
Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat – EZB-Zinserhöhung erwartet
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Die Inflation in der Euro-Zone ist im Oktober auf 4,0 Prozent gestiegen, angetrieben vor allem durch Energiepreise.
Frankfurt. Die Inflation in der Euro-Zone hat erstmals seit drei Jahren die Marke von vier Prozent erreicht. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Oktober um 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das geht aus einer Schnellschätzung des Statistikamts Eurostat vom Mittwochvormittag hervor.
Im September lag die Inflationsrate bei 3,8 Prozent. Ökonomen hatten mit dem erneuten Anstieg gerechnet. Sie hatten mit Blick auf den Preisdruck in einzelnen Euro-Volkswirtschaften – in Italien etwa ist die Teuerung auf 5,6 Prozent gesprungen – ihre Prognose zuletzt angehoben.
Die EZB hat sich eine Rate von glatt zwei Prozent als Ziel gesetzt. Die neuen Daten stärken daher die Erwartung, dass sie zum Jahresende die Zinsen im Euro-Raum noch einmal anhebt. Der Einlagenzins würde dann bei 2,75 Prozent liegen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat diesen Schritt nach dem Zinsentscheid vorige Woche in ungewöhnlich deutlicher Art und Weise bereits in Aussicht gestellt. Die Position ihrer Kollegen im EZB‑Rat veranschaulicht die Dringlichkeit.
So bekräftigte Bundesbank-Chef Joachim Nagel am Dienstag, eine Anhebung der Zinsen sei „sehr wahrscheinlich notwendig“. Es würde, sagte Nagel, „kaum ein Weg an einer Zinserhöhung vorbeiführen, wenn sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessert“. Österreichs Notenbankchef Martin Kocher betonte, die Risiken für die Inflation „haben eindeutig zugenommen“.
Vor allem die stark gestiegenen Energiepreise treiben die Inflation im Euro-Raum an. Im Oktober lagen sie knapp 21 Prozent über Vorjahresniveau. Lässt man Energie und die ebenso schwankungsanfälligen Lebensmittel außen vor, dann ist der Preisdruck seit einigen Monaten vergleichsweise konstant, aber über dem Ziel. Im Oktober lag die sogenannte Kerninflation bei 2,5 Prozent.
Allerdings wächst die Gefahr, dass immer mehr Unternehmen die höheren Energiepreise an Kunden weitergeben. Auch sorgen sich die Währungshüter, dass Beschäftigte einen Ausgleich durch höhere Löhne anstreben. Fachleute sprechen von indirekten und Zweitrundeneffekten.
Als Reaktion hat die EZB die Leitzinsen in diesem Jahr im Juni und September angehoben und in der Folge jeweils eine Zinspause eingelegt. An den Terminmärkten sind bis zu drei weitere Zinserhöhungen eingepreist, die den EZB-Leitzins über drei Prozent bringen würden. Die meisten Ökonomen halten das für überzogen und halten das Ende der Zinserhöhungen für absehbar.
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EZB hebt zum Jahresende die Zinsen im Euro-Raum an
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