Geldanlage: Mensch statt Roboter: Deutsche Bank wagt Neustart bei der digitalen Vermögensverwaltung
Das Institut ersetzt den Robo-Advisor 'Robin' durch ein neues Angebot, bei dem Portfoliomanager statt Algorithmen die Anlagestrategien festlegen.
Quick Look
- Die Deutsche Bank führt eine neue digitale Vermögensverwaltung ein, die auf menschliches Portfoliomanagement statt auf Algorithmen setzt.
- Kunden können ab 500 Euro Mindestanlage aus fünf Strategien wählen, wobei die Gebühren gestaffelt sind.
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Why It Matters
Die Deutsche Bank hatte im August 2025 einen Neukundenstopp für ihren bisherigen Robo-Advisor 'Robin' verhängt. Das neue Angebot zielt darauf ab, die diskretionäre Vermögensverwaltung bis 2028 zu verdoppeln.
Das Institut setzt bei seinem neuen Angebot nicht auf den Algorithmus eines Robo-Advisors, sondern auf Anlagespezialisten. Was das für Kunden bedeutet.
Die Deutsche Bank bietet jetzt eine digitale Vermögensverwaltung an, bei der Spezialisten die Anlagestrategie festlegen – und nicht ein Algorithmus wie beim bisherigen Robo-Advisor Robin.
Das digitale Produkt verlangt eine Mindestanlage von 500 Euro, regelmäßige Einzahlungen sind ab einem Euro im Monat möglich.
Kunden können aus fünf Anlagestrategien wählen, die Gebühren staffeln sich nach Anlagesummen: 0,75 Prozentpunkte bis 25.000 Euro, 0,7 Prozentpunkte bis 100.000 Euro und 0,65 Prozentpunkte darüber, Produktkosten bleiben bei 0,15 Prozentpunkten.
Die Bank will mit dem Angebot langfristige Kundenbeziehungen und wiederkehrende Erträge stärken.
Frankfurt. Gut ein Jahr nach dem Neukundenstopp für ihren internen Robo-Advisor Robin bietet die Deutsche Bank ihren Kundinnen und Kunden wieder digitale Vermögensverwaltung an. Anders als bei Robin legt diesmal kein Algorithmus die Anlagestrategie fest. Dies übernehmen die Spezialisten des größten deutschen Kreditinstituts.
„Die wesentlichen Portfolioentscheidungen treffen weiterhin unsere erfahrenen Portfoliomanager auf Basis unserer Kapitalmarkteinschätzungen“, sagte der Leiter Wealth Management der Bank, Raffael Gasser. Die Mindestanlage für das vollständig digitale Produkt liegt bei 500 Euro, wie das Institut mitteilte.
Regelmäßige Einzahlungen sind bereits ab einem Euro im Monat möglich. Damit macht die Bank nach den Worten von Dominik Hennen, der das Massenkundengeschäft der Deutschen Bank in Deutschland leitet, „professionelle Geldanlage für deutlich mehr Menschen zugänglich“.
Die Deutsche Bank verfügt über Expertise in der Betreuung vermögender Kunden bei der Wertpapieranlage. Eine solche individuelle Beratung lohnt sich für Banken jedoch nur, wenn Kunden sehr hohe Anlagebeträge mitbringen. Die digitale Vermögensverwaltung ist weniger individuell als die Betreuung sehr vermögender Kunden, bietet aber immerhin fünf verschiedene Anlagestrategien. Bislang fehlte der Bank ein Anlageprodukt für breite Kundenkreise, die Vermögensverwaltung nutzen möchten, ohne sehr reich zu sein.
Bis 2025 bot die Deutsche Bank, wie einige ihrer Wettbewerber, noch einen Robo-Advisor an. Solche Angebote legen das Geld der Kunden automatisch nach einem Algorithmus an. Im August 2025 verhängte die Bank für ihren Robo-Advisor Robin jedoch einen Neukundenstopp.
Die neue Lösung unterscheidet sich von Robin in mehreren Punkten, nicht nur darin, wer die Anlageentscheidungen trifft. Bei der neuen digitalen Vermögensverwaltung können Kunden zwischen fünf Anlagestrategien wählen. Bei Robin war die Auswahl größer. Dort lagen die Gebühren einheitlich bei 0,75 Prozentpunkten für die Verwaltung und rund 0,15 Prozentpunkten für Produktkosten.
Das neue Angebot staffelt sie. Bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro verlangt die Deutsche Bank 0,75 Prozentpunkte für die Verwaltung und 0,15 Prozentpunkte für Produktkosten. Bei einem Volumen von 25.000 bis 100.000 Euro sinken die Servicekosten auf 0,7 Prozentpunkte. Ab 100.000 Euro betragen sie 0,65 Prozentpunkte, die Produktkosten bleiben bei 0,15 Prozentpunkten.
Mit diesem Schritt will die Bank vor allem ihre Provisionseinnahmen in der Privatkundensparte steigern. „Damit stärken wir langfristige Kundenbeziehungen und wiederkehrende Erträge mit dem Ziel, die diskretionäre Vermögensverwaltung in der Privatkundenbank von 2025 bis 2028 zu verdoppeln“, sagte Wealth-Management-Chef Gasser.
Für Banken sind Gebühreneinnahmen attraktiv, da sie für solche Geschäfte kaum Eigenkapital binden. Das passt zur Strategie der Deutschen Bank, mit einem sparsameren Eigenkapitaleinsatz ihre Eigenkapitalrendite zu steigern.
Open Questions
- Wie hoch ist die tatsächliche Nachfrage nach dem neuen Produkt im Vergleich zum alten Robo-Advisor?







