Gerhard Schröder wird Aufsichtsratsmitglied bei russischer Supermarktkette Hyperglobus
Der ehemalige Bundeskanzler soll die strategische Entwicklung der Kette unterstützen, die aus dem deutschen Globus-Konzern hervorging.
Quick Look
- Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist in den Aufsichtsrat der russischen Supermarktkette Hyperglobus eingetreten.
- Das Unternehmen, das aus dem deutschen Globus-Konzern hervorging, erhofft sich durch Schröder einen dialogorientierten Ansatz.
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Why It Matters
Schröder pflegt seit seiner Kanzlerschaft enge Beziehungen zu Wladimir Putin. Er war zuvor in russischen Staatskonzernen wie Rosneft tätig, legte diese Mandate jedoch 2022 nach internationalem Druck nieder.
Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist Mitglied des Aufsichtsrats bei der russischen Supermarktkette Hyperglobus geworden. Er sei von den Anteilseignern am 30. September in den Aufsichtsrat aufgenommen worden, teilte das Unternehmen mit. Schröder soll demnach die strategische Entwicklung der Firma unterstützen und in die übergreifende Führung eingebunden werden.
Hyperglobus war ursprünglich eine Tochterfirma des deutschen Konzerns Globus, spaltete sich 2025 aber ab und agiert seitdem formal unabhängig. Inhaber ist der deutsche Unternehmer Thomas Bruch, ehemaliger Geschäftsführer von Globus und Teil der Inhaberfamilie. Die Supermärkte in Russland heißen immer noch Globus. Bruch gehörte zu den deutschen Unternehmern, die im Mai am St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum teilnahmen, dessen Gastgeber der russische Präsident Wladimir Putin war.
Schröder: »Wichtig«, Beziehung aufrechtzuerhalten
Über die Wahl sagte Bruch, dass Schröders langjährige Erfahrung im politischen und wirtschaftlichen Leben Russlands es dem Unternehmen ermöglichen werde, einen »dialogorientierten Ansatz« zu verfolgen. Auch Schröder selbst wird russischen Medienberichten zufolge in der Mitteilung des Unternehmens zitiert. »Gerade in Krisenzeiten« sei es wichtig, die Beziehungen zu Russland aufrechtzuerhalten, sagte er demnach. Sie würden es ermöglichen, »einander zuzuhören und Wege in die Zukunft zu finden«.
Schröder pflegt seit seiner Amtszeit als Bundeskanzler von 1998 bis 2005 eine enge Beziehung zu Putin und war nach seiner politischen Karriere für mehrere russische Staatskonzerne tätig. Bis Mai 2022 war er etwa Aufsichtsratsvorsitzender beim staatlichen Ölkonzern Rosneft. Dann legte er das Mandat nieder. Das EU-Parlament hatte zuvor dafür votiert, Schröder auf eine Sanktionsliste zu setzen, wenn er trotz des Ukraine-Krieges an seinen Posten in russischen Unternehmen festhalte.
Open Questions
- Welche konkreten strategischen Aufgaben übernimmt Schröder?





