Geldpolitik: EZB lässt Leitzins trotz hoher Inflation vorerst stabil
Die Europäische Zentralbank belässt den Einlagenzins bei 2,5 Prozent, während EZB-Präsidentin Lagarde ihren vorzeitigen Rücktritt für Februar 2027 ankündigt.
Quick Look
- Die EZB belässt den Leitzins bei 2,5 Prozent, um die schwache Konjunktur nicht zu gefährden.
- Parallel dazu kündigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde an, ihr Amt im Februar 2027 vorzeitig niederzulegen, was Spekulationen über politische Entwicklungen in Frankreich befeuert.
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Why It Matters
Die EZB kämpft mit einer durch Energiepreise getriebenen Inflation. Christine Lagarde führt die Bank seit 2019.
Die Leitzinsen im Euroraum bleiben trotz erhöhter Inflation vorerst unverändert. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins beträgt weiterhin 2,5 Prozent, wie der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt entschied.
Im September hatte die EZB zum zweiten Mal in diesem Jahr den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die im Zuge des Irankriegs gestiegenen Rohöl- und Energiepreise hatten die Inflation nach oben getrieben. Wichtigstes Ziel der Euro-Währungshüter ist es, die Inflation im Rahmen zu halten.
An den Finanzmärkten wird eine weitere Zinserhöhung für Dezember erwartet, sollte die von gestiegenen Energiepreisen im Zuge des Irankriegs angefachte Inflation nicht abflauen.
Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen. Das kann die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen. Sparer profitieren, wenn Banken steigende Leitzinsen weiterreichen. Zugleich sind Zinserhöhungen eine Belastung für die ohnehin schwache Konjunktur. Die EZB steckt in der Zwickmühle: Hebt sie die Zinsen zu stark an, läuft sie Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.
In Deutschland hat die Inflation ebenso wie in anderen Eurostaaten deutlich angezogen. In Europas größter Volkswirtschaft kosteten Waren und Dienstleistungen für Verbraucher im September 3,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – die höchste Teuerungsrate seit rund drei Jahren.
Die EZB strebt mittelfristig für den Euroraum eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an. Bei dieser Marke sieht die Notenbank ihr wichtigstes Ziel erfüllt: Für einen stabilen Euro zu sorgen und die Kaufkraft der Menschen zu erhalten. Nach Einschätzung der EZB müssen sich die Menschen im Euroraum allerdings bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Teuerung einstellen.
Neben der Geldpolitik der Zentralbank ist EZB-Präsidentin Christine Lagarde selbst in den Fokus gerückt: Die Französin kündigte wenige Stunden vor dem Leitzinsentscheid an, ihr Amt am 7. Februar 2027 niederzulegen. Ihre Amtszeit als EZB-Chefin läuft regulär bis Oktober 2027. Seit Längerem war über einen vorzeitigen Rückzug und einen Wechsel zum Weltwirtschaftsforum spekuliert worden.
Bereits im Februar 2026 hatte die »Financial Times« berichtet, Lagarde wolle sich vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 zurückziehen. Hintergrund seien Sorgen, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft gewinnen könnten, was die Neubesetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.
Auch die politisch aufgeheizte Lage in Frankreich sprach dafür, dass die EZB sich vorerst alle Optionen offen halten will. Bei Protesten gab es in Deutschlands Nachbarland jüngst schwere Ausschreitungen und Plünderungen.
What to Watch
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EZB-Zinserhöhung im Dezember
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- Wer wird Nachfolger von Christine Lagarde?
- Wie entwickelt sich die Inflation im Dezember?







