in den Reihen ihrer Partei gibt es aber auch starke Kräfte für eine Abspaltung. Viele Separatisten sind der Ansicht, dass die liberale Zentralregierung in Ottawa die Ölindustrie durch ihre Umweltpolitik behindert.
Alberta mit den großen Städten Edmonton und Calgary gilt als relativ wirtschaftsstark, in der Provinz liegt der Großteil der nachgewiesenen kanadischen Ölreserven, die als die viertgrößten der Welt gelten.
Auch Trump ist interessiert
Die vor wenigen Jahren noch unbedeutende Unabhängigkeitsbewegung in Alberta weckte inzwischen auch das Interesse von US-Präsident Donald Trump, der immer wieder davon gesprochen hat, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen. So wurden die Separatisten vor einigen Monaten im Außenministerium in Washington empfangen, der US-Tech-Unternehmer Elon Musk sprach sich Anfang Oktober für die Abspaltung der Provinz von Kanada aus.
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